Bauern in der Krise
Landwirte im Bezirk Scheibbs brauchen unsere Hilfe

Blicken sorgenvoll in eine ungewisse Zukunft: Familie Zulehner aus Purgstall mit Franz Aigner (l.) und Anton Krenn (2.v.r.).
  • Blicken sorgenvoll in eine ungewisse Zukunft: Familie Zulehner aus Purgstall mit Franz Aigner (l.) und Anton Krenn (2.v.r.).
  • Foto: BBK Scheibbs
  • hochgeladen von Roland Mayr

Viele bäuerliche Familienbetriebe im Bezirk Scheibbs sind nach dem Krisenjahr 2018 in ihrer Existenz gefährdet.

BEZIRK SCHEIBBS. Ernteausfälle, Borkenkäferplagen und ganz allgemein, die jetzt schon spürbaren Wirkungen des Klimawandels setzen den Landwirten zu. Doch nun soll Abhilfe geschaffen werden: Eine bessere Entlohnung unserer Bauern wird gefordert!
Mit Parolen wie "Freilauf-Hendl statt Flüssigei", "Unser Fleiß hat seinen Preis" oder "Der Bauernbund – das sind wir alle" will der Niederösterreichische Bauernbund nun die Konsumenten für die Probleme der Landwirte sensibilisieren.

Ungewisser Blick in die Zukunft

"Die Trockenheit hat im vergangenen Jahr neben Ernteausfällen zu einem massiven Borkenkäferbefall in den heimischen Wäldern geführt, weshalb die Zukunft vieler Landwirte im Bezirk Scheibbs ungewiss ist", sagt Bezirksbauernkammer-Obmann Anton Krenn.

Bauern beflügeln die Wirtschaft

Zurzeit gibt es laut Statistik noch ca. 2.000 land- und forstwirtschaftliche Betriebe in unserem Bezirk, diese Zahl geht jedoch Jahr für Jahr stetig nach unten.
"Natürlich kämpfen auch wir massiv mit dem sogenannten ,Bauernsterben‘, während die Zahlen im Bezirk Scheibbs um ein bis zwei Prozent zurückgehen, liegt der Prozentsatz im Bezirk Mistelbach schon bei sechs bis acht Prozent. Man sollte dabei bedenken, dass unsere Landwirte das Rückgrat des ländlichen Raums in Niederösterreich darstellen – ein Bauernhof sichert im Schnitt drei Arbeitsplätze, vom Landmaschinen-Techniker über Angestellte im Lebensmittelbereich bis hin zu Arbeitern in der Holzindustrie", führt Anton Krenn weiter aus.

Bauern-Appell an Konsumenten

Da die kleinstrukturierte Landwirtschaft einen entscheidenden Wettbewerbsnachteil am Weltmarkt hat, appellieren die Bauern an die Konsumenten, die Augen beim Lebensmittelkauf offen zu halten und häufiger zu Produkten aus unserer Region zu greifen.
"Wir setzen bei der Erzeugung auf die beste Qualität und halten uns an die höchsten Standards, was Tierwohl, Pflanzen- oder Naturschutz betrifft! Deshalb ärgert es uns um so mehr, wenn in einer Fertigpizza Flüssigeier aus Käfighaltung, die noch dazu meistens einen langen Transportweg hinter sich haben, verwendet werden", sagt Bezirksbauernrats-Obmann Franz Aigner aus Lunz am See.
"Und das ist einerseits schlecht für das Klima und bedroht andererseits unsere bäuerliche Existenz massiv! Die Frage, die sich stellt, ist folgende: Wer soll in Zukunft wohl sonst unsere Lebensmittel erzeugen? Wir sollten nicht auf Importe aus Ländern mit niedrigeren Standards vertrauen", ergänzt Bezirksbäuerin Maria Zulehner aus Purgstall an der Erlauf.
Genau aus diesen Gründen müsse sich die Wertschätzung der Arbeitsweise der heimischen Bauernfamilie auch in der finanziellen Wertschöpfung widerspiegeln.
"Wovon soll ein Bauer leben, wenn ein Kilogramm Mehl nicht einmal mehr einen Euro kostet und das Fleisch zu Dumpingpreisen verkauft wird? Wir steuern auf eine ungewisse Zukunft zu und auch der Klimawandel wird uns noch massiv beschäftigen", sagt der Bezirksbauernkammer-Obmann.

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