Südtirol Mai 2019
Ein Kurzurlaub im schönen Südtirol

Der Tschögglberg lockt die Besucher mit saftigen grünen Wiesen und prächtigen Lerchen.
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  • Der Tschögglberg lockt die Besucher mit saftigen grünen Wiesen und prächtigen Lerchen.
  • hochgeladen von Roland Mayr

Der Redaktionsleiter der Bezirksblätter Scheibbs, Roland Mayr, besuchte mit seinen Eltern das Land seiner Vorfahren in Südtirol.

SÜDTIROL. Da mein Vater aus dem Eggental und mein Urgroßvater mütterlicherseits aus dem Überetsch stammt, verbringe ich so gut wie in jedem Urlaub ein paar Tage mit meinen Eltern im wunderschönen Südtirol.

Kurzer Zwischenstopp in Kitzbühel

Weil wir alle drei Kitzbühel noch nicht kannten, entschlossen wir uns, am Weg nach Südtirol dort einen Zwischenstopp einzulegen, um einen Kaffee zu genießen und einen Spaziergang durch den bekannten Tourismusort zu unternehmen.
Im Anschluss ging's über den Brenner zur Schwester meiner Mutter ins Überetsch in der Nähe von Bozen, die bereits in jungen Jahren ihren heutigen Ehemann in St. Pauls kennengelernt hatte, wo die vier Schwestern aus Scheibbs den Sommer immer bei ihrer Großtante verbracht hatten.

Ein Stadtbesuch in Meran

Am nächsten Tag ging's gleich nach dem Frühstück nach Meran, wo wir die schöne Stadt besichtigten. 
Meran ist, nach der Landeshauptstadt , mit etwas mehr als 40.000 Einwohnern die zweitgrößte Stadt Südtirols. Ihre Bevölkerung setzt sich etwa je zur Hälfte aus deutsch- und italienischsprachigen Bewohnern zusammen.
Über Jahrhunderte war Meran die Tiroler Landeshauptstadt. Seit Mitte des 19. Jahrhunderts ist die Stadt vor allem als Kurort bekannt.
Danach ging's über Auer wieder ins schöne Eggental, wo wir unserer Verwandtschaft einen Besuch abstatteten und mit Speck und Rotwein verwöhnt wurden.
Im Eggental war das Wetter leider nicht berauschend und auf den Bergen lag noch ziemlich viel Schnee.

Am Tschögglberg und am Santen

Am nächsten Tag machten sich mein Vater und ich über Bozen nach Jenesien auf, um eine Wanderung vom Tschögglberg auf den Santen zu unternehmen.
Der Tschögglberg ist ein Bergrücken im Südwesten der Sarntaler Alpen. Er erstreckt sich zwischen Bozen und Meran am linken Ufer der Etsch. 
Im Norden wird er vom Ifinger, von der Verdinser Plattenspitze, der Hochplattspitze und dem Großen Mittager überragt. Im südlichen Teil des Bergrückens befindet sich das ausgedehnte Hochplateau des Salten.
Danach ging's noch in die Ortschaft Mölten und zu den dort befindlichen Erdpyramiden, die zwar nicht ganz so beeindruckend sind wie jene am Ritten, aber trotzdem einen Besuch wert sind.
Erdpyramiden bestehen aus kegelförmig aufgeschüttetem Lehm und dem darauf liegenden Felsbrocken und bilden oft bizarre Landschaftsformen. Entstehen können sie in Böden aus späteiszeitlichem Moränenlehm, der hier vom Eisacktaler Hauptgletscher und einigen lokalen Nebengletschern zurückgeblieben ist. Diese Böden sind in trockenem Zustand steinhart, während sie – sobald es regnet – zu einem weichen Brei werden, abrutschen und so hohe Steilhänge bilden.
Weitere Regenfälle waschen diese Hänge aus, liegen allerdings im weicheren Erdmaterial Gesteinsbrocken, wird der Lehm unter diesen Felsen vor dem Regen geschützt und während das umliegende Material weiter und weiter vom Wetter abgetragen wird, wachsen die majestätischen Erdpyramiden förmlich aus dem Boden heraus.
Wie lange es braucht, bis sich eine Erdpyramide herausgebildet hat, ist schwer zu sagen, da hier zu viele Komponenten zusammenspielen. Ebenso wenig lässt es sich genau festlegen, wie alt eine Erdpyramide ist oder werden kann. Es steht aber fest, dass die größten und schönsten Pyramiden sich in einem bis zu Tausenden von Jahren anhaltenden Zeitraum bilden können.
Ganz schnell vorbei ist es mit einer Erdpyramide, wenn der Deckstein erst einmal von der Spitze der Pyramide fällt: Das Material ist dadurch schutzlos dem Regen ausgesetzt und die Säule wird bei jedem Regen kleiner. Und während durch diesen Vorgang die eine Erdpyramide verschwindet, entsteht weiter oben am Hang schon die nächste.

