Gemeinderatswahlen 2020
Der Bezirk Scheibbs hat gewählt: Alle Ergebnisse aus den Gemeinden

Die ersten Wahlergebnisse werden analysiert: Stephan Pernkopf, Sonja Halbartschlager, Katja Hochebner und Anton Erber (ÖVP)
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  • Die ersten Wahlergebnisse werden analysiert: Stephan Pernkopf, Sonja Halbartschlager, Katja Hochebner und Anton Erber (ÖVP)
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BEZIRK SCHEIBBS. Es ist es soweit - Niederösterreichs Gemeinden wählen. Die insgesamt 567 Gemeinden können aus 1.851 Parteien wählen. Wie sich die 1.459.072 Wahlberechtigten entscheiden werden, können Sie ab 13:00 bei uns live mitverfolgen.

Hier war es richtig spannend im Bezirk

Hier sind drei der Hotspots:

  • Lunz am See: Nur ein Mandat Vorsprung hatte Neo-Bürgermeister Josef Schachner auf die SPÖ. Und: Erstmals trat auch die FPÖ an und könnte bei der Bürgermeisterwahl das Zünglein an der Waage sein. Außerdem ging die SPÖ mit dem frischgebackenen SPÖ-Bezirkschef, Andreas Danner, ins Rennen – und dieses wardaher am Sonntag so offen wie nie.
  • Gresten: Hier schaute die Welt genau andersherum aus, die SPÖ hielt zehn, die ÖVP neun Mandate. Die beiden Widersacher, Bürgermeister Harald Gnadenberger und ÖVP-Obmann Markus Weinmesser, sind beide neu in ihren Ämtern. Es ar ihr erstes Duell mit ungewissem Ausgang
  • Gaming: Die SPÖ unter Renate Gruber ist zwar klar erste Kraft in Gaming, es folgt aber ein großes ABER: ÖVP und FPÖ gemeinsam lagen nur ein Mandat hinter der SPÖ. Kann diese ihre absolute Mehrheit nicht verteidigen, könnte sich eine Koalition gegen Gruber bilden.
Der Neue soll's in Gresten richten: Harald Gnadenberger (li.).
  • Der Neue soll's in Gresten richten: Harald Gnadenberger (li.).
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Der Bezirk Scheibbs hat nun gewählt

27.721 Menschen im Bezirk Scheibbs gaben am vergangenen Sonntag ihre Stimmen ab, um die künftigen Vertreter in den Gemeinderäten der jeweiligen Ortschaften zu wählen. Die prognostizierten Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen SPÖ und ÖVP in Gaming, Gresten und Lunz blieben aus und die jeweiligen Bürgermeister konnten ihre Stimmen weiter ausbauen.

Verluste für SPÖ und FPÖ

Die Volkspartei konnte im Bezirk Scheibbs insgesamt 62,50 Prozent der Stimmen holen und somit 2,11 Prozent dazugewinnen. Die Grünen, die diesmal nur in Purgstall angetreten sind, konnten dort 12,34 Prozent holen und 1,78 Prozent zulegen. Die GRÜN-nahe Liste "BUGS" in Scheibbs holte mit Spitzenkandidat Joseph Hofmarcher bei ihrem ersten Antreten 14,48 Prozent und drei Mandate.
Die SPÖ hat im Bezirk insgesamt 2,42 Prozent verloren, konnte aber dort, wo sie den Bürgermeister stellt, dazugewinnen. Die einzige große Ausnahme war Puchenstuben, wo man 19,25 Prozent einbüßte und die ÖVP nun den Bürgermeister stellen wird. Die FPÖ konnte im Bezirk mit 5,9 Prozent um 0,4 Prozent leicht zulegen, was darauf zurückzuführen ist, dass man in sechs Gemeinden neu angetreten ist. Nur in Purgstall konnte man mit dem neuen Spitzenkandidaten Manuel Brunner mit einem Zuwachs von 4,8 Prozent einen echten Wahlerfolg verbuchen.

Die ÖVP freut sich über den Wahlerfolg in Puchenstuben. Zusammenarbeit zwischen ÖVP und SPÖ/LUP wird es weiterhin geben.
  • Die ÖVP freut sich über den Wahlerfolg in Puchenstuben. Zusammenarbeit zwischen ÖVP und SPÖ/LUP wird es weiterhin geben.
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Statements der Bezirkschefs

"Das Wahlergebnis zeigt uns, dass es für die ÖVP noch viel Arbeit gibt, denn in Scheibbs, Purgstall und Steinakirchen mussten wir Verluste hinnehmen. Dass uns in Puchenstuben eine solche Überraschung gelungen ist, freut uns natürlich ganz besonders", erklärt Bezirksparteichef Anton Erber.
"Die gute Arbeit der Bürgermeister wurde in den meisten Gemeinden bestätigt und wir werden unseren Weg weitergehen. Allerdings haben wir in Lunz zwei Mandate verloren, was mich persönlich als Spitzenkandidat besonders trifft", so SPÖ-Bezirkschef Andreas Danner aus Lunz.
"Unsere Erwartungen wurden leider nicht erfüllt. Wir konnten zwar in vier Gemeinden zulegen, das Gesamtergebnis ist allerdings sehr durchwachsen", ist FPÖ-Bezirksobmann Reinhard Teufel enttäuscht.
"Wir haben das beste Ergebnis in der Geschichte der Grünen im Bezirk erzielen können", freut sich Grünen-Chef Christian Müller.

