13.04.2016, 17:39 Uhr

Die Wieselburger "reden mit"

"Rauchende" Köpfe gab es bei der zweiten Arbeitsgruppensitzung des Bürgerbeteiligungsprojekts in Wieselburg. (Foto: Stadtgemeinde Wieselburg)

Mit großer Spannung erwartete man die Ergebnisse der Bürgerbefragung in der Stadtgemeinde Wieselburg.

WIESELBURG. Die Ergebnisse der Bürgerbefragung in Wieselburg attestieren eine große Zufriedenheit mit den Lebensverhältnissen und zeigen zahlreiche Ansätze für die Zukunft auf.

Wieselburger bestimmen mit

Bei der zweiten Arbeitsgruppensitzung des Bürgerbeteiligungsprojektes "Wieselburg 2030 - Wir planen Zukunft" stand die mit Spannung erwartete Präsentation der Ergebnisse der Bevölkerungsbefragung auf dem Programm.
Von 3.928 postalisch ausgesendeten Fragebögen wurden von Wieselburgs Bürgern ab dem 16. Lebensjahr 734 ausgefüllt an die Stadtgemeinde zurückgesendet. 80 Personen wählten hingegen den angebotenen elektronischen Weg und füllten den Fragebogen online im Internet aus.
814 Wieselburger Bürger haben auf diese Art und Weise aktiv ihre Eindrücke und Wünsche sowohl zur Gegenwart, als auch zur weiteren Entwicklung der Stadtgemeinde Wieselburg geäußert und damit eine Rücklaufquote von sehr guten 20,7 Prozent ermöglicht.

Einblick in die Ergebnisse

Meinungsforscher Franz Kornberger gab den mit Spannung erwarteten informativen Einblick in die Ergebnisse der Bürgerbefragung, welche die aktuelle Stimmungslage in der Stadtgemeinde Wieselburg widerspiegeln.
"78 Prozent der Befragten meinen, dass sich die Lebensverhältnisse in der Stadt verbessert haben. Zwei Drittel fühlen sich zudem ausreichend über die Angelegenheiten, welche die Stadt betreffen, informiert und sind schon mit den bisherigen Möglichkeiten, sich in Wieselburg aktiv einbringen zu können, zufrieden gewesen. Wieselburg wird zudem als zukunftsorientierte, umweltbewusste, freundliche, vertraute und lebendige Gemeinde wahrgenommen", so Meinungsforscher Franz Kronberger.

Wieselburg sind großteils zufrieden

Die Zufriedenheit der Bevölkerung wird zusätzlich mit der Tatsache untermauert, dass es in allen abgefragten 24 Bereichen keinen einzigen Aspekt gibt, mit dem die Bürger mehrheitlich unzufrieden wären. Besonders zufrieden sind die befragten Wieselburger in den Bereichen Einkaufsmöglichkeiten, schulisches Angebot, öffentliche Dienstleistungen, Lebensqualität und Versorgung mit regionalen Produkten. "Nur" knapp über 50 Prozent Zufriedenheit herrscht in den Bereichen leistbares Wohnen, Angebote/Pflege/Betreuung älterer Menschen sowie Angebote für die Jugend.
Die Befragung brachte auch ans Tageslicht, auf welche Bereiche sich die Stadtgemeinde in Zukunft vorrangig konzentrieren sollte. Die Palette reichte hier von leistbarem Wohnen über Lebensqualität, ärztliche Versorgung, Ortsbild und Pflege/Betreuung von gebrechlichen/behinderten Menschen bis hin zu mehr Angeboten für die Jugend. Vor allem die unter 27-Jährigen befürworten ein Mehr an Events und Jugendlokalen. Für Familien stand der Ausbau der Ferienbetreuung im Fokus.

Umfahrung soll sich postiv auswirken

Ein aufschlussreiches Ergebnis brachten die Antworten auf die Fragestellung: "Wenn Sie Bürgermeister/in von Wieselburg wären, was würden Sie als aller Erstes in Angriff nehmen?" ans Tageslicht.
Es kristallisierten sich die Themen Verkehr sowie Ortsbild & Infrastruktur als die Top-Themen heraus, gefolgt von Soziales & Wohnen und Familie/Jugend/Kinder.
Bei den neu zu schaffenden Freizeitmöglichkeiten steht ein Badeplatz an der Erlauf hoch im Kurs. Der Wunsch nach mehr Veranstaltungen zu ökologischen und Gesundheitsthemen ist groß.
Weiters votieren die Befragten dafür, dass die derzeit verfügbaren Flächen in Wieselburg vorrangig als Naturräume für Naherholung und den Ausbau von Rad- und Gehwegen verwendet werden sollten.
Die Umfahrung sollte sich positiv auswirken: Vor allem durch die Reduzierung des Durchzugsverkehrs erhoffen sich die Befragten eine weitere Erhöhung der Verkehrs- und Schulwegsicherheit sowie der Lebensqualität durch eine attraktivere Gestaltung des Ortszentrums.
Ein Mix an Maßnahmen und Nutzungen – auch für den freiwerdenden Teil des Lagerhausareales auf dem derzeit die Traktorwerkstatt steht – wird mehrheitlich gewünscht. Zwei Drittel votierten auch für die Einführung eines Wochenmarktes und weiteren Verkaufsmöglichkeiten von regionalen Produzenten.

Mehrheit für Ortszusammenlegung

Das heiße Thema "Gemeindezusammenlegung" wird äußerst positiv gesehen, da die Befragten in allen abgefragten Bereichen weit mehr Chancen als Risiken sehen. 42 Prozent der Befragten sind für eine Zusammenlegung mit der Gemeinde Wieselburg-Land, 36 Prozent für eine Zusammenlegung mit allen drei Umlandgemeinden Wieselburg-Land, Petzenkirchen und Bergland und nur 18 Prozent sind grundsätzlich dagegen sind, bei vier Prozent, die es nicht wissen oder keine Angabe gemacht haben.

Daten und Fakten analysieren

Mit diesem Wissen im Gepäck machten sich die sechs Arbeitsgruppen des Bürgerbeteiligungsprojekts "Wieselburg 2030 – Wir planen Zukunft", das laut Befragung immerhin bei 75 Prozent der Befragten bekannt ist und zu 100 Prozent gut geheißen wird, auf, um auf Basis der Ergebnisse und den zur Verfügung stehenden Daten und Fakten Wieselburg zu analysieren. Es sollen nun Stärken und Schwächen aufgezeigt, die Ursachen dafür hinterfragt sowie auch ein Blick auf das Umfeld der Stadtgemeinde Wieselburg geworfen werden, das Wieselburg beeinflusst bzw. von Wieselburg beeinflusst wird.
Am 30. Mai wird dann bei der nächsten Arbeitsgruppensitzung mit der Ziel- und Maßnahmenplanung begonnen werden.
Alle Ergebnisse der Bürgerbefragung werden umfassend im Rahmen der Feierlichkeiten zum 40-jährigen Jubiläum der Stadterhebung von Wieselburg am Samstag, 7. Mai von 9 bis 12 Uhr im Rathaus allen interessierten Wieselburgern präsentiert.
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Hermann Biber aus Scheibbs | 15.04.2016 | 17:32   Melden
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