30.05.2017, 11:05 Uhr

"Kräuter-Hexen" im Tannenwald in Feichsen

Wildkräuter-Wanderung in Feichsen: Engelbert Auer (3.v.r.) und seine "Kräuter-Hexen" im grünen Tannenwald.

Auf Du und Du mit dem Wald: "Tannenflüsterer" Engelbert Auer auf den Spuren der Holzknechte.

FEICHSEN. Er streichelt ihnen die Äste, spricht ihnen Mut zu und hat eine ganz eigene Verbindung zu seinen Bäumen. Engelbert Auer ist nicht irgendein Christbaum-Züchter. Engelbert Auer ist der "Tannenflüsterer".
Der begeisterte Naturfreund verbringt fast den ganzen Tag bei seinen geliebten Bäumen. Momentan absolviert der Feichsner einen Kurs für Kräuter-Pädagogik am Ländlichen Fortbildungsinstitut (LFI) in St. Pölten. Aus diesem Grund hatte er Gleichgesinnte zur gemeinsamen Wildkräuter-Wanderung in seinen Wald geladen.
"Jeder trägt sein Pinkerl, manche auch ein ganzes Haus", stellt Engelbert Auer eines seiner Lieblingstiere vor. "Die Weinbergschnecke kommt bei mir im Wald sehr häufig vor, vermutlich, weil ich hier keine Spritzmittel oder Pestizide einsetze", führt Auer weiter aus.

Ausbildung zur Hexe

Bei der Wanderung teilten sich die Teilnehmenden die Arbeit auf und jene vier Personen, die sich ebenfalls zu "Kräuter-Hexen" ausbilden lassen, stellten jeweils drei Pflanzen zu Übungszwecken vor, während Engelbert Auer viel Wissenswertes über die seit alten Zeiten bekannten Heilkräfte der Tannenbäume zu berichten weiß.
"Jeder Holzknecht hatte früher Tannenharz in seiner Tasche eingesteckt, denn dies wirkt wahre Wunder bei der Desinfektion von Wunden, das Harz tötet Keime ab, wirkt antibakteriell, eignet sich ganz perfekt zum Räuchern und bleibt selbst bei starkem Frost in den Harztaschen am Stamm und an den Ästen noch flüssig", erzählt der "Tannenflüsterer" bei der Heilkräuter-Wanderung über seine "Lieblinge" aus der Pflanzenwelt.
Danach werden die gesammelten Pflanzen an einem "menschlichen Körper" aus Tannenzweigen den jeweiligen Regionen zugeordnet, an denen sie ihre Heilkräfte entfalten.
"Eine anschauliche Methode, um sich dies einzuprägen", so Auer. Zum Abschluss können die Gäste köstliche selbst gemachte Säfte, Aufstriche und Brote verkosten, die von Engelbert Auers Ehefrau Angelika aus diversen Heilkräutern zubereitet wurden.
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