05.07.2017, 18:00 Uhr

"Wünsche mir, dass uns noch mehr Leute kennen"

Hilfswerk Schärding feiert 10-Jahres-Jubiläum. Mitarbeiter und Angebot haben sich seit 2007 vervielfacht.

SCHÄRDING. Dennoch sieht Standortleiterin Ulrike Furtmüller noch viel Potential nach oben. Wer ihre Hilfssheriffs sind und welche Ideen sie für die nächsten zehn Jahre hat, erzählt sie im Interview.

Zehn Jahre Hilfswerk Schärding. Ihr Resümee?
Ulrike Furtmüller: Ein Wahnsinn, was wir in der kurzen Zeit geschafft haben. Begonnen habe ich 2007 mit nur einer Mitarbeiterin. Heute sind es 62. Wir sind zu einem mittelständischen Unternehmen geworden, haben unsere Nische gefunden.

Wie sah das Angebot 2007?
Begonnen haben wir mit dem Haus- und Heimservice, der Mobilen Therapie und der Mobilen Frühförderung.

Und heute?
Heute bieten wir viel im Kinderbereich an, etwa die Mobile Frühförderung oder die Lernbegleitung, da betreuen wir im Bezirk Schärding über 50 Kinder. Außerdem gibt's die Schülerbetreuung in den Ganztagsschulen und die Krabbelstube in Riedau. Im Erwachsenenbereich stellen wir Arbeitsbegleitung und Case-Management, hierbei versuchen wir Mindestsicherungsbezieher wieder in den Arbeitsmarkt zu integrieren. Dann die Mobile Physio- und Ergotherapie, die 24-Stunden-Betreuung - da haben wir im Bezirk Schärding viele Fälle. Und natürlich unser ureigenstes Angebot, das Haus- und Heimservice.

Sie leiten ja neben Schärding auch den Standort Eferding, und übernehmen bald auch noch Grieskirchen. Gibt's da Unterschiede?
Klar gibt's die. Schon alleine vom Angebot her sind die völlig verschieden. Aber auch was die Leute betrifft. In Schärding sind die Menschen bodenständiger. Was mir hier besonders taugt, ist dass hier noch die Handschlagqualität zählt. Je mehr Stadtnähe du hast, desto mehr Formulare braucht's.

Was sind in Schärding die Steckenpferde?
Der Kinder- und Jugendbereich ist hier groß. Da haben wir viele Angebote, vor allem im Kinderbereich.

Wie entwickelt sich so was? Durch Nachfrage?
Ja. Und als wir vor zehn Jahren in Schärding begonnen haben, war das Angebot in dem Sektor einfach auch nicht groß.

Welche Angebote werden besonders gut angenommen oder nachgefragt?
Kann ich gar nicht sagen. Eigentlich quer durch. Das ist auch ein bisschen jahreszeitabhängig. Generell sind aber alle Bereiche, die wir anbieten, gut ausgelastet.

Gibt's Neues oder Ideen dafür?
Wir haben geplant, den Jugendbereich mehr anzugehen. Hier wollen wir auch mehr Angebote für die Gemeinden schaffen, um Jugendliche stärker zu integrieren – auch in Vereine. Da ist noch viel Potential.

Haben Sie ein Leitmotto?
Geht ned, gibt's ned. Und wo wir helfen können, machen wir das. Mir ist dabei aber wichtig, nicht in die Selbstständigkeit der Menschen einzugreifen. Wir wollen in erster Linie unterstützen.

Gibt's ein Fest zum Jubiläum?
Selbstverständlich. Wir gehen am 28. Juni in den Ochsenhof – wie es sich gehört mit Gulasch und Bier. Das gehört schon dazu.

Was waren Ihre schönsten Momente in den zehn Jahren?
Keine speziellen. Mir ist wichtig, dass ich den Leuten helfen und dass ich so vielen einen Arbeitsplatz geben kann. Schließlich haben wir mittlerweile 62 Mitarbeiter, die im Schnitt zwischen 15 und 30 Stunden die Woche bei uns arbeiten. Das sind meine Hilfssheriffs. Und die sind alle aus dem Bezirk Schärding – da bin ich besonders stolz drauf.

Wo sehen Sie das Hilfswerk Schärding in zehn Jahren?
Die Entwicklung soll gut so weitergehen. Da lässt sich noch einiges ausbauen.

Was zum Beispiel?
Etwa bei Therapien. Wir hätten für Schärding gerne eine Logopädin. Wie schon angesprochen im Jugendbereich. Aber auch bei der Kinderbetreuung ist noch längst nicht alles perfekt. Da müssen wir die nächsten Jahre ansetzen.

Hätten Sie einen Wunsch frei, was würden Sie sich fürs Hilfswerk wünschen?
Dass uns noch mehr Leute kennen. Ich erlebe häufig, dass Menschen zu mir kommen und sagen: Ach, hätte ich doch schon viel früher gewusst, dass ihr das anbietet oder dass es euch gibt! Unseren Bekanntheitsgrad, den müssen wir ausbauen. Dass die Leute wissen, wo sie anrufen müssen.

Kontakt

Das Büro des Hilfswerk Schärding befindet sich in der Linzerstraße 22, 4780 Schärding. Tel. 07712/3567 4, Mail: schaerding@ooe.hilfswerk.at. Auf der Homepage www.hilfswerk.at finden Sie Informationen über die Angebote der jeweiligen Standorte und die zuständigen Ansprechpersonen.
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