17.11.2017, 15:21 Uhr

15 junge Asylwerber machen im Bezirk Schärding eine Lehre

Bäckermeisterin Valentina Schachinger (rechts) mit Mohammad Houssain Atai, der in ihrem elterlichen Betrieb eine Bäckerlehre macht.

Die heimische Wirtschaft kämpft mit einem Lehrlingsmangel – der Arbeitskreis "Asyl" versucht, hier einzuhaken.

BEZIRK SCHÄRDING (ska). 15 Asylwerber zwischen 17 und 25 Jahren konnten bereits erfolgreich an Betriebe im Bezirk Schärding vermittelt werden.

Einer davon ist Mohammad Houssain Atai: Der 22-Jährige aus Afghanistan hat heuer am 15. Oktober eine Lehre zum Bäcker bei der Bäckerei Schachinger in Suben begonnen. Die BezirksRundschau hat ihn auf der Lehrlingsmesse in Schärding am 10. November getroffen. "Die Lehre gefälllt mir sehr gut", erzählt der 22-Jährige, der in seiner Heimat als Hilfsarbeiter tätig war. "Es fällt mir leicht, alles zu lernen." Bäckermeisterin Valentina Schachinger bestätigt das: "Unser neuer Lehrling ist handwerklich sehr geschickt." Als Bäckerei sei es zur Zeit schwer, Nachwuchs zu finden. "Aber wir möchten gerne jedes Jahr einen Lehrling aufnehmen. Mohammad hat sich bei uns beworben und wir wollten ihm gerne eine Chance geben", sagt die Bäckermeisterin.

Die 14 weiteren jungen Asylwerber – ausschließlich junge Männer – sind als Bekleidungsfertiger, Gartengestalter, Tischler, Speditionskaufmann, Betriebslogistikkaufmann sowie Lackiertechniker tätig. Auch in der Gastronomie haben einige von ihnen als Gastronomiefachmann oder Koch einen Platz gefunden. Die Firmen Leitz in Riedau und Schwarzmüller in Freinberg haben bereits Lehrlinge aufgenommen. Genauso die Firma Reindl in St. Willibald. Die beiden jungen Afghanen, die bei Reindl eine Lehre zum Bekleidungstechniker begonnen haben, kämpfen zur Zeit gegen die Abschiebung. Mehr dazu hier.

"Der Arbeitskreis 'Asyl' in der Bezirkshauptmannschaft Schärding versucht, Netzwerke aufzubauen, um den Einstieg von Asylwerbern und Asylberechtigten in die Arbeitswelt zu erleichtern", erklärt Friedrich Burgstaller von der BH. Mitglied im Arbeitskreis sind neben der BH, das Arbeitsmarktservice, die Wirtschaftskammer, die Volkshilfe und die Caritas.

Insgesamt machen aktuell in Oberösterreich 264 junge Asylwerber – darunter 13 Mädchen – eine Lehre in Magelberufen. Österreichweit sind es 685.
"Obwohl Oberösterreich hier schon sehr gut arbeitet, ist immer noch ein großes Potential offen", beschreibt Landesrat Rudi Anschober. 816 weitere Lehrlings-Mangelstellen in Oberösterreich seien als frei und sofort verfügbar beim AMS gemeldet. Mit jenen schon vorgemeldeten Lehrstellen, die erst später besetzt werden können, sind es 1160 offene Stellen. Die Branchen: Gastronomie, Lebensmittel-Einzelhandel, Metall- und Elektrotechnik und Friseur.

Wann dürfen Asylwerber arbeiten?

Folgende Arbeits- und Beschäftigungsmöglichkeiten sind für Asylwerbende erlaubt: Lehre für Jugendliche bis zum vollendeten 25. Lebensjahr, Hilfstätigkeiten im Asylquartier, Saisonarbeit, selbstständige Tätigkeit, gemeinnützige Tätigkeit, Volontariate sowie Ferial- und Berufspraktika und mithilfe des Dienstleistungschecks, der in Oberösterreichs bereits von hundert Personen pro Monat genutzt wird.
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