Neues vom Landesgericht
Prozess im Bezirk Scheibbs: "Ich habe deinen Hund gewürgt!"

Dietmar Gollonitsch verteidigte die 22-jährige Angeklagte.
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  • Dietmar Gollonitsch verteidigte die 22-jährige Angeklagte.
  • Foto: Ilse Probst
  • hochgeladen von Roland Mayr

Eine 22-Jährige aus dem Bezirk Scheibbs musste sich wegen Tierquälerei vor Gericht verantworten.

BEZIRK SCHEIBBS/ST. PÖLTEN. Mit einer schockierenden Aussage konfrontierte eine 22-Jährige aus dem Bezirk Scheibbs ihren Freund. Am Landesgericht St. Pölten bestritt sie den Tatbestand der Tierquälerei und kam aufgrund fehlender Beweisergebnisse mit einem Freispruch im Zweifel davon (nicht rechtskräftig).

In Rage nach Bier und Wodka

Ausführlich schilderte die Angeklagte den Verlauf des Abends im April 2019, als sie im Haus ihres Lebensgefährten nach reichlich Bier und Wodka in Rage geriet, weil er sie in ihrer Meinung nicht unterstützte. Zwei Klapse auf seinen Hinterkopf ließen auch ihn ausrasten. Er forderte sie deshalb auf, sein Zimmer zu verlassen.

"Ich musste mich aufwärmen"

Wütend und zutiefst gekränkt sei sie aus dem Haus gestürmt und habe sich in einiger Entfernung hingesetzt und laut geweint. Die beiden Hunde, darunter der Yorkshire-Terrier der Schwester ihres Freundes, folgten ihr. "Es war sehr kalt und ich hab mich an dem Hund gewärmt", erzählte sie.

Terrier wurde ein Tritt verpasst

Danach sei sie durch den Gedanken "Die Hunde sind mir gefolgt, mein Freund jedoch nicht!" immer aufgebrachter und aggressiver geworden. Schließlich habe sie dem Terrier einen Tritt verpasst, woraufhin sich das Tier robbend in ein Gebüsch verzogen habe.

"Ich hab deinen Hund gewürgt"

"Weggetaucht oder weggetreten?", wollte Richter Andreas Beneder wissen und demonstrierte anhand einer Wasserflasche, worin für ihn der Unterschied besteht.
"Heftig weggetaucht" wertete er schließlich die Vorführung der Beschuldigten, die nach ihrer Attacke gegen den Hund, ohne sich um das Tier zu kümmern, ins Haus ging und ihrem Freund mitteilte: "Ich hab deinen Hund gewürgt und in den Bach geworfen!"

Keine rohe Misshandlung

Ohne zu wissen, dass das Tier tatsächlich gestorben war, habe sie das nur gesagt, um ihren Freund zu ärgern, versuchte Verteidiger Dietmar Gollonitsch den Vorwurf der Tierquälerei zu entkräften. Es habe sich um keine vorsätzliche oder rohe Misshandlung gehandelt, und seine Mandantin habe gar nicht mitbekommen, dass der Hund in den Bach gefallen war.

Strafe: 300 Euro Schadenersatz

Während die gesamte Familie nach dem Tier Ausschau hielt, äußerte sich die Angeklagte der 15-jährigen Hundebesitzerin gegenüber auf deren Nachfrage jedenfalls: "Wenn ich dir das sage, wirst du mich hassen." Mit 300 Euro Schadenersatz habe sie sich aber mittlerweile zufrieden gegeben, so die Schülerin, die zunächst wie alle anderen Familienmitglieder an das Würgen und Ertränken ihres Vierbeiners glaubte, als man ihn tot im Bachbett fand.
Die Wahrheit sei nicht feststellbar, so Beneder. "Der Hund ist gestorben und es besteht leider keine Chance mehr zu erheben, woran", begründete er seinen Freispruch.

Weitere Gerichtsgeschichten aus dem Bezirk Scheibbs gibt's hier.

Dietmar Gollonitsch verteidigte die 22-jährige Angeklagte.
Prozess am Landesgericht St. Pölten: Eine 22-Jährige aus dem Bezirk Scheibbs musste sich wegen Tierquälerei verantworten.

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