Tolle Landschaft in Castelfeder

Nach einem Frühstuck in St. Pauls und einem Besuch bei den verstorbenen Verwandten am  besterhaltendsten Renaissance-Friedhof Tirols ist, schauten wir noch auf einen Sprung in der Pfarrkirche vorbei. 
Schon von weitem ist der wuchtige Kirchturm von St. Pauls mit seinem charakteristischer Zwiebelturm zu sehen, schließlich ragt er stattliche 86 Meter hoch in den Himmel und ist eine der wichtigsten Sakralbauten Südtirols. In ihm ist die größte und wohl berühmteste Glocke Südtirols, "Anna-Maria" untergebracht, mit einem Durchmesser von über 1,8 Metern und ein Gewicht von gut 3,5 Tonnen.
Nach einem erneuten Besuch bei unseren Verwandten im Eggental, wo wir zur Mittagszeit mit Tiroler Speckknödeln verwöhnt wurden, ging's in das sehenswerte Biotop Castelfeder.
Castelfeder ist ein 405 Meter hoher, mehrfach gegliederter Porphyrhügel im Südtiroler Unterland zwischen Montan, Neumarkt und Auer. Prähistorische, antike sowie früh- und hochmittelalterliche Besiedlungsspuren zeugen von seiner strategisch günstigen Lage. Die aus diversen zeitlichen Schichten bestehende Befestigungsanlage auf der Hügelkuppe wird selbst auch Castelfeder genannt und erhebt sich rund 150 m über die Sohle des Etschtals. Heute ist der gesamte Hügel ein geschütztes Biotop.
Auf Castelfeder lässt sich eine kontinuierliche Besiedelung von der Bronzezeit bis in die Spätantike erschließen. Zu den archäologischen Funden gehören Urnengräber mit Grabbeigaben aus dem zweiten Jahrtausend v. Chr., die der Laugen-Melaun-Kultur zugewiesen werden können. Ebenfalls nachgewiesen wurden Brandopferplätze.
Die römische Straßenstation Endidae, die nach dem Itinerarium Antonini nordwärts von Trient etwa zwischen Neumarkt und Auer lag, dürfte sich allerdings nicht auf Castelfeder befunden haben. Wahrscheinlicher ist eine Lage näher an der Talsohle, beispielsweise im Neumarkter Ortsteil Vill, wo die Reste einer römischen Villa mit Fußbodenmosaiken angeschnitten wurden.
Im sechsten Jahrhundert (wohl zwischen 555 und 567) wurde auf Castelfeder eine byzantinische Festung (Kastron) zum Schutz gegen die Germanen errichtet. Ob es sich dabei um das bei Paulus Diaconus zum Jahr 590 erwähnte Castrum Ennemase handelt, ist unklar. Die byzantinische Anlage wurde bis in das zehnte Jahrhundert hinein weiterbenutzt. Fehlende Funde aus dem Folgezeitraum lassen darauf schließen, dass die Befestigung danach wohl aufgelassen wurde.
In den Jahren nach 1203 bauten die Edelfreien von Enn mit Erlaubnis des Bischofs von Trient innerhalb der alten Anlage eine hochmittelalterliche Burg. Diese wurde wahrscheinlich bereits 1301 wieder zerstört.
Unklar ist die Datierung der Grundrisse von mehr als 160 Gebäuden.

Ein schöner Urlaub geht zu Ende

Nach diesem schönen Kurzurlaub machten wir am Rückweg nach Scheibbs noch einen kurzen Halt in Mondsee, wo wir Mittag essen gingen und einen Kaffee genossen.
Genau zu diesem Zeitpunkt ereilte uns über das Autoradio die Meldung über Straches Ibiza-Video und die daraus resultierende Regierungskrise.
Aber zumindest die Sonne hatten wir aus Südtirol mitgebracht und ein schöner Urlaub  fand damit sein Ende.

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