06.12.2017, 12:41 Uhr

Scheibbs säuft sich auf "Platz 1"

Alkohol am Steuer wird im Bezirk Scheibbs zum Problem. (Foto: privat)

Laut einer Studie des Verkehrsclubs Österreich (VCÖ) gibt es im Bezirk Scheibbs den größten Anteil an Alko-Unfällen.

BEZIRK SCHEIBBS. Die gute Nachricht ist: Der Bezirk Scheibbs liegt in der aktuellen Analyse des Verkehrsclubs Österreich (VCÖ) statt wie letztes Jahr mit elf Prozent österreichweit auf dem zweiten Platz, nun mit 11,4 Prozent als Spitzenreiter auf Platz 1. Die schlechte Nachricht ist, dass es sich um den Anteil der alkoholbedingten Verkehrsunfälle handelt, im Klartext: Jeder neunte Unfall in Scheibbs passiert unter Alkoholeinfluss. Insgesamt wurden in Niederösterreich im Untersuchungszeitraum bei 2.140 Alko-Unfällen 2.693 Personen verletzt und 23 Menschen kamen dabei ums Leben.

Es scheint also in keinem anderen Bezirk Österreichs mehr betrunkene Autofahrer als bei uns zu geben – oder trügt hier der Schein?

Beim Bezirkspolizeikommando Scheibbs beteuerte man schon im Vorjahr, dass die alkoholbedingten Verkehrsunfälle stark zurückgegangen wären und verweist heuer erneut auf einen weiteren Rückgang und auf den langen Rückrechnungszeitraum der VCÖ-Analyse. Es bleibt nun allerdings die Frage offen, wie der Wert trotzdem steigen konnte und ob man nächstes Jahr auch wirklich den ersten Platz wieder abgeben kann.

Die Polizei arbeitet dagegen

"Gerade zur Adventszeit wird man verleitet, das eine oder andere Glas zu viel zu trinken. Deshalb führen wir gerade zu dieser Zeit viele Schwerpunkt-Kontrollen durch. Der hohe Wert von 11,4 Prozent in der VCÖ-Analyse ergibt sich daraus, dass es im Bezirk generell relativ wenig Unfälle gibt, was dann diesen hohen Prozentsatz zur Folge hat. Die Studie rechnet außerdem bis zum Jahr 2013 zurück – hier konnten wir aber einen Rückgang beobachten. 2015 gab es 23 Unfälle unter Alkohol-Einfluss, 2016 waren es 20 und bis zum 6. Dezember 2017 haben wir während der ersten Jahreshälfte sieben und in der zweiten Hälfte fünf Alko-Unfälle im Bezirk Scheibbs verzeichnet. Ein besser ausgebautes öffentliches Verkehrsnetz würde im ländlichen Raum sicher viel bewirken", betont der Scheibbser Bezirkspolizeikommandant-Stellvertreter Leopold Pitzl.

Weniger Unfälle in Städten

Österreichweit weisen Städte den niedrigsten Anteil an Alko-Unfällen auf. Das öffentliche Verkehrsangebot in den Städten sowie die Möglichkeit mit dem Taxi oder zu Fuß nach Hause zu kommen sind die Hauptgründe für den niedrigeren Anteil von Alko-Unfällen in den Städten, stellt der VCÖ fest.

"In dünner besiedelten Regionen kann mit Nacht- und Discobussen sowie Anrufsammeltaxis die Zahl der Alko-Unfälle verringert werden", stellt VCÖ-Sprecher Christian Gratzer fest. Häufig scheitern diese für die Verkehrssicherheit wichtigen Angebote an der Finanzierung. Deshalb schlägt der Verkehsclub Österreich nun vor, dass ein Teil der Einnahmen aus Verkehrsstrafen für die Einführung von Anrufsammeltaxis, Nachtbussen und Gemeindebussen zweckgewidmet wird. Außerdem sind zwischen Siedlungen und den nächstgelegenen Ortschaften sichere Gehwege zu errichten.
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Hermann Biber aus Scheibbs | 08.12.2017 | 12:36   Melden
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Josef Rathkolb aus Pielachtal | 12.12.2017 | 09:46   Melden
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Hermann Biber aus Scheibbs | 13.12.2017 | 19:34   Melden
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