Kaiserjäger unvergessen

Hans-Peter Haberditz hat jahrelange Arbeit in das Verzeichnis gesteckt.
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BEZIRK (dk). Im heurigen Gedenkjahr zum Beginn des Ersten Weltkrieges vor 100 Jahren erscheinen zahlreiche Publikationen, welche die Frontverläufe, monarchischen Konsequenzen oder auch theoretischen Hintergründe zu diesem ersten totalen Krieg schildern. Was oft auf der Strecke bleibt, sind persönliche Schicksale und das Leiden der Hinterbliebenen. Hans-Peter Haberditz, seit 20 Jahren als Berufsgenealoge, Heimatforscher und Militärhistoriker tätig, hat es sich zur Aufgabe gemacht, diese Schicksale zu dokumentieren.

Nächtelange Arbeit

"In meiner Tätigkeit als Ahnenforscher bin ich immer wieder auf die Frage gestoßen, wo die Vorfahren im Ersten Weltkrieg gefallen sind", erläutert Haberditz. Es gibt bis dato kein Nachschlagewerk, wo sämtliche gefallenen, verschollenen oder verstorbenen Soldaten dieses Krieges erfasst sind. Lediglich die veröffentlichten Ehrenbücher geben einen ersten Hinweis, für detailliertere Auskunft sind sie allerdings nicht zu gebrauchen. Jahrelang hat Haberditz insgesamt über 18.500 Soldaten der vier Tiroler Kaiserjägerregimenter dokumentiert, wobei Informationen wie Geburtsort, Ursache des Todes, Grabstätte und Quellenhinweise aufgelistet werden. "Oft ist es eine detektivische Arbeit. Menschen kommen zu mir mit lediglich einem Sterbebildchen und dann beginnen für mich die Nachforschungen", erklärt der Ahnenforscher. Anhand von Truppenaufstellungen können so mögliche Szenarien ermittelt werden, bis schließlich das Grab gefunden wird. "Die akribische Arbeit hat dazu beigetragen, dass so manches Schicksal aus der damaligen Zeit geklärt werden konnte", ist sich Haberditz sicher.

Beitrag zur Geschichte

"Man trägt etwas zur Geschichte vom Land Tirol bei, auch wenn man nichts dafür bekommt", freut sich Haberditz. 2016 soll diese Datenbank im Eigenverlag in drei Bänden in Buchform erscheinen. "Alle Archive in den Folgeländern der damaligen österreichischen Monarchie haben schon ihr Interesse bekundet", ist der Historiker stolz. Die Tiroler Kaiserjäger haben nämlich nicht nur aus Tirolern bestanden, sondern Soldaten aus allen Kronländern waren Teil dieser Regimenter. Zu den Namenslisten wird es auch noch Statistiken geben.

Die Ahnen aufspüren

Hans-Peter Haberditz kann auch Ihnen dabei helfen, Ihre Ahnen aufzuspüren. Wenn Sie von einer Person wissen, die im Ersten Weltkrieg für die Kaiserjäger gefochten hat, aber über das Verbleiben kaum Bescheid wissen, dann rufen Sie: 0699-10256355 oder schreiben Sie ein Mail an ahnenforschung-tirol@aon.at, Informationen im Netz finden Sie unter www.ahnenforschung-tirol.at oder www.tiroler-kaiserjäger-1816-1918.at.
Je mehr Informationen Sie über Ihren Vorfahren haben, desto höher ist die Chance, ihn zu finden.

Hans-Peter Haberditz hat jahrelange Arbeit in das Verzeichnis gesteckt.
Mit alten Briefen, Sterbebildern oder Ehrenbüchern wird versucht, den Verbleib von 18.000 Kaiserjägern aufzudecken.
Autor:

Dagmar Knoflach-Haberditz aus Schwaz

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