Interview
Die "Ära Leichtfried" geht in Wieselburg zu Ende

Interview in Wieselburg: Günther Leichtfried (r.) tritt nach 22 Jahren als Bürgermeister der Stadtgemeinde zurück.
  • Interview in Wieselburg: Günther Leichtfried (r.) tritt nach 22 Jahren als Bürgermeister der Stadtgemeinde zurück.
  • Foto: Guadalope Handl
  • hochgeladen von Roland Mayr

"Polit-Urgestein" Günther Leichtfried aus Wieselburg tritt nach 22 Jahren als Wieselburger Bürgermeister zurück.

BEZIRKSBLÄTTER SCHEIBBS: Sie haben nach 22 Jahren als Wieselburger Bürgermeister beschlossen, der Politik den Rücken zu kehren. War dies eine spontane Entscheidung?
GÜNTHER LEICHTFRIED: Nein, keineswegs! Für mich war schon lange klar, dass die Zeit reif ist, im Alter von 70 Jahren zurückzutreten. Da dieser Geburtstag nun kurz bevorsteht, war es nun soweit. Diese Entscheidung stand für mich schon eineinhalb Jahre lang fest, ich habe dies aber nur einem eingeweihten Kreis im Gemeinderat mitgeteilt, weil ich nicht für Verunsicherung in der Stadtgemeinde sorgen wollte. Aus diesem Grund habe ich den Rücktritt erst vor vier Wochen bekannt gegeben.

Inwiefern hat sich die Stadt Wieselburg während Ihrer langen Amtszeit verändert?
Wieselburg hat sich ganz gravierend verändert! Bevor ich in die Politik gegangen bin, habe ich ja am Scheibbser Gymnasium unterrichtet. Während dieser Zeit habe ich Scheibbs als sehr lebendige Bezirkshauptstadt erlebt, während Wieselburg eher einer verschlafenen Gemeinde glich, die damals schon viel Potenzial gehabt hat. Deshalb habe ich 1990 die Möglichkeit wahrgenommen, als Gemeinderat und später als Stadtchef eine gestaltende Rolle zu übernehmen. Heute ist Wieselburg zu einer pulsierenden Stadt voller Leben und mit einer großartigen Vielfalt geworden. Natürlich sind wir nach wie vor eine relativ kleine Stadtgemeinde, aber unsere Bedeutung hat ganz eindeutig zugenommen.

Wie haben Sie beigetragen?
Mein Credo war immer, dass ich als Bürgermeister eine gestaltende Funktion einnehmen möchte. Dabei habe ich stets auf vier Säulen geachtet. Zunächst war es mir wichtig, die Wirtschaft voranzutreiben, denn nur so hat man den finanziellen Background, um wirklich gestalten zu können. Des Weiteren habe ich immer Wert auf die Bildungsmöglichkeiten gelegt, und dazu gehört eben mehr als nur eine Pflichtschule oder ein Gymnasium. Auch die Ökologie ist essenziell, denn nur eine intakte Umwelt macht eine Gemeinde erst lebenswert. Schließlich war mir die soziale Komponente immer wichtig, denn gerade all jene, die nicht dazu fähig sind, ihr Leben selbst zu bestreiten, müssen unterstützt werden. Das ist für mich als Sozialdemokrat gelebte Solidarität.

Welche Pläne haben Sie nun?
Es war eine schöne Zeit und ich möchte keine Minute missen! Aber nun ist es an der Zeit, anderen das Ruder zu überlassen. Ich werde weiterhin als Präsident des Fußballvereins tätig sein und werde der Gemeinde als e5-Teamleiter erhalten bleiben. Ich werde sportlich aktiv sein, bin ein begeisterter Skifahrer und walke gerne. Außerdem möchte ich viel reisen. Mir wird es mit Sicherheit nicht langweilig werden!

Interview: Roland Mayr

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