Mein Fluss
Gefährliche Arbeit auf der Erlauf

Die Trift war eine gefährliche Angelegenheit. Geriet der Holztransport ins Stocken, musste er unter Lebensgefahr gelöst werden.
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  • Die Trift war eine gefährliche Angelegenheit. Geriet der Holztransport ins Stocken, musste er unter Lebensgefahr gelöst werden.
  • Foto: Franz Wiesenhofer
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Geschichte der Lebensader Erlauf: Im Laufe der Zeit veränderte sich das Bild und die Nutzung der Erlauf stark.

BEZIRK SCHEIBBS. Die Erlauf: Der Fluss, der sich seit Jahrhunderten durch den Bezirk schlängelt, beeinflusst das Leben der Menschen in der Region seit jeher. Die BEZIRKSBLÄTTER blicken im zweiten Teil der Serie rund um die Erlauf auf die bewegte Geschichte des Flusses und seine Veränderung durch die Bewohner des Bezirks Scheibbs.
"Flüsse, wie die Erlauf, waren seit jeher bei der Erschließung unwegsamen Gebietes, oftmals der einzige Transportweg. Auch auf der Erlauf wurde Holz zur Befeuerung der vielen Schmiedeessen hier in der Eisenwurzen, von den Wäldern zu ihren Abnehmern geschwemmt", erzählen die Lokalhistoriker Franz und Hildegard Wiesenhofer, die auch ein Buch über den Holztransport auf der Erlauf veröffentlicht haben. Zu Beginn der Industrialisierung im 18. Jahrhundert stieß die Region um den Ötscher mit ihrem Holzreichtum auf großes Interesse. Die Bevölkerung wuchs rasant und der Holzbedarf stieg ebenso. "Für die Region bedeutete dies, dass Holz aus dem Ötschergebiet und um Mariazell auf der Großen Erlauf bis nach Wien und sogar nach Budapest transportiert wurde", erklärt Lokalhistoriker Franz Wiesenhofer.

Kluften in der Erlauf

"Die Große Erlauf war früher noch zerklüfteter als heute. Als man begann anstatt von Scheitern Blochholz zu triften, musste in den Jahren 1870 und 1871, in der gesamten Großen Erlauf eine durchgreifende Regulierung vorgenommen werden", weiß Hildegard Wiesenhofer und führt weiter aus: "Diese bestand in der Sprengung und Beseitigung der zahlreich im Flussbett vorkommenden Felsen, in der Regulierung des Flusses durch sogenannte Grundschwellen, sowie zahlreichen Uferschutzbauten. Sämtliche bestehenden Wehre entlang der Großen Erlauf wurden zum Passieren der Blochhölzer mit Rutschbänken versehen."

Franz und Hildegard Wiesenhofer haben ein Buch herausgebracht: Die Erlauf wurde für den Brennholztransport genutzt.
  • Franz und Hildegard Wiesenhofer haben ein Buch herausgebracht: Die Erlauf wurde für den Brennholztransport genutzt.
  • Foto: Franz Wiesenhofer
  • hochgeladen von Roland Mayr

Abtransport in Pöchlarn

War dann endlich das Holz am Rechen in Pöchlarn angelangt, übernahmen die Schiffmeister von Pöchlarn, Klein-Pöchlarn und Marbach den Transport nach Wien. Nachdem Holz anfangs mit Flößen und Booten nach Wien gebracht worden war, übernahm später die neu errichtete Westbahn diesen Transport.
Im Jahr 1911 erfolgte schließlich die allerletzte Trift auf der Großen Erlauf bis nach Pöchlarn.

Die Lokalhistoriker Franz und Hildegard Wiesenhofer aus Purgstall
  • Die Lokalhistoriker Franz und Hildegard Wiesenhofer aus Purgstall
  • Foto: Erlauftaler Bildungskreis
  • hochgeladen von Roland Mayr

Die Holztrift weicht der Wasserkraft

Die Lokalhistoriker Franz und Hildegard Wiesenhofer erzählen, wie sich die Erlauf veränderte. Wie hat die Trift die Erlauf verändert?
Es wurden sehr viele Felsen, die im Flussbett die Trift behinderten, gesprengt. Entlang der Erlauf wurden Triftwege und -steige angelegt, die heute großteils als Wanderwege genützt werden.

Gibt es heute eigentlich noch Spuren von den Triftarbeiten auf der Erlauf?
Zum Teil sieht man heute noch Piloten im Flussbett und Löcher in Felsen, in denen damals Holzbalken verankert wurden.

Wofür wurde die Erlauf nach Ende des Triftbetriebes vorwiegend benutzt?
Nach 1911 wurde einige Jahre noch nur im Bereich der Tormäuer auf kurzen Strecken Holz getriftet. Die Wasserkraft wurde dann vermehrt für die Stromerzeugung genützt. Seit Jahren ist nun die Erlauf ein bedeutendes Wander- und Erholungsgebiet.

Warum verschwand die Holztrift auf der Erlauf?
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts kam es zum Bau des Kraftwerks Erlaufboden. Die Erlaufklause versank infolgedessen im Stausee, wodurch der Triftbetrieb stark eingeschränkt wurde.

Hier geht's zu unserem Gewinnspiel.

Alle weiteren Infos erhält man auf www.meinbezirk.at/meinfluss.

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Autor:

Philipp Pöchmann aus Scheibbs

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