Emsige Volkspartei überrascht

Für Wirbel sorgte sicherlich der unerwartet hohe Zugewinn der Volkspartei in Puchenstuben. Dort wanderten drei Mandate von der SPÖ/LUP zur ÖVP. Die ÖVP ist dort nun mit sieben zu sechs Mandaten die stärkere Kraft. Die Puchenstubener Parteien selbst nehmen das Ganze jedoch etwas gelassener auf.
"Ich habe fest daran geglaubt zumindest ein Mandat dazuzugewinnen, aber nicht gleich drei. Die Schere von neun SPÖ/LUP-Mandaten zu vier ÖVP-Mandaten war vorher doch sehr deutlich. Wir strecken jedenfalls die Hände in Richtung SPÖ/LUP aus. Wir haben zwar in den letzten Wochen nicht soviel geredet wie bisher, aber das war auch kein Grund Dreckwäsche zu waschen. Grundsätzlich sind unsere Meinungen nicht soweit auseinander", erzählt der angehende VP-Bürgermeister Helmut Emsenhuber.
Dass man in dem 300-Seelendorf auch weiterhin harmoniert, beweist auch der ehemalige SPÖ/LUP-Bürgermeister Dominik Kogler: "Es war klar, dass es knapp werden würde. Natürlich ist eine Enttäuschung da. Ich möchte mich aber für den fairen Wahlkampf bedanken und gratuliere der ÖVP zum Wahlsieg. Ich war auch am Wahlabend persönlich im Hallerhof und habe Helmut Emsenhuber dort bei zwei ,Seiterl‘ gratuliert. Nun muss es weitergehen, und wir werden uns auch in Zukunft zusammensetzen und für Puchenstuben arbeiten."

Wahlerfolg in der Bezirkshauptstadt: Die neue BürgerInnenliste für Umwelt und Gemeinwohl Scheibbs konnte drei Mandate holen.
  • Wahlerfolg in der Bezirkshauptstadt: Die neue BürgerInnenliste für Umwelt und Gemeinwohl Scheibbs konnte drei Mandate holen.
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BUGS in Scheibbs

Der bundesweite grüne Aufwind weht auch durch die Bezirkshauptstadt Scheibbs. Dort erreichte die neu gegründete und grün angehauchte Liste BUGS 14,48 Prozent. Die ehemaligen Scheibbser Grünen erreichten bei der Gemeinderatswahl 2015 10,29 Prozent. "Wir freuen uns, dass wir ein Mandat dazugewinnen konnten. Das vierte Mandat wurde nur knapp verfehlt. Auch freut es uns, dass die SPÖ gleich blieb und somit die Opposition ohne Teilnahme der FPÖ gestärkt werden konnte. In Zukunft werden wir auch eine Zusammenarbeit mit den Purgstaller Grünen forcieren. Das Ergebnis ist ein Symbol für die demokratische Vielfalt im Bezirk", erzählt Joseph Hofmarcher von der Liste BUGS.

FPÖ gewinnt dazu

Eine leichte Brise der Veränderung zieht durch Purgstall – zumindest für die FPÖ. Entgegen dem bezirksweiten Trend dürfen sich die Purgstaller Freiheitlichen über ein zusätzliches Mandat freuen. "Wir bedanken uns bei den Wählern für den Auftrag. Ich persönlich hätte mir etwas mehr erwartet – wir sind nicht ganz zufrieden. Unser Ziel wären sechs Mandate gewesen. Wir werden eine starke Oppositionspartei sein und auf die Purgstaller achtgeben. Wir sind einige der wenigen FPÖ-Teams, die dazugewonnen haben. Zurzeit ist es kein guter Trend. Erschwert wurde uns außerdem der Wahlkampf durch ein Missgeschick, das uns kurz vor der Wahl noch vor die Füße geworfen wurde", so Manuel Brunner von den Purgstaller Freiheitlichen.

Zufriedenheit bei der ÖVP in Lunz

"Wir sind mit dem Ergebnis sehr zufrieden. Ich habe über 300 Vorzugsstimmen erhalten. Wir haben ein Mandat dazugewonnen und stehen jetzt bei elf Mandaten. Die SPÖ hat zwei Mandate verloren. Ich denke insgesamt ist unsere Mannschaft gut aufgestellt. Es freut mich, dass der Wahlkampf sachlich geführt wurde. Mit unseren Themen der Wasserversorgung und der Ortskerngestaltung und -belebung konnten wir bei der Bevölkerung punkten und damit werden wir weitermachen´", so der Lunzer Bürgermeister Josef Schachner.

Die Auszählungsergebnisse aller Bezirke finden Sie in unserer interaktiven Karte. Die Stimmen und Reaktionen auf die Ergebnisse, können Sie in unserem Wahl-Channel"GRW20"- einfach klicken.

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