Naturpark Ötscher-Tormäuer
Der Ötscher als Forschungsobjekt

Wissenschaftliches Arbeiten im Naturpark Ötscher-Tormäuer: Die Forscher erkundeten den Gipfel auf 1.893 Metern Seehöhe.
2Bilder
  • Wissenschaftliches Arbeiten im Naturpark Ötscher-Tormäuer: Die Forscher erkundeten den Gipfel auf 1.893 Metern Seehöhe.
  • Foto: Naturpark Ötscher-Tormäuer
  • hochgeladen von Roland Mayr

Naturpark und Forschungspartner entwickeln Alpines Forschungszentrum für Klimawandel und Biodiversität in der Ötscher-Region.   

REGION. Der Naturpark Ötscher-Tormäuer startet gemeinsam mit der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) sowie der Donau-Universität Krems ein richtungsweisendes Projekt zur Erforschung von Klimawandelfolgen und Biodiversität.

Bei einer ersten Klausur in Gaming wurden mögliche Unterstützer und Umsetzungspartner definiert sowie erste Planungsschritte festgelegt. 

Vision für die Zukunft der Region

Im Zuge der Erstellung des Naturparkkonzeptes von 2017 bis 2019 wurde in einem intensiven Bürgerbeteiligungsprozess eine Vision für die Zukunft der Region gesponnen, um eine zielgerichtete, nachhaltige Regionalentwicklung anzustreben.

Als eines der Leitprojekte aus diesem Prozess wurde die Idee zu einem Alpinen Forschungszentrum zu Klimawandel und Biodiversität in der Ötscher-Region entwickelt.

Derzeit ist dafür eine Machbarkeitsstudie in Arbeit, die durch ein Förderprojekt des Bundesministeriums für Klimaschutz, Umwelt, Energie, Mobilität, Innovation und Technologie unterstützt wird.

Hochwasser als Weckruf

Jüngste Hochwasserereignisse als Weckruf für intensivere transdisziplinäre Zusammenarbeit
Die Hochwasserereignisse des Juli 2021 in Deutschland, Tschechien und Österreich sind, so sind sich die Forschungspartner einig, ein Weckruf, die transdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen Klima- und Biodiversitätsforschung, Naturschutz, Raum- und Landschaftsplanung, regionaler Verwaltung, Zivilschutzorganisationen zu verstärken.

"Dramatische Bilder wie jene, die uns zuletzt aus Tschechien, Deutschland und Österreich erreichten, zeigen, wie wichtig es ist, dass Gefahrenpotenziale rechtzeitig erkannt und disziplinübergreifend bearbeitet werden", sagt Andreas Schafhauser, Leiter der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG).

Klimaforschung im Ötschergebiet

Dem Ötscher, einem der markantesten Berge Niederösterreichs, kommt über seine Randlage in den östlichen Ausläufern der Alpen eine besondere Stellung im Übergangsbereich von mehreren Klimatypen zu.

Dies prädestiniert den Berg als Forschungsraum für wissenschaftliche, transdisziplinäre Fragestellungen zu Klimaänderungen und ihrer Auswirkungen auf die biologische Vielfalt, die Land- und Forstwirtschaft sowie die soziokulturellen Entwicklungen der Region.

Experten der ZAMG bestätigen dies und schreiben Messungen am Ötscher eine gute Ergänzung zum bestehenden Messnetz zu. Dadurch kann es zu einer grundlegenden Verbesserung der Wetter- und Klimaforschung in Ostösterreichs kommen. 

An historische Daten anschließen

Forschungspartner von heute wollen an historische Daten aus dem Ötscher-Raum anschließen  
Mit der Erstbesteigung des Ötscher durch Charles de l'Écluse, genannt Clusius, im Jahr 1574 wurden auch erste botanische Aufzeichnungen gemacht, welche nun Rückschlusse auf die Änderungen in den letzten 450 Jahren zulassen.  


Austausch mit bestehenden Forschungseinrichtungen

Ein Forschungszentrum zu Klimawandel und Biodiversität am Ötscher erlaubt, sich mit diesen und vielen weiteren Fragestellung wissenschaftlich auseinanderzusetzen. Dies soll in Ergänzung zu und engem Austausch mit den bestehenden Forschungseinrichtungen, dem Wildnisgebiet Dürrenstein und dem Wassercluster in Lunz, geschehen.

