Verbund
Talschaftsvertrag bringt bald mehr Geld für Zillertal

Der Talschaftsvertrag mit der Verbund Hydro Power AG (ehem. Tauernkraftwerke) kommt dem gesamten Tal zugute.
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  • hochgeladen von Florian Haun

ZILLERTAL (fh). Der sogenannte Talschaftsvertrag wurde bereits Ende der 1960er Jahr zwischen dem Verbund (damals Tauernkraftwerke AG) und dem Land Tirol ausverhandelt.

Der erste Zillertalvertrag aus den Jahr 1968/69 war keine einfache Geburt denn der Widerstand innerhalb der Bevölkerung Der damalige Landeshaupt- mann Wallnöfer forderte die Berücksichtigung der örtlichen Interessen und fortwährende Ent- schädigungszahlungen für das Zillertal. Die Auszahlungen sollten der gesamten Talschaft zu- gutekommen. Als Vorbild nahm man den Vertrag, der zwischen dem Land Tirol und der Vorarlberger Illkraftwerke AG abgeschlossen wurde. Dieser kam aufgrund der Überleitung einiger Bäche des Paznauntals zu den Illkraftwerken im Montafon zustande.

Die jährlich gesicherte Entschädigung von drei Mio. Schilling wurde bereits im Jahr 1966 das erste Mal ausbezahlt. Das Land Tirol gab die Zusage, den Betrag zweckmäßig zu verwenden, wobei der TKW ein Vorschlagsrecht eingeräumt wurde. Die jährliche Abgeltung wurde nach Fertigstellung des Zillerkraftwerks um 50 % aufgestockt, da die Nutzung des Zillers in der bisherigen Abgeltung noch nicht mit eingerechnet war.  Im Jahr 1987 betrut die Talvertragszahlung bereits elf Millionen Schilling. Der Talschaftsvertrag wurde vom Rechnungshof speziell in den 1970er und 80er Jahren heftig kritisiert. Er empfahl eine Vertragsaufhebung aufgrund der freigiebigen Haltung des Unter- nehmens und der Tatsache, dass der Vertrag in der österreichischen Rechtsordnung keine Deckung finde. Der Vorstand hielt damals am Vertrag fest, da ein nützliches Auskommen mit dem Land Tirol daraus resultierte.

Neuverhandlung 2015 

Angesichts der Projekte Tuxbachüberleitung (jetzt abgeschlossen) sowie dem Projekt Rotholz (ruhend gestellt) wurde der Talschaftsvertrag neu ausgehandelt. Die Mittel welche aus dem Talschaftsvertrag nun lukriert werden belaufen sich auch ca. 1,5 Millionen Euro. Die Mittel werden über eine Gremium vergeben in welchem derzeit folgende Personen sitzen: Landeshaupt- mannstellvertreter Josef Geisler, der Bezirkshauptmann von Schwaz Dr. Michael Brandl, der Obmann des Planungsverbandes Zillertal und Bürgermeister von Ried im Zillertal Hansjörg Jä- ger, der Bürgermeister von Brandberg Heinz Ebenbichler und der Amtsdirektor für Gemeindeaufsicht, Grundverkehr und Wahlen Helmut Wolf. Hin und wieder gab es auch Kritik an der Vergabe der Mittel des Zillertalvertrages und vereinzelt war von "Freunderlwirtschaft" die Rede.

Der Zillertalvertrag II wurde – wie sein Vorgängermodell – ebenfalls zwischen dem Land Tirol und der Verbund AHP geschlossen. Unterzeichnet wurde er vom Landeshauptmannstellver- treter Josef Geisler und den beiden Verbund AHP Geschäftsführern Michael Amerer und Karl Heinz Gruber am 27. Juni 2015. Der Zillertalvertrag II steht in direktem Zusammenhang mit den Projekten Tuxbachüberleitung und Rotholz (Planung eines sog. Druckwasserstollens von Mayrhofen bis nach Rotholz inkl Kraftwerksbau in Rotholz - ruhend). Durch das Projekt Tuxbach haben sich neue Rahmenbedingungen für das hintere Zillertal ergeben wodurch der Vertrag neu verhandelt werden musste. Bereits in den 1970er und 80er Jahren gab es während der Errichtung der Zemmkraftwerke erste Überlegungen zum Projekt Untere Tuxbachüberleitung. Schlussendlich wurde das Projekt realisiert und für den Talschaftsvertrag bedeutete dies, dass man nun jährlich ca. 1,5 Millionen Euro vom Verbund bekommt.

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