Geschichten aus dem Urwald
Holzschlupfwespen im Wildnisgebiet Dürrenstein

Eine Holzschlupfwespe bei der Eiablage im Urwald: Ihre Larven parasitieren im Wildnisgebiet Dürrenstein an anderen, vor allem im reichlich vorhandenen Totholz lebenden Insektenlarven.
  • Eine Holzschlupfwespe bei der Eiablage im Urwald: Ihre Larven parasitieren im Wildnisgebiet Dürrenstein an anderen, vor allem im reichlich vorhandenen Totholz lebenden Insektenlarven.
  • Foto: Theo Kust
  • hochgeladen von Roland Mayr

Spannendes Beispiel für Parasitismus bei Holz bewohnenden Insekten

REGION. Die Holzschlupfwespe (Megarhyssa rixator) ist eine von über 3.000 Schlupfwespenarten Mitteleuropas. Sie hat einen acht Zentimeter langen Legebohrer, der damit doppelt so groß ist wie der gesamte Körper – eine außergewöhnliche Besonderheit dieser Insektenart und nur ganz weniger nahe verwandter Arten. Die übrigen Schlupfwespen-Arten haben nur höchstens körperlange Legebohrer.

Der Bohrer wird ausgefahren

Megarhyssa rixator zieht vor Beginn des Bohrvorgangs den Legebohrer – der in der Ruhelage nach hinten ausgestreckt ist und dem vier Zentimeter langen Tier dann eine Gesamtlänge von zwölf Zentimetern verleiht – in den Hinterleib zurück und lässt ihn am Rücken zwischen den hinteren Segmenten als Schleife wieder austreten.
Dabei spannt sich die Intersegmentalhaut sozusagen wie ein Tennisschläger auf. Erst jetzt kann die Wespe den Bohrer ansetzen und ins Holz treiben, weil sie mit dem ausgestreckten Bohrer gar nicht zwischen ihren Beinen ans Holz herankommen kann, da er viel zu lang wäre.
Megarhyssa rixator ist sehr selten und kommt nur dort vor, wo größere Bestände absterbender Bäume – wie im Wildnisgebiet Dürrenstein – einer natürlichen Entwicklung unterliegen.

Wirtslarven werden aufgespürt

Das Weibchen von Megarhyssa spürt mittels Geruchsinn – wahrscheinlich auch durch die Wahrnehmung von Vibrationen – die sich in Holz entwickelnden Wirtslarven auf. Die geruchliche Wahrnehmung wird durch einen Pilz ermöglicht, der sich im Fraßmehl der Wirtslarven entwickelt, die Intensität steigt mit dem Feuchtigkeitsgrad des Holzes.

Der Wirt wird paralysiert

Der Wirt – Megarhyssa parasitiert Holzwespen-Larven – wird während der Eiablage paralysiert, der Bohrvorgang dauert ca. 30 Minuten. Die Larvenentwicklung beträgt ein Jahr, die Männchen schlüpfen vor den Weibchen, lauern diesen beim Schlüpfloch auf, die Kopulation erfolgt gleich beim Erscheinen des Weibchens.
Es gibt mehrere ähnliche Schlupfwespen-Arten, die bei unterschiedlichen Wirten parasitieren (z.B. bei Larven von Bockkäfern, Holzwespen ...), die bekannteste Art ist Rhyssa persuasoria.

Spenden für das "Haus der Wildnis"

2017 wurde das Wildnisgebiet Dürrenstein von der UNESCO zum ersten Weltnaturerbe Österreichs erklärt. Helfen Sie mit Ihrer Spende, mit dem "Haus der Wildnis" in Lunz am See ein einmaliges Weltnaturerbezentrum in unserer Region zu errichten.

Weitere Informationen zum Haus der Wildnis gibt's hier und auf Facebook.

Weitere Geschichten aus dem Urwald findet man in unserem Channel.

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