13.09.2017, 18:30 Uhr

Umfragen sind wie Parfum – man soll daran riechen, aber nicht trinken

August Wöginger (l.) ist seit Jahren mit Sebastian Kurz freundschaftlich verbunden. (Foto: ÖVP)

August Wöginger ist Innviertler ÖVP-Spitzenkandidat. Der Sprung in den Nationalrat ist aber keine "gmahte Wiesn".

BEZIRK. Der Sighartinger spricht im Interview über ein klares Ziel, Ministerposten und welche Asylwerber er sofort abschieben würde.

Sie sind Innvierter Spitzenkandidat. Was erwartest Sie sich von der Wahl?
Dass wir mit Sebastian Kurz und der neuen ÖVP als klare Nummer 1 durchs Ziel gehen.

Ihr Einzug in den Nationalrat dürfte ja reine „Formsache“ sein – oder sehen Sie das anders?
Das ist bei dieser Wahl mit dem Vorzugsstimmenmodell anders. Jeder fängt bei null an. Das Parlament wird neu gewählt und auch ich muss mich den Wählern stellen. Durch das Vorzugsstimmensystem gibt es keinen Fixplatz. Daher werbe ich um jede Stimme im Innviertel. Wer will, dass ich den Wahlkreis Innviertel im Parlament vertrete, muss mich auch ankreuzen.

Bei Wahlen wird den Bürgern ja immer viel versprochen. Hand aufs Herz: Welche großen Herausforderungen warten im Innviertel – und im Bezirk Schärding?
Ich verspreche nichts, was ich nicht auch halten kann. Aber wir haben einige Herausforderungen bei der Entwicklung des ländlichen Raumes zu bewältigen wie die Versorgung mit Fachärzten zum Beispiel muss ein dritter Augenarzt in den Bezirk kommen, weil die Wartezeiten eindeutig zu lang sind. Die Polizei muss mit mehr Personal und entsprechenden Gesetzen ausgestattet sein. Standortnachteilen wie etwa ein schlechter Breitbandausbau müssen wir entgegen treten, um Arbeitsplätze zu sichern. Bei den Mindestlöhnen müssen wir rauf und bei der Mindestsicherung runter – Leistung muss sich lohnen! Und als letzte aber nicht minder wichtige Forderung gilt es, die illegale Zuwanderung zu bekämpfen und straffällige Asylwerber abzuschieben.

Apropos Bezirk Schärding: Der jüngste Sturm hat ja zahlreiche Waldstücke verwüstet. Die Bauern erhalten keine finanzielle Unterstützung oder andere Hilfe – ist das gerecht? Was muss sich da ändern?
Im konkreten Fall der jüngsten Sturmschäden haben Landeshauptmann Thomas Stelzer und Agrarlandesrat Max Hiegelsberger kürzlich vereinbart, dass die Beihilfen 1.500 Euro pro Hektar Schadfläche bei erschwerten Bedingungen und 2.000 Euro pro Hektar Schadfläche bei besonders erschwerten Bedingungen betragen werden. Im Grundsätzlichen müssen wir aber den Katastrophenfonds adaptieren, dass derartige Schadensfälle in Zukunft eindeutig geregelt und abgedeckt sind.

Es wird gemunkelt, dass Sie nach der Wahl einen Ministerposten bekommen könnten. Es ist sogar die Rede davon, dass Sie Obmann des ÖVP Parlamentsclubs werden – was sagen Sie dazu?
Jetzt steht erst einmal die Wahl an und ich muss wieder gewählt werden. Richtig ist, dass ich ein sehr gutes und freundschaftliches Verhältnis zu Sebastian Kurz habe und alles andere wird nach der Wahl entschieden und ist reine Spekulation.

Sollten Sie einen Ministerposten bekommen. Würden Sie dann Bezirksparteiobmann bleiben?
Selbstverständlich. Der eigene Bezirk, das engste politische Umfeld in der Heimat ist die Basis eines jeden Politiker und solange ich politisch tätig bin, habe ich nicht vor, den Obmann abzugeben.

Wird Sebastian Kurz und die ÖVP die Wahl gewinnen und wenn ja, mit welchem Ergebnis?
Gewinnen können wir nur mit unseren engagierten Funktionären. Wir haben eine sehr breite und motivierte Basis und für deren Engagement bin ich sehr dankbar. Ich bin viel unterwegs und die Stimmung ist sehr gut. Daher hoffe ich, dass wir klare Verhältnisse haben und wir Erster werden.

Die aktuellen Umfragen sprechen eine deutliche Sprache. Was soll da eigentlich noch schief gehen?
Umfragen sind wie Parfum: man soll daran riechen, aber nicht trinken. Jetzt geht es darum, dass wir diese Stimmung auch in Stimmen umwandeln können.
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