23.10.2017, 17:42 Uhr

Die Spuren des Wandels im Bezirk Scheibbs

Die Holztrift auf der Großen Erlauf in Purgstall.

Quer durch den Bezirk Scheibbs hat sich seit dem Fall des Eisernen Vorhangs einiges verändert.

BEZIRK SCHEIBBS. Wo 1989 noch Grünland war, steht heute der Wirtschaftspark Wolfpassing. Wo früher noch Holz getriftet wurde, stehen heute Kraftwerke. Wie das ganze Bundesland hat sich auch der Bezirk Scheibbs seit dem Fall des Eisernen Vorhangs entwickelt. Die Bezirksblätter begaben sich auf die Spuren der Veränderung.

Holztrift auf der Großen Erlauf

Lange ist es her: Bis ins 20. Jahrhundert wurde aus dem Ötscherland über die Erlauf Holz getriftet. Riesige Mengen an Brennholz wurden bis nach Wien transportiert, um die Brennholzversorgung sicherzustellen.

Der Bezirk profitiert vom Erlauf-Fluss

Dann war es lange Zeit ruhig um den Fluss. Doch der Bezirk profitiert nach wie vor stark von dem Gewässer. 1972 wurde die Erlaufschlucht zum Naturdenkmal erklärt und seitdem ging es steil bergauf. Im Zuge der Landesausstellung wurde 2015 in der Stadt Scheibbs eine Begegnungszone am Ufer der Erlauf errichtet. Auch ein Stadthafen sollte aus dem Boden gestampft werden. In Purgstall an der Erlauf steht seit Kurzem eine Marktwehr, und in der Erlaufschlucht tummeln sich nun Wanderer und Spaziergänger.
Lokalhistoriker Franz Wiesenhofer aus Purgstall bringt es auf den Punkt: "Wo vor 100 Jahren noch der Maler Egon Schiele gewandert ist, der als Schreiber im hier befindlichen Kriegsgefangenenlager tätig war, sind nun zahlreiche Touristen unterwegs."


"Neues" Feuerwehrmuseum

Unweit der Erlaufschlucht befindet sich das Erlauftaler Feuerwehrmuseum. Durch den ständigen Bevölkerungszuwachs und das immer mehr werdende Verkehrsaufkommen, wurde es nötig, ein neues Feuerwehrhaus und somit auch ein neues Museum zu bauen. 1989 und 1990 konnten die ersten und richtungsweisenden Verhandlungen mit der Marktgemeinde Purgstall geführt werden. Im Dezember 1991 konnte man bereits übersiedeln. Die offizielle Eröffnung fand schließlich am 19. September 1992 mit einem umfangreichen Festprogramm statt.


80 Millionen für Umfahrung

Das Verkehrsaufkommen führte auch zu einem weiteren Neubau: Die Umfahrung in Wieselburg. Zurzeit sind die Arbeiten an der 8,4 Kilometer langen Strecke in vollem Gange. Die Verkehrsfreigabe soll 2020 erfolgen. Das Projekt verschlingt rund 80 Millionen Euro. So tief wie in die Geldbörse gegriffen werden musste, so nötig war auch die Umsetzung des Vorhabens – der Bezirk Scheibbs bleibt also weiterhin im Wandel.

Drei Fragen an

Franz Wiesenhofer, Historiker und Autor aus Purgstall an der Erlauf

Was hat sich im Bezirk Scheibbs seit dem Fall des Eisernen Vorhangs eigentlich verändert?
Ich denke, dass der Fall auf den Bezirk Scheibbs nicht so große Auswirkungen gehabt hat wie auf die Bezirke im Osten des Landes.

Was verschwand durch den Fall?
Bunker, die man zur Verteidigung gegen Angriffe von Ländern des Warschauer Pakts errichtet hatte.

Warum waren die Bunker danach nicht mehr notwendig?
Nach dem Fall des Eisernen Vorhangs war dann auch die Gefahr eines Angriffs durch die Sowjetunion abhanden gekommen.
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