24.10.2017, 09:43 Uhr

30 Jahre Frauscher: Von der Erfindung zum Technologie-Giganten

Firmengründer Josef Frauscher (Mitte) mit CEO Michael Thiel (re.) und Marketing Director Christian Pucher. (Foto: Christoph Glas)

Das St. Marienkirchner Unternehmen für Bahnsensortechnik blickt zurück auf 30 Jahre und spricht gleichzeitig von einer kommenden "Revolution".

ST. MARIENKIRCHEN. Vom innovativen Start-Up in den 80ern zum globalen Technologieführer mit über 350 Mitarbeitern: Als Josef Frauscher den ersten induktiven Radsensor zur Erfassung von Eisenbahnzugrädern erfunden und anschließend 1987 ein eigenes Unternehmen gründete, legte er den Grundstein für ein wirtschaftliche Erfolgsstory.

Das Jubiläumsjahr 2017 bietet Anlass, das bisher Erreichte gemeinsam zu feiern. Deshalb lud Frauscher am Freitag, 20. Oktober zum 30-Jahr-Jubiläumsfest am Firmenstandort in St. Marienkirchen. Die Philosophie, die bis heute Wegbereiter für den globalen Erfolg des Unternehmens ist, kann Firmengründer Josef Frauscher knapp umreißen: "Dem Kunden bestmöglichen Nutzen bieten, es ihm so einfach wie möglich machen und Bestehendes immer wieder hinterfragen."

Und genau das hat Josef Frauscher in den frühen 80er Jahren vor dem Start in die Selbstständigkeit beherzigt: Als Entwickler, Verkäufer und Monteur in einer Person hat er den Radsensor RSR180 geschaffen, der seiner Meinung nach, den Betrieb von Bahnanlagen optimieren würde. Dass er sich bei einem Testaufbau bei der Voest Alpine in Linz gegen einen 200 Mitarbeiter starken Konkurrenten durchsetzen konnte, gab ihm recht.

Michael Thiel, CEO der Frauscher Sensortechnik, bestätigt, dass diese Haltung das Unternehmen bis heute prägt: "Innovationskraft, Technikbegeisterung und eine besondere Kundennähe – wenn wir Produkte weiterentwickeln, dann geschieht das im Wesentlichen immer noch auf Basis dieser Säulen." Als Unternehmen mit mittlerweile elf Standorten auf der ganzen Welt stehe Frauscher dabei heuter aber einer ungleich größeren Fülle an Anforderungen und auch Möglichkeiten gegenüber. Im 2016 eröffneten "Frauscher Innovation Centre" in St. Marienkirchen sollen die Inputs aus der ganzen Welt gesammelt und verwertet werden.


"DAS": Frauscher-Mitarbeiter tüfteln an Revolution in der Bahnindustrie

2016 war außerdem das Jahr, in dem Frauscher sein Portfolio um einen kompletten Technologiezweig erweiterte. Neben Achszählern, Raddetektionssystemen und Radsensoren, die auf dem Prinzip der Induktivität basieren, bietet das Unternehmen nun auch Glasfaseroptik-Lösungen an – Distributed Acoustic Sensing, kurz DAS. Heißt? "Indem Laserimpulse durch ein Glasfaserkabel gesendet werden, wird das Kabel in einen Sensor verwandelt", erklärt Thiel. Dieser sei in der Lage, Schallwellen zu erkennen. Das wiederum mache möglich, anzuzeigen, wo auf einer Strecke ein Zug gerade mit welcher Geschwindigkeit unterwegs ist. "Die Adaptierung dieses Ansatzes für die Bahnindustrie steht jedoch noch am Anfang und wir begeben wir uns dabei selbst zum Teil auf neues Terrain", sagt Thiel und nennt etwa Big Data, User Interfaces und Deep Learning. "Wir sind aber überzeugt, die Möglichkeiten zur Zugverfolgung sowie zur Überwachung von Infrastruktur und Personen am Gleis revolutionieren zu können."
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