RMagazin Buchtipp: Lenz Koppelstätter „Nachts am Brenner“

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Grenzerfahrung (Ein Fall für Commissario Grauner) – von Mirjam Dauber

Der Brenner, ein unwirtlicher Ort. Auch für Giuseppe Bertoldo, Bahnhofsvorsteher. Doch er erträgt das Frostige mit der stoischen Gelassenheit eines Menschen, der schon in viel tiefere Abgründe blicken musste. Und macht schließlich im frühen Morgengrauen auf dem Weg zum Dienst grausame Entdeckungen, die sich nach hektischer Suche als Teile der übel zugerichteten Leiche eines Einheimischen entpuppen. Jakob Voltinger, an die 90 Jahre alt, arm wie eine Kirchenmaus, einsam. Hat so jemand Feinde? Auch Johann Grauner, Commissario, der gemeinsam mit seinem süditalienischen Kollegen Ispettore Claudio Saltapepe aus dem sommerlich-heißen Bozen anrückt, um am Grenz-ort zu ermitteln, spürt das Unwirtliche und sehnt sich zurück in die idyllische Abgeschiedenheit seines Bergbauernhofs. Mehr noch, als er im heruntergewirtschafteten Haus des Ermordeten eine Visitenkarte findet, die ihn schlagartig mit den dunkelsten, ungelösten Kapiteln seiner eigenen Familiengeschichte konfrontiert. Eine zweite Leiche wird gefunden, eine Hanfplantage im Wald nahe der Autobahn entdeckt, die omnipräsente Bürgermeisterin Katharina Wieser verstrickt sich in Widersprüche, immer längere Schatten aus der Vergangenheit treten zu Tage und halten die Ermittler auf Trab... Wer dieses Buch nicht liest, versäumt einen rasant geschriebenen Krimi, bereichert durch jede Menge Lokalkolorit, spannende Verwicklungen und einige kurzweilige Lesestunden. 

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