14.06.2017, 07:53 Uhr

Rasenmähen zu Mittag – darf denn das sein?

Die Gemeindebürger können sich bei ihrer Wohngemeinde über etwaige Regelungen informieren.

Wann der Rasenmäher angeworfen werden darf, ist von Gemeinde zu Gemeinde unterschiedlich geregelt.

BEZIRK (bich). Lärmbelästigungen durch Rasenmähen, Heckenschneiden oder andere laute Gartenarbeiten sorgen immer wieder für Streit zwischen Nachbarn. Gar nicht so selten, endet die Kabbelei mit einem Anruf bei der Polizei. "Bezirksweit gehen bei uns immer wieder Anrufe von Anrainern ein", weiß Bezirkspolizeikommandant Matthias Osterkorn. Meist seien es nur "harmlose" Beschwerden. Verwaltungsrechtliche Sanktionen kämen eher selten vor, geschehen aber auch, wie der Bezirkspolizeichef sich erinnert: "Es hat vor Jahren im benachbarten Passau einen Fall gegeben, wo ein alkoholisierter Nachbar eine Schülerin aus dem Bezirk Schärding beim Rasenmähen mit einer Luftdruckpistole angeschossen hat, was mit einem Bluterguss im Rücken endete."

Verordnung regelt Zeit
Aber wann darf denn nun eigentlich gemäht werden? In manchen Orten gibt's eigene Verordnungen. Wie in Schärding und Münzkirchen. Diese werden in den Gemeinderäten beschlossen und setzen klare Richtlinien, wann das Rasenmähen oder andere geräuschvolle Tätigkeiten erlaubt sind. So dürfen die Münzkirchner und Schärdinger Montag bis Samstag von 7 bis 20 Uhr ihre Grünflächen schneiden. Vor- und nachher sowie an Sonn- und Feiertagen ist's verboten und Übertretungen können polizeilich geahndet werden.
In andere Gemeinden wie Kopfing, Raab oder Taufkirchen gibt es keine rechtlichen Regelungen, sondern bloße Empfehlungen – ohne rechtliche Wirkung. Es wird ersucht, Ruhezeiten einzuhalten. In Taufkirchen etwa von 20 bis 7 Uhr früh und an Sonn- und Feiertagen. In Raab ist schon ab Samstag Mittag Schluss mit lästigem Rasenmäherlärm.
Doch auch in Gemeinden, die keine Regelung erlassen haben, darf nicht zu jeder Tages- und Nachtzeit der Rasen gemäht werden. Landesgesetze wie die oö. Gemeindeverordnung oder das oö. Polizeistrafgesetz enthalten Bestimmungen, die etwa das Verursachen von störendem Lärm verbieten.

Polizei als letzte Instanz
"Wer ungebührlicherweise störenden Lärm erregt, kann bestraft werden – egal zu welcher Urzeit", klärt Osterkorn auf. Muss die Polizei tatsächlich ausrücken, versuchen die Uniformierten in erster Linie an die Vernunft des Verursachers zu appellieren. Damit es aber erst gar nicht zu einem Polizeieinsatz kommt, am besten das Gespräch mit dem Nachbarn suchen, rät der Bezirkspolizeikommandant – und dabei eine tragbare Lösung für alle Beteiligten anstreben. Um Konflikte überhaupt zu vermeiden, einfach die Normen des Umgangs miteinander beachten, meint Osterkorn, denn: "Das Rufen der Polizei sollte nur der allerletzte Ausweg sein."
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