Der "Vaterberg" Ötscher soll zum Forschungsobjekt werden.
  • Der "Vaterberg" Ötscher soll zum Forschungsobjekt werden.
  • Foto: weinfranz.at
  • hochgeladen von Roland Mayr

Machbarkeitsstudie für das Zentrum

  
In den nächsten Monaten wird sich der Naturpark gemeinsam mit seinen bisherigen Partnern, der Zentralanstalt von Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) sowie der Donau-Universität Krems (DUK) mit der Machbarkeitsstudie zum Alpinen Forschungszentrum zu Klimawandel und Biodiversität auseinandersetzen.

Die Studie soll zeigen, wie ein solches Zentrum am Ötscher und in Lackenhof etabliert werden kann, welche Szenarien Sinn machen und welche Umsetzungsschritte und Ressourcen dafür notwendig sind. Es soll herausgearbeitet werden, welche Beiträge ein Forschungszentrum zur Umsetzung des Alpinen Klimazielsystems 2050 und des Klimaaktionsplans 2.0 der Alpenkonvention in Richtung klimaneutrale und klimaresiliente Alpen bis zum Jahr 2050 leisten kann. Weiters soll untersucht werden, wie der Beitrag des Zentrums für zukunftsorientierte Entwicklungen im ländlichen Raum aussehen kann.

Klimafreundlicher Tourismus

Renate Rakwetz, Bürgermeisterin der Gemeinde Gaming und Obfrau im Verein Naturpark Ötscher-Tormäuer, setzt große Erwartungen in das Projekt: "Mit einem Forschungszentrum zu Klimawandel und Biodiversität könnte die Region eine Vorreiterrolle in der Erforschung der mannigfaltigen Auswirkungen des Klimawandels übernehmen und auch international zu einem Vorbild für klimafreundlichen Tourismus sowie einer gelungenen Regionalentwicklung werden. Der Wissenstransfer zwischen den Forschern, Bürgern, lokalen Wirtschaftstreibenden, Landwirten, Grundstückseigentümern und Zivilschutzverantwortlichen wird dabei ein wesentliches Anliegen sein. Deshalb unterstütze ich dieses Vorhaben gerne."
 

Resilienzforschung vor der Haustür

Seitens der Donau-Universität Krems, aus der sich eine Forschungsgruppe des Departments für Wissens- und Kommunikationsmanagement um Dekan Universitätsprofessor Gerald Steiner beteiligt, wird es begrüßt, transdisziplinäre Forschung und Resilienzforschung direkt "vor der Haustür", im eigenen Bundesland, betreiben zu können.

"Wir sind schon jetzt im Österreichischen Biodiversitätsrat mit namhaften Experten unterschiedlicher Wissenschaftsdisziplinen vernetzt. Wenn wir am Ötscher durch vielfältige Forschung gemeinsam mit anderen zeigen können, dass der Klimawandel nicht nur Bedrohungsszenarien aufwirft, sondern auch Chancen für regionale Entwicklung und Biodiversitätsschutz bietet, passt das bestens zu unserem Anspruch, Wissen hinaus in die Praxis zu tragen und spannende aktuelle Fragestellungen zu bearbeiten", so Gerald Steiner.

Weitere Infos auf Wissenschaftliches Arbeiten im Naturpark Ötscher-Tormäuer: Die Forscher erkundeten den Gipfel auf 1.893 Metern Seehöhe.
.

Wissenschaftliches Arbeiten im Naturpark Ötscher-Tormäuer: Die Forscher erkundeten den Gipfel auf 1.893 Metern Seehöhe.
Der "Vaterberg" Ötscher soll zum Forschungsobjekt werden.

Kommentare

?

Du möchtest kommentieren?

Du möchtest zur Diskussion beitragen? Melde Dich an, um Kommentare zu verfassen.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

Du möchtest selbst beitragen?

Melde dich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Foto des Tages einbetten

Abbrechen

Veranstaltung oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen