Maschinenpistole bringt Scheibbser vors Gericht

Ein 50-jähriger Mann aus dem Bezirk musste sich am Landesgericht St. Pölten wegen des Waffenbesitzes und Stalkings verantworten.
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  • hochgeladen von Roland Mayr

BEZIRK. Schuldig im Zusammenhang mit dem Besitz einer Maschinenpistole, nicht schuldig bezüglich des Stalkingvorwurfs von Staatsanwältin Kathrin Bauer, so die Verantwortung eines 50-Jährigen aus dem Bezirk Scheibbs gegenüber dem St. Pöltner Richter Slawomir Wiaderek.

Sammler aus Leidenschaft

Der Sammel-Leidenschaft seines Mandanten schrieb Verteidiger Georg Thum den Besitz der verbotenen Waffe zu, für die übrigen Vorwürfe von Staatsanwältin Kathrin Bauer sah Thum einerseits kein Motiv, andererseits könne sich auch das Stalkingopfer nicht vorstellen, dass der 50-Jährige sie derart massiv in ihrer Lebensführung beeinträchtigt habe. Noch heute gebe es ein tief freundschaftliches Verhältnis zwischen den beiden.

Einschüchterung und Angst

Sie sei Vereinsmitglied und habe ihm als Obmann oft geholfen, darüber hinaus habe sie ihm auch anvertraut, dass sie ein Unbekannter mit mehr als tausend Anrufen, SMS und Briefen verfolge. "Sie war immer wieder fertig", so der Beschuldigte, dem das Opfer auch häufig mitteilte, wann es abends nach Hause gegangen, beziehungsweise dort angekommen sei.
"Ich bin eingeschüchtert und ängstlich geworden", berichtete die 28-Jährige, die auch nach dem Wechsel ihrer Telefonnummer häufig nachts terrorisiert wurde. Verängstigend war für sie auch das Auftauchen eines Abhörgerätes in ihrem Haus, das Verschwinden einer Überwachungskamera, die Bestellung einer Gartengarnitur bei einem Versandhaus auf ihren Namen, das Hinterlegen von fingierten Verlobungsanzeigen und vor allem die Tatsache, dass der Stalker stets wusste, wo sie war und was sie tat.
Sie habe schließlich Rituale entwickelt, wie etwa das mehrfache Versperren ihres Hauses, wobei sie dies auch immer wieder nachgeprüft habe. Mit dem Angeklagten verbinde sie eine Freundschaft und sie habe ihm von den Verfolgungen, unter denen sie von 2012 bis Mai 2014 gelitten habe, erzählt.

Angeklagter wurde verfolgt

"Ich wurde selbst verfolgt", behauptete der Angeklagte. Ihm seien Autos nachgefahren, er habe zig Anrufe mit unterdrückter Nummer erhalten und man habe sein Abhörgerät, das er in seiner Hütte zur Sicherheit installiert habe, gestohlen. Nervlich sei er so fertig gewesen, dass er zehn Kilo abgenommen und Beruhigungsmittel nach ärztlicher Untersuchung schlucken habe müssen.

"Es gab zu viele Zufälle"

Etwa ein halbes Jahr ermittelte die Polizei in diesem Fall, überprüfte Handykontakte auf Ort und Zeit, die Schreibmaschinen am Arbeitsplatz des Beschuldigten und registrierte Beobachtungen zum Aufenthalt des Angeklagten.
Das Resümee für den Richter: Es gäbe viel zu viele Zufälle, sodass er keinen Zweifel an der Schuld des 50-Jährigen habe.
Für den noch unbescholtenen Mann bedeutete dies eine bedingte Freiheitsstrafe von fünf Monaten. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.

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