11.09.2014, 05:00 Uhr

LEADER fusioniert – es geht um Millionen

Das aktuelle Team im Regionsverband Sauwald Pramtal: Geschäftsführer Johannes Karrer, Assistentin Renate Höllinger und Obmann Alois Selker (v. li.)
Sigharting: Schloss Sigharting |

Nun ist es fix. Die beiden Regionen Sauwald und Pramtal starten gemeinsam in die neue Periode der Regionalentwicklung. Unter dem Titel LEADER soll bis 2023 weiterer Fortschritt statt finden.

SIGHARTING/ST. AEGIDI (abr). Es war längst klar, dass es künftig nur mehr rund 70 statt 86 LEADER-Regionen in Österreich geben wird. Aus diesem Grund beschloss man in Sauwald und Pramtal die Fusion und eine gemeinsame Bewerbung.

Los geht’s de facto mit Mai 2015, falls die Kommission der Bewerbung zustimmt. „Wir gehen davon aus, dass es eine Anerkennung für die Region Sauwald Pramtal geben wird“, so Selker. Dem vorausgehend sei es noch unumgänglich, dass in den 32 Gemeinden positive Beschlüsse für die Mitgliedschaft im Regionsverband geschlossen werden. Immerhin sollen die 60.120 Regionsbewohner die Möglichkeit haben, auf diese Fördermöglichkeiten von geschätzten 2,6 bis 2,9 Millionen Euro zugreifen zu können. „Die Gemeinderäte tragen jetzt die Verantwortung. Jede Gemeinde, die nicht mitmacht, bringt ihre Bürger um diese Chance und verhindert die Starthilfe für Projekte“, betont Obmann Bgm. Alois Selker.

Das Einbringen in die Regionalentwicklung soll den wertvollen Lebensraum erhalten und neue Möglichkeiten, wie biespielsweise jene im Grenzraum Bayern, eröffnen. „Man soll die Chancen in der Regionalentwicklung nicht leichtfertig aufs Spiel setzen“, regt Geschäftsführer Johannes Karrer an. „Die Regionalentwicklung ist wie ein Mosaik zu betrachten. Positive Impulse werden in den Bereichen Kultur, Tourismus, Freizeit, Arbeit, Gastronomie und im Naturraum gesetzt, wobei die ganze Region davon profitiert“, wirft der Obmann ein.

Bereits im gegenwärtigen Bewerbungsprozess für die Periode 2014 - 2020 wird die Stärke des gemeinsamen Wirkens bewusst: "Die breite Aufstellung, die Vorzüge von zwei starken Regionen, stärkere Wahrnehmung und ein höheres Budget lassen auf intensivere Betreuungsmöglichkeiten schließen", unterstreicht Geschäftsführer Johannes Karrer.

Die vorgegeben Schwerpunktthemen sind die Erhöhung der Wertschöpfung, die Weiterentwicklung der natürlichen Ressourcen und des kulturellen Erbes sowie die Stärkung der für das Gemeinwohl wichtigen Strukturen und Funktionen. Daher war die Strategieentwicklung in beiden Regionen eine ähnliche, die jeweils nur ergänzt werden musste. „Das Rad muss nicht neu erfunden werden und das Kirchturmdenken gehört längst der Vergangenheit an. Die Menschen sollen sich hier in der Region wohlfühlen,“ beschreibt Obmann Selker die Wirkung des Großverbandes. „Auch im Vergleich mit anderen Regionen werden wir mehr Gewicht haben. Initiativen können ohne Regionsgrenzen kooperieren“, so der Geschäftsführer Johannes Karrer. Gemeint sind bisherige Projekte wie „Wie’s Innviertel schmeckt“ und der bezirksweite Kulturkalender.

Differenzierung in der Betreuung

Alois Selker meint zur Frage, ob die Region Sauwald im großen Verband untergehe: „Ab dem Zeitpunkt der Eheschließung ist man für alle Verantwortlich. Der Verband umfasst jetzt 32 Gemeinden. Es gibt keine Unterschiede.“ Auch Eduard Pamingers Abschied nimmt man gelassen, da dieserlaut Selker als Botschafter der Region erhalten bliebe. Auch auf die Profession des Sauwald-Managers Thomas Müller wolle man nach wie vor zurück greifen.

Das Prinzip "Bottom-up"
Die aktuelle Entwicklungsstrategie (LES) sei das Ergebnis intensiver Beteiligung aus der gesamten Region. Dieses Prinzip entspricht dem LEADER-Gedanken, welcher „Bottom-up genannt“ wird. Die personellen Ressourcen werden in Zukunft von der Budgetzuteilung und der Gemeindebeteiligung bestritten. Jede Gemeinde entrichtet einen Beitrag von 1,60 Euro je Einwohner. Das bedeutet, dass im Großverbund bei Projektarbeiten höhere Ressourcen zur Verfügung stehen werden. Die konkreten Entscheidungen treffe allerdings der Vorstand, der sich aus 27 Personen zusammen setzt. Die Hälfte davon wirkt ohne politische Funktion, zehn Mitglieder sind Frauen. Der Bürostandort bleibt der bisherige in Sigharting, da das Schloss zentral liegt, über einen Saal, Besprechungszimmer und eine entsprechende Gastronomie verfügt.



Zur Sache:
Die Region Sauwald-Pramtal besteht aus 32 Gemeinden des oberösterreichischen Innviertels, verfügt über eine Fläche von 676,27 Quadratkilometer und zählte zum Stichtag insgesamt 60.120 Einwohner (4,2% der Bevölkerung Oberösterreichs).
Der Vorstand besteht aus folgenden Personen:
Alois Selker (Obmann), Herbert Strasser (Stv.), Berta Scheuringer (Kassierin), Alexandra Brummer (Schriftführerin), Martin Friedl (Stv.), Josef Söberl, Peter Pichler, Johann Hingsamer, Johann Starzengruber, Anton Pretzl, Helmut Schopf, Josef Schachner, Siegfried Berlinger, Johann Weirathmüller, Cornelia Schlosser, Bettina Berndorfer, Andrea Bauschmied, Gerti Grabmann, Carina Schachinger, Katharina Seitz, Wolfgang Luger, Florian Grünberger, Elvira Wirth, Johann Penzinger, Simon Gangl, Klaus Paminger, Anna Baumgartner.

Fotos der Generalversammlung im Schloss Sigharting: Regionsverband Sauwald Pramtal
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