Neues vom Landesgericht
Freispruch für Familienvater aus dem Bezirk Scheibbs

Staatsanwalt Thomas Korntheuer gab zu dem Freispruch bisher keine Erklärung ab.
2Bilder
  • Staatsanwalt Thomas Korntheuer gab zu dem Freispruch bisher keine Erklärung ab.
  • Foto: Ilse Probst
  • hochgeladen von Roland Mayr

Freispruch für Schwiegersohn in St. Pölten – Richter: "Traue ihm so einen Betrug nicht zu"

BEZIRK SCHEIBBS/ST. PÖLTEN. Sichtlich erleichtert verließ ein 38-jähriger Familienvater aus dem Bezirk Scheibbs nach seinem Freispruch vor Kurzem das Landesgericht in St. Pölten.

Schwiegersohn als "Betrüger"

Sein Schwiegervater brachte ihn wegen des Vorwurfs des schweren Betrugs vor Gericht und forderte als Opfer insgesamt 217.000 Euro zurück, die er seiner Tochter und deren Ehemann nicht geschenkt, sondern nur geliehen habe.

Ex-Polizist verprasste sein Geld

Nach mehr als 30 Jahren erschien der ehemalige Polizeibeamte 2013 wieder im Leben seiner Tochter, wobei er in deren Großfamilie den Eindruck erweckte, Euro-Millionär zu sein. Er beteiligte sich am Erwerb von zwei Liegenschaften, legte Goldbarren zur Kreditsicherung vor und überwies von einem ungarischen Konto 226.400 Euro auf das Konto des Ehepaares, weil er angeblich seine eigenen Kontodaten nicht im Kopf gehabt habe.

Problematische Persönlichkeit

Dem Richter erschien der Schwiegervater als eine recht "problematische Persönlichkeit", die mit ihren widersprüchlichen Aussagen einfach keinen glaubhaften Eindruck auf ihn machen konnte.
"Dass ein ehemaliger Polizeibeamter mit großer Lebenserfahrung nicht in der Lage ist, Geld auf sein eigenes Konto zu überweisen, ist für mich absolut nicht nachvollziehbar", so eines der unzähligen Beispiele des Richters, der dementgegen den Angeklagten für äußerst glaubwürdig hielt.

"Traue ihm den Betrug nicht zu"

"Ihm ist so ein Betrug nicht zuzutrauen", führte der Richter weiter aus, wobei die Aussage des Bankangestellten, der unter anderem für die Kredit-Gewährung zuständig gewesen war, stark zugunsten des Familienvaters ausfiel.

Beschuldigter kann nicht zahlen

Verteidiger Rudolf Nokaj wies in seinem Schlussplädoyer nochmals darauf hin, dass es ein starkes Schenkungsmotiv in der Tatsache gebe, dass die Ehefrau seines Mandanten die einzige Tochter des angeblichen Opfers und damit gleichzeitig dessen Alleinerbin sei.
Nicht zuletzt, meinte der Richter, hätte der Schwiegervater unter den gegebenen Umständen wissen müssen, dass der Beschuldigte kaum in der Lage sein werde, ihm so viel Geld zurückzahlen zu können. Staatsanwalt Thomas Korntheuer gab zu dem Freispruch bisher keine Erklärung ab. Das Urteil ist damit noch nicht rechtskräftig.

Staatsanwalt Thomas Korntheuer gab zu dem Freispruch bisher keine Erklärung ab.
Verteidiger Rudolf Nokaj wies auf ein starkes Schenkungsmotiv hin.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen