02.11.2017, 16:37 Uhr

Maurerlehre: Ein Handwerk mit Grips

Beim Bauunternehmen Waizenauer in Taufkirchen absolvieren die Auszubildenden eine Doppellehre zum Maurer-Schalungsbauer. Diese dauert vier Jahre. (Foto: Waizenauer)

Das Bauunternehmen Waizenauer hat seit 1960 rund 170 Lehrlinge ausgebildet. Chefin Doris Vitale weiß genau, was Maurerlehrlinge in spe mitbringen sollten und wie sie es weit schaffen.

TAUFKIRCHEN (ska). "In erster Linie sind Motivation und Freude an der Arbeit die wichtigsten Kriterien für mich, wenn ich Lehrlinge einstelle", sagt Doris Vitale, Geschäftsführerin der Baufirma Waizenauer in Taufkirchen an der Pram. "Die Jugendlichen sollten Interesse zeigen und gerne mit anderen Menschen arbeiten."

Zur Zeit bildet Waizenauer zehn Lehrlinge aus. Sie absolvieren eine Doppellehre zum Maurer-Schalungsbauer, die vier Jahre dauert. Die Maurerlehre allein dauert drei Jahre. Für Fachkräfte am Bau sind die Aufstiegschancen enorm, wie Vitale berichtet. "Von der Lehre als Maurer bis zum Baumeister kann man sich hinaufarbeiten", sagt sie. So gibt es etwa die Möglichkeit, die Ausbildung zum Bauhandwerker zu absolvieren oder die Polierschule zu besuchen. Ebenso gibt es für Techniker eine Ausbildung zum Bauleiter. Diese befähigt sie, eine Baustelle zu leiten. Außerdem gibt es laut Vitale Weiterbildungsmöglichkeiten etwa zum Tiefbauer, Technischen Zeichner, Baukaufmann, Fertigteilbauer oder zur Kaufmännischen Fachkraft.

Dass die Arbeit am Bau eine Tätigkeit ist, die Muskelkraft erfordert, hat sich bis heute nicht verändert. "Obwohl es bereits viele maschinellen Hilfen gibt, die sogar Hilfsarbeiter ersetzen, muss man sich immer vor Augen halten, dass es sich bei dem Beruf um ein Handwerk handelt", sagt die Waizenauer-Chefin. Ein gesunder und bewegungsfreudiger Körper sei deshalb Voraussetzung für eine Arbeit am Bau. Damit die Mitarbeiter auch gesund bleiben, bietet etwa Waizenauer präventiv Schulungen im "gesunden" Heben und Tragen an.

Und wie sieht's es eigentlich mit Frauen am Bau aus? "Wir bilden keine Mädchen in diesm Beruf aus", sagt Vitale dazu. "Leider ist der Beruf sehr männerdominierend und wird es auch bleiben", ist sie überzeugt. Grund sei die körperliche Beschaffenheit von Mann und Frau. Ausnahme sind Praktikantinnen von der HTL, die bei Waizenauer in den Ferien "Bau-Luft" schnuppern. "Diese sind sehr gerne gesehen, werden aber von den Kollegen enorm geschont", weiß die Geschäftsführerin.
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