11.09.2016, 19:31 Uhr

Sechsjährige im Bezirk Scheibbs sexuell missbraucht

Opfervertreterin Ulrike Koller forderte, dass der Täter dem Mädchen 3.000 Euro bezahlt und für mögliche Folgekosten aufkommt. (Foto: Koller)

47-jähriger Pensionist aus dem Bezirk musste wegen sexuellen Missbrauchs einer Sechsjährigen vor Gericht.

BEZIRK SCHEIBBS. Mit Fernseherlaubnis und vielen schönen Dingen, die sie sich kaufen dürfe, schmeichelte sich ein 47-jähriger Pensionist aus dem Bezirk Scheibbs bei der sechsjährigen Tochter von Bekannten ein.

Pädophilie statt "Aufsicht"

Während das Mädchen von ihm beaufsichtigt werden sollte, soll es zwischen Mai 2015 und März 2016 immer wieder zu teils massiven sexuellen Übergriffen gekommen sein. Eine anonyme Anzeige beendete schließlich die schwer traumatisierenden Erlebnisse der Volksschülerin.
Staatsanwältin Michaela Obenaus sprach beim Prozess am Landesgericht St. Pölten von zumindest 25 sexuellen Übergriffen.
Der, bereits 1987 einschlägig vorbestrafte Pensionist soll unter anderem versucht haben, das Mädchen dazu zu überreden, sich eine Bierflasche und ein Tampon einzuführen, was einer, dem Beischlaf gleichzusetzenden Handlung entspräche.

Zum Schweigen gebracht

Bei seinen Berührungen im Intimbereich habe sie ihn oft weggestoßen, so das Mädchen in der kontradiktatorischen Vernehmung. "Er hat zu mir gesagt, ich darf es nicht erzählen, sonst krieg ich gar nichts mehr", erklärte die Sechsjährige ihr anfängliches Schweigen, bevor sie sich endlich ihrer Mutter anvertraute.

Mädchen ist traumatisiert

Das Mädchen sei noch immer beeinträchtigt, so Opfervertreterin Ulrike Koller. Es lasse sich nicht einmal von der Mutter waschen.
Für das Opfer forderte Koller vorerst einen Betrag von 3.000 Euro und behält sich vor, dass der Beschuldigte auch für mögliche Folgekosten aufzukommen hat. Verteidiger Johann Huber akzeptierte die Forderung im Namen seines Mandanten.
Da bei dem Beschuldigten von Pädophilie auszugehen sei, bedarf es noch der Aussage des Sachverständigen Richard Billeth, der ein Gutachten erstellte, um eine mögliche Einweisung des Betroffenen in eine Anstalt für geistig abnorme Rechtsbrecher abwägen zu können. Richterin Andrea Humer musste den Prozess aus diesem Grund auf Ende September vertagen.
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