Sozialberuf
Billige Arbeitskräfte für die Pflege?

Die angehenden Pflegekräfte bekommen nur in Reutte eine Entlohnung. Alle anderen Krankenanstalten des Landes zahlen keine Entschädigung.
  • Die angehenden Pflegekräfte bekommen nur in Reutte eine Entlohnung. Alle anderen Krankenanstalten des Landes zahlen keine Entschädigung.
  • Foto: Archiv
  • hochgeladen von Florian Haun

SCHWAZ/REUTTE/INNSBRUCK (red). Eine kürzlich veröffentlichte Pressemeldung der SPÖ im Bezug auf das Thema Pflege dürfte wohl nicht mehr als ein politisches Strohfeuer gewesen sein. Im Landtag war man sich zwar einig darüber, dass Auszubildende Pflegekräfte für ihre Arbeit auf den Stationen finanzielle Unterstützung bekommen sollen, doch das politische Bekenntnis der Parteien ist offenbar wenig wert.

Was derzeit läuft ist eine Untersuchung wie man die jungen Auszubildenden unterstützen könnte. Zur Erinnerung: in früheren Tagen war es selbstverständlich, dass KrankenpflegeschülerInnen für ihre Arbeit auf den Stationen (über 50 Prozent der Ausbildung wird auf den Stationen in den Krankenhäusern absolviert) entlohnt werden. Seit z.B. die Diplomausbildung offiziell ein Studium (Abschluss mit Bachelor) ist, werden die Auszubildenden pro Semester sogar noch mit 363,36 Euro plus 60,- Euro Sachmittelbeitrag pro Jahr zur Kassa gebeten. 

Nicht mal was zu essen?

Wie die BEZIRKSBLÄTTER-Redaktion erfahren hat, bekommen die Auszubildenden in den Bezirkskrankenhäusern zumindest Verpflegung, abgesehen von Innsbruck und Hall - hier ist Selbstverpflegung angesagt. Würde man die KrankenpflegechülerInnen wieder, wie in früheren Tage, entlohnen, hätten all jene die Anspruch auf ein Stipendium bzw. Unterstützung haben, keinen Anspruch mehr. Ob den angehenden Pflegekräften nicht generell ein finanzieller Zuschuss für ihrer Arbeit lieber wäre darf zumindest vermutet werden.

In Reutte geht's

Im BKH Reutte bekommen die KrankenpflegeschülerInnen zumindest eine kleine finanzielle Entschädigung für ihre Arbeit. Das Geld dafür kommt vom Krankenausverband der Gemeinden des Bezirkes und wird in der Höhe von 350,- Euro ab dem ersten Semester ausbezahlt. 

Liste Fritz macht Druck

„Es muss das gemeinsame Ziel aller Verantwortlichen in Tirol sein, mehr junge Menschen für eine Pflegeausbildung zu gewinnen. Dafür braucht es vor allem die richtigen Rahmenbedingungen, im Beruf aber auch bereits in der Ausbildung. Die Pflegestudierenden absolvieren im Rahmen ihres Studiums 4.000 Ausbildungsstunden. Ziemlich genau die Hälfte davon sind praktische Arbeitsstunden in den Spitälern, Heimen und Sprengeln. In den Spitälern in Zams und Innsbruck bzw. Hall bekommen die Pflegestudierenden noch immer nicht einmal ein Mittagessen als Entschädigung. Eine finanzielle Entschädigung bekommen sie bisher überhaupt nur in Reutte. Das mindeste ist es, dass die Pflegestudierenden für ihre Arbeitsleistung mit einem Mittagessen entlohnt werden, alles darüber hinaus ist natürlich zu begrüßen. Der mögliche Verlust eines Stipendiums aufgrund finanzieller Vergütung darf jedenfalls keine Ausrede sein. Eine Bezahlung unter der Geringfügigkeitsgrenze muss immer möglich sein und wäre auch angemessen, nachdem die Spitäler einiges an Geld sparen können, wenn Pflegestudierende gewisse Arbeiten übernehmen. Wir als Liste Fritz setzen uns seit jeher für verbesserte Rahmenbedingungen in Pflegeberufen und Pflegeausbildung ein. Wir werden in den kommenden Jahren noch mehr Pflegepersonal brauchen, da ist es nur richtig, dass wir ein bisschen Geld in die Hand nehmen und Anreize dafür schaffen!“, stellt Liste Fritz-Klubobfrau Andrea Haselwanter-Schneider fest.

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