Infrastruktur
Zwist um Grundverkauf für Blaulichtzentrum

LAbg. Bgm. Dominik Mainusch versteht die Vorgehensweise des TVB nicht und findet deutliche Worte.
  • LAbg. Bgm. Dominik Mainusch versteht die Vorgehensweise des TVB nicht und findet deutliche Worte.
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  • hochgeladen von Florian Haun

FÜGEN (fh). Zwischen der Gemeine Fügen und dem Tourismusverband herrscht Uneinigkeit. Die Gemeinde plant die Errichtung eines Blaulichzentrums beim südlich gelegenen Kreisverkehr oberhalb der Therme. Zu diesem Zwecke bräuchte man 4.000 qm Grund doch der Aufsichtsrat des TVB ist dagegen. Die Gründe dafür muten teils skurril an und auch LAbg. und Bgm. Dominik Mainusch zeigt sich angesichts der Haltung der Touristiker enttäuscht. Im BB-Interview erklärt Mainusch die Situation und stellt auch die Frage ob der Weg, welchen der Tourismus geht, der richtige ist. 

BB: Mit welcher Begründung hat der TVB AR den Tausch/Kauf abgelehnt?
MAINUSCH:
"Der TVB will die nördliche Entwicklungsfläche zur Gänze für die Erweiterung der Thermenanlage oder für andere, neue touristische Projekte nutzen.
Zu den Zahlen: Das gesamte Areal hat ein Ausmaß von 35.000 m2. Die bestehende Thermenanlage umfasst eine Grundfläche von knapp über 14.000 m2. Es stehen somit nördlich mehr als 20.000 m2 Entwicklungsfläche zu Verfügung – ich kenne keinen Betrieb im Zillertal, der direkt angrenzend derart viel Reserveflächen zur Verfügung hat. Die Gemeinde hat um Verkauf/Tausch von 4.000 m2 aus diesen 20.000 m2 im äußersten nördlichen Eck direkt am Kreisverkehr angesucht. Ich kenne auch keinen Betrieb der 16.000 m2 Entwicklungsfläche direkt angrenzend zur Verfügung hat."

Warum gibt es hier, Ihrer Ansicht nach, ein ablehnende Haltung des TVB?
MAINUSCH:
"Weil der TVB diesen Grund unbedingt für zukünftige, noch nicht konkretisierte touristische Projekte nutzen will. Dass auch nach dem Tauschgeschäft noch knapp 16.000 m2 für eine derartige Entwicklung zur Verfügung stehen würden, wurde kommentarlos stehen gelassen.
Dass jede Anlage, die hier entstehen könnte, sogar von einem Feuerwehrhaus in direkter Nachbarschaft profitieren könnte (Sicherheitsgedanke) genauso. Dass die Gemeinde – ob Kauf oder Tausch – den TVB immer schadlos gehalten hätte, war ebenso kein ausreichendes Argument.
Einzig dem, dass es sich hierbei um den mit Abstand idealsten Standort für ein Feuerwehrhaus handelt, wurde beigepflichtet - aber auch ohne weitere Abwägung als unzureichendes Argument abgetan.
Resümierend kann festgehalten werden, dass es aussichtlos ist, hier mit objektiven Argumenten ein Umdenken zu erzielen. Argumente werden zwar nicht widerlegt, sie finden aber auch keine Berücksichtigung in der Entscheidung. Es gibt hier überhaupt kein Verständnis für die Bedürfnisse der Gemeinde bzw. der Allgemeinheit und überhaupt kein Bewusstsein für die regionale und soziale Verantwortung, die auch ein TVB für seine Region haben sollte. Ich nehme das mit Bedauern und Entsetzen über dieses mangelnde Verantwortungsgefühl zur Kenntnis.

BB: Was ist dran an dem Gerücht, dass man nahe der Therme ein Hotelprojekt plant?
MAINUSCH:
"TVB Obmann Ernst Erlebach hat das mittlerweile gegenüber der TT bereits bestätigt, dass es hierzu nach wie vor Überlegungen gibt. Ich gehe davon aus, dass auch das letztlich entscheidend für die ablehnende Haltung war. Erlebach spricht hier von einem 100-150 Betten Projekt. Hierzu gebe ich zu bedenken, dass ein Thermenhotel in dieser Größenordnung defacto nicht wirtschaftlich geführt werden kann. Hierfür braucht es aus meiner Sicht jedenfalls eine Größe von mind. 250 Betten. Unabhängig von der Größenordnung einer solchen Hotelanlage wird die Gemeinde ein solches Vorhaben aber jedenfalls ablehnen. Unsere Strategie im Tourismus ist nicht, neue Hotelprojekte voranzutreiben, sondern die Wertschöpfung in den bestehenden Betrieben zu erhöhen."

BB: Die Therme wird saniert und erweitert - gibt es Pläne für eine weitere Vergrößerung der Therme?
MAINUSCH: "Das aktuelle Erweiterungsvorhaben hat ein Bauvolumen von knapp 9 Mio.€. Für diese Maßnahme wird kein m2 zusätzlicher Grund benötigt. Darüber hinausgehende weitere Maßnahmen Richtung Norden sind aktuell nicht in Planung."

BB: Gab es nochmals Gespräche die Polizei von Strass nach Fügen zu holen?
MAINUSCH:
"Es hat nochmals eine Besprechung mit der Landespolizeidirektion gegeben, bei der ich unsere Interesse an einer PI in Fügen nochmals bekräftigt und mit Einsatzzahlen untermauert habe. Aktuell gibt es seitens der LPD aber kein Interesse an einer Standortverlegung. Wir wollen aber bei der Errichtung des neuen Feuerwehrhauses jedenfalls auch eine mögliche Erweiterung für die Ansiedelung der Polizei mitberücksichtigen. Das betrifft einerseits die planerische Berücksichtigung bereits bei diesem Bauvorhaben und andererseits auch die Standortwahl – die PI braucht einen möglichst attraktiven Anschluss an das höherrangige Straßennetz."

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