Wasser in Niederösterreich
Der Bezirk Scheibbs zeigt sich regenreich

Alexander Orlik ist als Klimatologe bei der ZAMG tätig.
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  • Alexander Orlik ist als Klimatologe bei der ZAMG tätig.
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Wie hat sich der Niederschlag in Österreich und vor allem im Bezirk Scheibbs nun tatsächlich verändert?

BEZIRK SCHEIBBS. Es wird oft allgemein dargestellt, dass die Erhöhung der Lufttemperatur auch zu einer Zunahme des Niederschlags führt. Wärmere Luft kann mehr Wasserdampf als kältere Luft aufnehmen. Kann ein Kubikmeter Luft bei 0 Grad maximal nicht einmal fünf Gramm Wasserdampf halten, sind es bei 30 Grad bereits rund 30 Gramm – der Wasserkreislauf wird angekurbelt. Wohin jedoch die Wassermassen transportiert werden, ist nicht ganz klar. Die im Bezirk niedergehenden Regenmengen gestalten sich regional sehr unterschiedlich.
In Scheibbs gibt es drei Wetterstationen der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG): in Wieselburg, Lunz am See und Oberndorf an der Melk. Die älteste Messstation besteht seit dem Jahr 1977 in Oberndorf.

Hitze steigt extrem

Die jährlichen Niederschlagsmengen in Oberndorf an der Melk haben sich in den letzten 20 Jahren leicht erhöht. Die Höchstwerte seit 1978 wurden 2002 und 2016 mit etwas über 1.200 Millimeter pro Jahr erreicht. Im Zeitraum von 1. Juni bis 31. August regnet es durchschnittlich rund 320 Millimeter. Die Sommerniederschläge haben sich kaum geändert.
Für Lunz am See stehen ältere, nicht von der ZAMG erhobene Zahlen zur Verfügung. Am wenigsten regnete es dort im Jahr 1971 mit 1.167 Millimetern jährlichem Niederschlag. Den stärksten Niederschlag gab es dort 2009 mit 2.306 Millimeter. in den Alpen zeigt es sich regenreicher, aber auch dort sind keine richtigen Trends zu erkennen.
"Die Niederschläge im Bezirk Scheibbs haben sich ganz leicht erhöht, aber es gibt keine Trends. Das Problem sind nicht die Niederschläge, sondern die steigenden Temperaturen. Das Wasser steht den Pflanzen kürzer zur Verfügung, da es wieder schneller verdunstet", meint Klimatologe Alexander Orlik von der ZAMG.

35 Grad sind normal

Waren Temperaturen um die 35 Grad früher eine Seltenheit, sind sie heute völlig normal. Der zu Ende gehende Juni wird der wärmste der Messgeschichte, dabei steht der Hochsommer erst an. "Die extrem heißen Tage, also Tage über 35 Grad, treten vermehrt auf. Die Monate Juli und August sind in Niederösterreich um rund 2,1 Grad wärmer geworden als der langjährige Schnitt", so "Wetter-Frosch" Alexander Orlik.
Damit folgt der Bezirk Scheibbs dem schwachen Trend, wonach sich in Niederösterreich die Niederschläge leicht erhöhen, während die Regenmengen im Südosten Österreichs stetig abnehmen.

Alexander Orlik ist als Klimatologe bei der ZAMG tätig.
Viel Niederschlag im Bezirk: Die Regenmenge bei der Messstation in Oberndorf hat sich in den letzten Jahren leicht erhöht. Die Unterschiede zwischen den einzelnen Jahren werden allerdings größer.

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