30.10.2017, 16:40 Uhr

Der lange Weg mit der Drohne hoch über dem Bezirk Scheibbs

Die Drohne "Mavic Pro" von der chinesischen Firma DJI. Bei Amazon kann man sie online ab 1.100 Euro bestellen.

Immer mehr Drohnen sind im Bezirk Scheibbs im Luftraum unterwegs. Das kann zu Problemen führen.

BEZIRK SCHEIBBS. Sie sind ab 100 Euro zu haben und heben immer öfter in den Himmel über dem Bezirk ab. Doch nicht immer sind Drohnen ein Spaß für alle Beteiligten. Im Wienerwald führte ein Fluggerät Anfang Juli zu einem Polizeieinsatz, weil der Pilot eine Nachbarin beim Sonnenbaden filmte. Die Bezirksblätter fragten Experten und Hobbypiloten, worauf man beim Betrieb einer Drohne achten muss.
Gerhard Wurzenberger aus Reinsberg ist Geschäftsführer der Firma "Fun&More" – ein explosiver Betrieb, der Feuerwerkskörper vertreibt. Bis vor einem Jahr hat er auch Drohnen verkauft. Diese befinden sich aber nicht mehr im Sortiment. "Drohnen dienen in erster Linie dazu Luftbildaufnahmen zu machen, was viele Vorschriften und Regeln zur Folge hat", so Gerhard Wurzenberger. Fällt das Gerät in die Spielzeugkategorie (bis 79 Joule Bewegungsenergie, das entspricht ca. einem Gewicht von 250 Gramm) muss das Flugobjekt nicht genehmigt werden. Dabei darf aber nur eine Flughöhe von maximal 30 Metern erreicht werden. Nach dem Auspacken kann es also schon losgehen. 

Langer Weg zum Vergnügen
Schwieriger wird es bei Drohnen, die über 250 Gramm wiegen. Zu beachten ist, dass zu jedem Zeitpunkt eine Sichtverbindung gewährleistet sein muss. Außerdem darf der Quadrocopter nicht über 150 Meter Flughöhe gehen. Dazu gibt es bei AustroControl ein Einteilungsschema von A bis D, wobei Drohnen, die bis fünf Kilogramm wiegen und in unbebautem Gebiet geflogen werden, in die erste Kategorie fallen. Geräte, die schwerer als 25 Kilogramm sind und in dicht besiedeltem Gebiebt manövriert werden, sind in der Kategorie D angesiedelt. Gerhard Wurzenberger erzählt, wo geflogen werden darf: "Über Veranstaltungen und Menschenansammlungen dürfen keine Drohnen gesteuert werden." Möchte man die Drohne über besiedeltem Gebiet steuern, muss allerdings ein Nachweis der luftfahrtrechtlichen Kenntnisse durch eine positive Prüfung im Luftrecht erbracht werden. Neben den Anschaffungskosten, müssen Hobbypiloten noch mit weiteren 300-400 Euro für die Bewilligung bei AustroControl rechnen. Im ersten Halbjahr 2017 wurden laut AustroControl bereits 1.100 Drohnen genehmigt. In Österreich werden jährlich mehr als 10.000 Exemplare verkauft. Die Komplexität bei der Bewilligung und die zusätzlich entstehenden Kosten, können dem einen oder anderen Hobbypiloten das Vergnügen schon ordentlich versalzen.
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