Erinnerung an Auschwitz – 70. Jahrestag der KZ-Befreiung

Frau Marianne Defner aus Innsbruck (geb. 1. 11. 1886).
  • Frau Marianne Defner aus Innsbruck (geb. 1. 11. 1886).
  • hochgeladen von Max Tinello

„Arbeit macht frei“ steht bis heute über dem Tor des ehemaligen Konzentrationslagers Auschwitz. Das ist aber im völligen Gegensatz zu dem, was sich zwischen 1940 und 1945 hinter diesem Tor ereignete. Die Nationalsozialisten ermordeten dort über eine Million Menschen. Heute noch steht Auschwitz als das Symbol schlechthin für millionenfachen Mord und Verbrechen gegen die Menschheit in den NS-Konzentrationslagern.

Was vielleicht die wenigsten wissen: „Die Zeugen Jehovas waren bereits unter den ersten Polen, die mit den Transporten aus dem annektierten Gebiet Polens ins KL Auschwitz eintrafen“, schrieb die führende Historikerin Teresa Wontor-Cichy. Sie wurden von der SS als einzige religiöse Häftlingsgruppe durch einen gesonderten Winkel stigmatisiert: den lila Winkel. Sie waren auch die einzige Gruppe, die jederzeit hätte freikommen können – allerdings nur durch die Lossagung von ihrem Glauben. Doch kaum einer unterschrieb. Wontor-Cichy stellt fest: „Die Häftlingsgruppe verdient jedoch eine besondere Beachtung auf Grund ihrer moralischen Integrität, die sie trotz der Lagerverhältnisse bewahrte. Ihre Haltung resultierte aus religiösen Überzeugungen, die sich auf die Bibel stützten, und aus der Ablehnung jeder Gewalt.“

4 200 der 11 300 durch die Nationalsozialisten inhaftierten Zeugen Jehovas kamen in Konzentrationslager, 400 allein nach Auschwitz. 150 von ihnen starben dort. Insgesamt verloren im Dritten Reich ca. 1 500 Zeugen Jehovas ihr Leben, rund 370 durch Hinrichtung (größtenteils wegen Wehrdienstverweigerung).

Frau Marianne Defner aus Innsbruck (geb. 1. 11. 1886) trat ebenfalls mutig für ihre religiöse Überzeugung ein. Ihre NS-Verfolgungsgeschichte begann mit ihrer Festnahme und Verbringung ins Polizeigefängnis Innsbruck, von wo aus sie im Juni 1939 zunächst ins KZ Ravensbrück und am 26. März 1942 dann nach Auschwitz verbracht wurde. Dort blieb sie bis 1945. Die Befreiung erlebte sie im April 1945 als Dachau-Häftling. Insgesamt war sie fast 8 Jahre in NS-Haft.

Der Tag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz jährt sich in diesem Jahr zum 70. Mal. Bereits 1996 initiierte der damalige Bundespräsident Roman Herzog den 27. Januar als nationalen Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus. Weltweit finden in vielen Ländern Gedenkveranstaltungen statt. Dabei gilt nach wie vor, was Roman Herzog 1996 sagte: „Deshalb geht es darum, aus der Erinnerung immer wieder lebendige Zukunft werden zu lassen. Wir wollen nicht unser Entsetzen konservieren. Wir wollen Lehren ziehen, die auch künftigen Generationen Orientierung sind.“

Medienkontakt:
Deutschland, Liechtenstein, Luxemburg, Österreich, Schweiz: Wolfram Slupina,
Telefon +49 (0)6483 413110, PID-D.DE@jw.org,
www.jehovaszeugen.de,
www.jw.org

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