Mein Tag als "Lawinenopfer"
Am Fuße des Ötschers im Schneeloch begraben, von der Bergrettung Lackenhof befreit – mit VIDEO!

Mein Tag als "Lawinenopfer": Redakteur Roland Mayr wirft einen letzten Blick aus dem Schneeloch am Fuße des Ötschers.
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  • Mein Tag als "Lawinenopfer": Redakteur Roland Mayr wirft einen letzten Blick aus dem Schneeloch am Fuße des Ötschers.
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Roland Mayr wurde von der Bergrettung im Zuge einer Übung als "Lawinenopfer" am Ötscher vergraben. Sehen Sie hier auch das Video seiner Befreiung!

LACKENHOF. Schaufel um Schaufel legt sich der Schnee auf das kleine Einstiegsloch der Schneehöhle in Lackenhof, bis der letzte Aushub es verschließt. Die Sonne ist weg. Was bleibt ist Dunkelheit – und der Gedanke, nun wie ein Lawinenopfer unter Schneemassen gefangen zu sein.
Leichte Nervosität macht sich breit. Doch ich bin nicht alleine: Bergretter Andreas Aigner ist in dem engen Schneeloch an meiner Seite. Denn bei solchen Lawinen-Suchübungen gelten strenge Vorschriften, was die Breite der vorgefertigten Höhle betrifft. Es geht hier nämlich nicht primär um meinen "Nervenkitzel" als Lawinenopfer verschüttet zu sein, sondern um das Training der Bergretter – und speziell ihrer Hunde, wie mir der Ortsstellenleiter der Bergrettung Lackenhof erklärt. Für die Hunde ist es wiederum ein Spiel – egal ob bei der Übung oder im Ernstfall. Und das muss es auch sein, erklären mir die Hundeführer Ernst Kölch aus Lackenhof und Dominik Paumann aus Göstling: "Die Hunde wissen gar nicht, dass sie gerade ein Menschenleben retten, weshalb sie mit Leckerlis danach belohnt werden müssen. So prägen sich die Tiere den Übungsablauf ein." Apropos einprägen: Die Minuten, die ich als Verschütteter erleben durfte, brennen sich ins Gedächtnis. Da helfen auch die Sprüche meines Begleiters wie "eigentlich eh ganz gemütlich hier, jetzt fehlt nur noch der Fernseher" nicht wirklich. Als sich eine Hundeschnauze durch den Schnee kämpft, atme ich hörbar auf. Und noch selten hat sich ein Sonnenstrahl so gut angefühlt wie dieser.

Bezirksblätter TV: Reportage von der Bergrettungsübung am Ötscher

Im Ernstfall: ruhig bleiben

Jetzt kann ich auf jeden Fall nachvollziehen, wie sich ein Lawinenopfer fühlen muss, das wirklich verschüttet wird. Hier gilt laut der Bergrettung, dass man unbedingt Ruhe bewahren muss und versuchen sollte, seinen Kreislauf bzw. die eigenen körperlichen Reserven zu schonen und auf die nahende Rettung zu warten. Die ersten 18 Minuten sind bei solchen Unfällen entscheidend. Tourengeher sollten auf jeden Fall Ortungsgeräte mitnehmen, um den Rettern im Fall des Falles das Auffinden zu erleichtern. Denn jede Minute zählt.

Weitere Infos zur Bergrettung Lackenhof gibt's hier und auf Facebook.

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