17.09.2014, 19:00 Uhr

Nur mehr zweiklassig – wegen einem Schüler

In der Volksschule St. Roman wirkte sich eine geringe Veränderung der Schülerzahlen gravierend auf den Standort aus. (Foto: Gemeinde St. Roman)

Immer mehr Volksschulen im Bezirk sind zweiklassig. Vor allem St. Roman muss eine bittere Pille schlucken.

BEZIRK (ebd). Bisher gab es im Bezirk Schärding sechs zweiklassige Volksschulen (siehe Kasten). Mit dem Beginn des neuen Schuljahres sind es sieben. Denn neu hinzu kommt die Volksschule St. Roman mit heuer 45 Schülern – und das nur, weil für das Beibehalten der Dreiklassigkeit ein einziger Schüler fehlt. "Natürlich tut das sehr weh", sagt Bürgermeister Siegfried Berlinger zur BezirksRundschau. Für das Gemeindeoberhaupt liegt der Grund in den zurückliegenden beiden geburtenschwachen Jahren. Und daran, dass der Schulsprengel kleiner ist als die Gemeinde selbst, wodurch 20 Schüler aus der Gemeinde nach Münzkirchen und Vichtenstein auspendeln. In Gefahr sieht Berlinger die Schule aber nicht. "Es kommen jetzt wieder etwas stärkere Geburtengänge, vielleicht geht sich in Zukunft sogar wieder die Dreiklassigkeit aus."

Auch die Volksschule Vichtenstein bewegt sich laut Bezirksschulinspektor Karl Hauer im Grenzbereich. "Die Schule hat aktuell 43 Schüler. Für die Dreiklassigkeit bräuchte sie 46." Einen herben Rückgang verzeichnet St. Aegidi. War die Schule im Vorjahr noch mit 64 Schülern fünfklassig, sind es heuer mit 55 Schülern nur mehr drei Klassen. "Das liegt daran, dass die Verteilung auf die einzelnen Schulen ungünstig ist", so Hauer. Nachsatz: "Der Trend der Schulanfänger geht aber eindeutig nach unten. Als ich vor acht Jahren als Inspektor begonnen habe, fingen über 600 Schüler mit der Schule an. Heuer sind es knapp unter 500. Das sind mehr als 100 Schüler weniger in einem Jahrgang – und auf die vier Volksschuljahre verteilt 400."

Drohen Schließungen?
"Nimmt man den Zeitraum von acht Jahren, kann man durchaus von einem Sinkflug der Schülerzahlen sprechen." Kein Wunder, ist die Zahl der Schüler von fast 5500 (2006/07) auf heuer rund 4200 gesunken. Dennoch sieht auch Hauer keine der Schulen in unmittelbarer Gefahr. "Nach meiner Einschätzung ist mittelfristig keine Schule im Bezirk vom Zusperren bedroht, da jede von der Schülerzahl her gesehen in den nächsten Jahren eine gesicherte Zweiklassigkeit hat."

Positiv entwickelt sich hingegen die schulische Nachmittagsbetreuung, die laut Hauer "immer besser angenommen wird". War die Betreuung im Vorjahr von den Eltern an zwölf Standorten gewünscht (acht Volksschulen, vier Neue Mittelschulen), sind es heuer bereits 15 (10 Volksschule/5 Neue Mittelschulen).

Zur Sache

Zweiklassig: Altschwendt, Engelhartszell, Freinberg, Sigharting, St. Roman, Vichtenstein, Waldkirchen
Dreiklassig: Dorf/Pram, St. Aegidi, St. Willibald, Suben, Wernstein
Vierklassig: Diersbach, Eggerding, Enzenkirchen, Kopfing, Rainbach, Riedau, St. Marienkirchen
Fünfklassig: Esternberg, Zell/Pram
Sechsklassig: Brunnenthal
Siebenklassig: Raab, Schardenberg
Achtklassig: Münzkirchen, Schärding, St. Florian, Taufkirchen
Zwölfklassig: Andorf
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