05.04.2017, 05:00 Uhr

Scheibbs: Politik sucht nach Rettungsring

Das Scheibbser Allwetterbad sorgt zum wiederholten Male für Diskussionsstoff. Diesmal geht es um die Schließung des Hallenbads. (Foto: Stadtgemeinde Scheibbs)

Droht dem Scheibbser Allwetterbad die Schließung? Bürgermeisterin Christine Dünwald entkräftigt die Gerüchte.

SCHEIBBS. Die Aufregung war groß, als die Nachricht einer etwaigen Schließung des Scheibbser Allwetterbades vor einigen Wochen (die BEZIRKSBLÄTTER berichteten) die Runde machte. Insbesondere in den sozialen Medien wurde darüber heftig diskutiert.

Kommentare wie: "Zuerst die Greißler, Bäcker, Wirte, und jetzt auch schon die Bäder – wo führt das alles noch hin?" oder "Scheibbs wird für junge Leute immer weniger attraktiv", bis hin zu "Wenn man so eine Politik macht, dann weiß ich nicht, ob noch alles passt, Frau Bürgermeisterin!" waren auf Facebook zu lesen.
Sogar zwei Unterschriftenaktionen für den Erhalt des Bades wurden ins Leben gerufen. Nun hat sich Scheibbs' Bürgermeisterin Christine Dünwald den Gerüchten gestellt und Klarheit in die Angelegenheit gebracht.

Weniger Badegäste

"Zunächst geht es in unseren Überlegungen nicht um das Freibad. Das Freibad ist nicht betroffen und wird offen bleiben", so Dünwald. "Das eigentliche Problem sind die Kosten für das Hallenbad, welches uns an die finanziellen Grenzen treibt."
Jährlich müssen 450.000 Euro im Gemeindebudget veranschlagt werden, um das Bad zu erhalten. Nicht einfach, wenn man parallel dazu mit einem Besucherrückgang zu kämpfen hat. "Wir haben um ein Drittel weniger Badegäste, als noch vor zehn Jahren. Würden die Leute mehr Verbundenheit zum Bad zeigen, in dem sie es auch benutzen und nicht nur ihre Meinung darüber kundtun, stünden wir nicht vor diesem Problem", sagt Dünwald.

Lösungen gesucht

Wie es mit dem Hallenbad weitergeht, ist noch Gegenstand der politischen Diskussion. Angefangen von Ideen, wie einer Freiwilligenplattform (nach Vorbild des Hallenbads Oberndorf/Melk, siehe weiter unten), über eine Erhöhung der Eintrittspreise bis hin zu kürzeren Öffnungszeiten und Einbindungen von Vereinen, stehen im Raum.

Der mit dem Finanzierungsplan beauftragte Stadtrat Adolf Wagner blickt dem Ganzen positiv entgegen: "Ich habe meinen Bericht an die Bürgermeisterin abgegeben. Nun wird man sehen, ob meine Ideen zur Erhaltung des Hallenbades auch gemeinsam – von Politik und Bevölkerung – unterstützt und getragen werden", so Wagner.
Eine Entscheidung wird in den nächsten Wochen erwartet. Sollte es aber tatsächlich zu einer Schließung des Hallenbades kommen, so würde für viele Scheibbser, welche im Bad Schwimmen gelernt haben, eine Ära zu Ende gehen.

"Man wird es sehr vermissen, das kann ich mit Sicherheit schon jetzt behaupten." (Vroni Bramer via Facebook)

Vorbild Oberndorf: Ein Bad mit Zusammenhalt

Sechs Gemeinderäte und ein pensionierter Hauptschullehrer haben im Jahr 1975 begonnen, sich ehrenamtlich als Bademeister zur Verfügung zu stellen und die Aufsichtsdienste zu übernehmen. Mittlerweile zählt das Bad 60 freiwillige Bademeister im Alter von 18 bis 75 Jahren. "Ohne diese Freiwilligen würde es das Hallenbad heute nicht mehr geben", ist sich Oberndorfs Bürgermeister Franz Sturmlechner sicher. "Es wäre schlichtweg nicht finanzierbar." Insgesamt 70.000 Euro lassen sich aufgrund der Freiwilligenplattform jährlich einsparen.
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