Hilfslieferung nach Kurdistan
Zillertaler hilft den Ärmsten der Armen

Vielen Kindern vor Ort geht es sehr schlecht. Joe Höllwarth bietet Hilfe vor Ort an
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GATTERERBERG/MÜNSTER (fw). Er kann nicht zuschauen, wenn Menschen verfolgt werden und um ihm Leben fürchten müssen. Lippenbekenntnisse von Politikern sind wenig glaubwürdig. Er hilft lieber aktiv. Im Jänner reist Joe Höllwarth mit Hilfstransporten wieder nach Kurdistan.

Joe ist davon überzeugt, dass Menschen ohne Rücksicht auf Herkunft, Aussehen oder Glauben gut miteinander leben könnten. Der Arbeiter und Vater kehrt Mal mit gemischten Gefühlen zurück - wie seine Augen verraten. Physisch mit ihm in Tirol, verharren sie eigentlich tausende Kilometer von Österreich entfernt. „Als ich 2017 zum ersten Mal in Mossul war“, erinnert er sich, „war noch die Befreiung der Stadt vom IS im Gange“. Zwei Jahre später gilt der Islamische Staat zwar offiziell als besiegt, und dennoch gibt es nach immer noch fast täglich Luftangriffe mit Toten. „Besonders in den letzten zwei Wochen war es sehr heftig“. Diese chaotischen Zustände nutzen gefangene IS-Terroristen häufig zur Flucht aus den Gefängnissen.

Im Norden ist die Situation aus politischer Sicht zwar relativ ruhig, aber viele Städte sind mittlerweile absolut lebensfeindlich. „Die größten Leidtragenden sind wie in jedem Krieg auch hier die Jüngsten. Eine ganz normale Kindheit mit Fußballspielen oder Sandburg bauen ... kennen sie nicht. Vom Kleinkindalter an erleben sie Terror und Unterdrückung“. Joe Erzählt davon, dass die türkische Luftwaffe kürzlich einen Grenzübergang bombardiert habe, auf dem er sich wenige Monate zuvor noch selbst aufgehalten habe. „In dieser Grenzregion kümmere ich mich unter anderen um ein Schmetterlingskind“. In Summe seien im Irak übrigens 6,7 Millionen Menschen auf humanitäre Hilfe angewiesen. Die Hälfte davon seien Kinder.

Seine Reise wird Joe außerdem nach Rojava in Nord-Ost-Syrien führen, wo schwere Kämpfe zwischen Selbstverteidigungseinheiten von Rojava und der türkischen Armee (mit ihren verbündeten Dhihadisten) toben. Drohnenangriffe und der Einsatz von Phosphor ist normal. „Auf meine Intervention hin konnte ein Mädchen zur Behandlung in den Nordirak gebracht werden. Dort musste Sara ein Bein abgenommen werden“. Fluchtversuche von IS-Terroristen aus Gefangenenlagern gebe es auch hier immer wieder.

Ist er in Kurdistan, genießt er den Schutz durch die Barsani Charity Foundation des ehemaligen kurdischen Ministerpräsidenten. Deren Sicherheitskräfte weichen nicht von seiner Seite. Durch seine Kontakte mit offiziellen Vertretern in der Region, weiß Joe über die aktuelle Lage immer Bescheid. „Kürzlich habe ich mit dem Gesundheitsminister der autonomen Region Kurdistan im Videochat gesprochen. Laut ihm hat sich die Lage für die Menschen in Nord-Ost-Syrien noch einmal verschärft. Allein dort sind 300.000 Menschen auf der Flucht“. Gleichzeitig würden Krankenhäuser bombardiert und eine Notversorgung sei nur schwer aufrechtzuerhalten. Es bedarf medizinischen Geräten für einen Operationssaal (um einen weiteren einzurichten). Dringend nötig sind auch Medikamente. Schon grippale Infekte können für die Menschen tödlich enden. Und die Winter sind eiskalt, weshalb auch Winterkleidung gebraucht wird. „Ich stelle gerade wieder einen Hilfskonvoi zusammen“.

Es gäbe noch sehr Vieles über die Wirren dieses blutigen, sinnlosen Krieges zu berichten. Leider ziehe auch die westliche Gesellschaft den Überlebenskampf der betroffenen Menschen sehr oft ins Lächerliche. „Aber die jetzige, junge Generation wurde vermutlich noch nie damit konfrontiert, dass unschuldige Kinder gefangen genommen und von ihren Eltern getrennt wurden. Oder dass Siegen nicht mehr bedeutet, als den nächsten Tag zu erleben. Deshalb kann ich nicht zusehen. WEIL WIR DIE KINDER IN SYRIEN UND IM IRAK NICHT EINFACH IHREM SCHICKSAL ÜBERLASSEN KÖNNEN, bitte ich um eure Unterstützung. Kontoinhaber: Verein Freundeskreis FH St. Gertraudi
Iban: AT23 1400 0668 1012 5889
Kennwort: Irakhilfe von Joe

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