19.06.2016, 22:02 Uhr

Vom Reden und Zuhören

Am Sonntag den 19. Juni 2016 wurde die Sonntagsmesse als Familienmesse gefeiert.

Das Motto lautete: Vom Reden und Zuhören.

Meinen Text zu diesem Thema, durfte ich in der Lesung vortragen.

20 Ministranten der Pfarre Randegg gestalteten mit ihren Texten diese Messe.
Musikalisch glänzte der Chor Ventus Novus mit seinen berührenden Liedern und Texten.

In dieser Messe wurden 7 Ministranten verabschiedet die ihren Dienst mit Ende Juni 2016 beenden. Die Messbesucher bedankten sich für den Einsatz und die Hilfsbereitschaft der jungen Menschen.


Fünf neue Ministranten wurden herzlich in dieser Messe begrüßt.


Anschließend gab es ein gemütliches Beisammensein im Pfarrgarten.
Zahlreiche Bewohner des Ortes nutzten die Gelegenheit bei Kuchen, Kaffee und Getränken, gemütlich miteinander zu plaudern. Speisen und Getränke wurden von den Eltern der Ministranten bereit gestellt.
Kinder und Jugendliche bevölkerten den Jugendraum und hatten Freude und Spaß am gemeinsamen Spiel.



Text:

Vom Reden und Zuhören....

Du sagst, du hörst mir zu und dabei starrst du in dein Handy und schreibst SMS an irgendwelche Freunde, die dir auch nicht zu hören, weil sie deinen Text nicht verstehen, sind die doch voller Kürzel und Rechtschreibfehler.
Du sagst, du hörst mir zu und dabei denkst du an dein Computerspiel, dass du vorgestern herunter geladen hast und ans Eis essen im Mandrea.

Du sagst, du hörst mir zu und ich spüre, du kannst es genauso wenig wie ich, das Zuhören, weil die Gedanken ständig um einem selbst kreisen, weil ich und du, das Gegenüber nicht sehen und richtig wahr nehmen können, weil wir es verlernt haben, still zu sein und sich auf den anderen einzulassen. Einfach für den Nächsten da zu sein.

Ich gebe zu, dass ich es auch nicht schaffe dir länger als zwei Sekunden zuzuhören, dass ich nach einer Minute nicht mehr weiß, ob du in Mathe oder Deutsch Probleme hast, ob dir deine Eltern das Taschengeld erhöhten oder das coole Rad gekauft haben. Ich weiß nicht mehr, welche Lehrerin dir eine schlechte Note verpasste, weil du nächtelang vor dem PC gehangen bist, dich in Facebook und auf Whats ap herumgetrieben hast und doch nicht weißt, warum die Stunden so schnell vergangen sind. Dann fehlte dir die Zeit zum Lernen und jetzt hast du den Salat.

Es wäre schön, wenn wir uns beide einfach in die Wiese setzen, ein Eis vom Feldhofer lutschen und dazu den guten Apfelsaft von unseren Bauern schlürfen. Es wäre super, wenn wir unsere Handys abschalten und in der Tasche verschwinden lassen. Nun haben wir Zeit miteinander zu reden, unsere Ängste, Sorgen und Nöte austauschen uns über unsere Erfolge und Lichtblicke ehrlich und ohne Neid zu freuen und uns gegenseitig bewusst wahrnehmen. Es wäre schön, wenn wir uns beide als gute Freunde und Menschen sehen und verstehen könnten. Ja es wäre schön, probieren wir es doch, der Versuch ist es wert und unsere Welt wird eine bessere.

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Doris Schweiger aus Amstetten | 20.06.2016 | 09:38   Melden
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Heidemarie Rottermanner aus Scheibbs | 20.06.2016 | 21:22   Melden
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