Die Zillertal Tenne: Das waren noch Zeiten

Gaby, Gretl, Bea, Hans und Sabine Heim - die Familie hat mit dem Aufbau der Zillertal Tenne einzigartiges geleistet.
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  • Gaby, Gretl, Bea, Hans und Sabine Heim - die Familie hat mit dem Aufbau der Zillertal Tenne einzigartiges geleistet.
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  • hochgeladen von Florian Haun

FÜGEN (fh). Die Eröffnung der ersten Zillertal Tenne am 6. März 1976 war für unsere Region ein großes Ereignis. Noch nie zuvor hatte es ein Lokal wie dieses gegeben und den Mut selbiges zu eröffnen hatten Gretl und Hans Heim aus Fügen im Zillertal.

Eine Discothek in dieser Größenordnung gab es in Westösterreich bis zu diesem Datum nicht und bereits im Vorfeld gab es hitzige Diskussionen und man prophezeite, dass die "Zillertal Tenne" keinen Erfolg haben werde. Es sollte ganz anders kommen, denn was Gretl und Hans Heim damals auf die Beine gestellt haben, ist bis zum heutigen Tag in unsere Region, und weit darüber hinaus, unübertroffen. 

Dinner and Dance

Bevor man den von Seiten der Familie Heim den Schritt wagte ein Großraumdisco zu eröffnen, schaute man sich zahlreiche Lokale im Ausland an und kam zu dem Schluss, dass das Konzept von "Dinner & Dance" für die erste Tenne das beste sei. In der damaligen Tenne wurde groß aufgekocht und man konnte es sich so richtig gut gehen lassen.

"Unsere Eltern hatten damals den Mut bzw. den Unternehmergeist das Projekt zu verwirklichen und allen Widerständen zum Trotz wurde eine Discothek im rustikalen Stil mit Sitznischen und einer Bühne in der Mitte errichtet. Zu Beginn war das natürlich für die Leute in der Region etwas Neues, aber es hat sich schnell herumgesprochen, dass man in der Tenne gut feiern sowie gut Essen und Trinken kann und die Musikacts waren natürlich das absolute Highlight"

, erklärt Gaby Heim im Gespräch mit der BEZIRKSBLÄTTER-Redaktion.

Musikalische Highlights Live

Gretl und Hans Heim schafften es Ende der 70er Jahre große Musikstars ins Zillertal zu holen und so konnte man in der Zillertal Tenne unter anderem Roberto Blanco, Jürgen Drews, die Bellamy Brothers oder auch die Band Erruption bewundern und hören. Die Musiker sorgten für großartige Stimmung und es wurden Feste in der Tenne gefeiert über die heute noch gesprochen wird.

"Unsere Eltern haben immer auf Qualität gesetzt uns sich die damaligen Musiker auch etwas kosten lassen. Die Gagen waren teils horrend, aber das Publikum war hungrig nacht guter Live-Musik und so haben wir großartige Erfolge in der Tenne feiern können"

, erklärt Gaby Heim.

Nummer zwei und drei

Der erste Umbau der Zillertal Tenne folgte im Jahr 1990 und man verlagerte das Geschäft mehr in Richtung Bar. Es wurden 8 verschiedene Bars in der Tenne installiert, die Dekoration wurde massiv verändert und unter anderem stellte man einen 10 Meter hohen Baum in der Discothek auf. Nach sechs Jahren erkannte man, dass das Publikum etwas Neues möchte und so erfolgte der dritte Umbau. Man entschied sich der Tenne italienisches Flair zu verleihen, gestaltete die Tanzfläche im Stile einer italienischen Piazza und installierte eine Pizzeria, welche vom Publikum bestens angenommen wurde. Am 8. August 1996 wurde die Tenne in Wien zur schönsten Großraumdisco Österreichs gewählt und das Konzept rund um "dolce vita" ging voll auf. 

Starauftritte reaktiviert

Erneut holte die Familie Heim Stars ins Zillertal und unter anderem traten Waterloo & Robinson, die Silver Convention in der Tenne auf. Die legendären Tiroler Spatzen mit Jörg Höllwarth und Franz Wetscher veranstalteten einen Hausball in der Tenne und kreierten damit einen Publikumsmagnet. Der bekannte und beliebte Peter Rapp moderierte eines Modeschauen in der Tenne. 
Das Konzept rund um italienische Lebensfreude ging voll auf und die Tenne war, nicht nur am Wochenende, gerammelt voll.

"In der Region boomten die Italienisch-Kurse und unsere Discothek war extrem gut besucht. Es kamen die Leute von überall, reisten sogar aus München und Südtirol an und es war wirklich eine sehr schöne Zeit"

, erklärt Gaby Heim. Vielen in der Region dürften die Zeiten in der Tenne noch in bester Erinnerung sein und wenn die DJs Gaggia und Pepe am Donnerstag in der Tenne auflegten war für Stimmung gesorgt. 

Jahrelange Begleiter

Ohne eine funktionierendes Team war es unmöglich eine Discothek zu führen und so waren vor allem Gretl und Hans Heim, aber auch die Töchter Gaby und Sabine voll eingebunden. Der Seniorchef des heutigen Kinderhotels "Mia Alpina" in Fügen, Karl Kobliha, hat lange Jahre in der Tenne als Barkeeper gearbeitet , ehe er mit seiner Familie den Schritt in die Selbständigkeit wagte. Auch an der Tür war mit dem gebürtigen Kroaten Stefan Bencetic genannt "Yugo Steff" ein äußerste fähige Mann dem der Respekt aller Gäste sicher war und der im Falle des Falles für Ordnung sorgte. Auch im "Süßen Löchl" an der Bar bei Ewald war man, selbst als Teenager, gut aufgehoben und fand immer ein offenes Ohr. 
Die Familie Heim betrieb die Tenne bis zum Jahr 2002 ehe sich die Pforten schlossen und die "goldene Tenne Zeit" vorüber war. Der unternehmerische Mut, der Fleiß sowie das organisatorische Geschick der Familie Heim haben diese Zeit in Fügen erst möglich gemacht und dafür muss man heute noch dankbar sein. Wer die Zeiten in der Tenne miterlebt hat kann sich glücklich schätzen denn so etwas wird wohl so schnell nicht mehr kommen.

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