Unser Essen: wo's herkommt - Gut zu wissen
Herbsttour des Tiroler Bauernbundes – Auftaktgespräch im Bezirk Schwaz

ÖR Hannes Partl links im Bild mit Dr Peter Raggl, Bundesrat und Tiroler Bauernbunddirektor
  • ÖR Hannes Partl links im Bild mit Dr Peter Raggl, Bundesrat und Tiroler Bauernbunddirektor
  • hochgeladen von Franz Josef Haun

Am 14.November 2018 startete der Tiroler Bauernbund seine traditionelle Bezirkstour. Ökonomierat Hannes Partl, Obmann der Bezirkslandwirtschaftskammer Schwaz und Bauernbunddirektor Bundesrat Dr Peter Raggl waren an diesem Tag für den Bezirk Schwaz im Gasthof Post in Strass i.Z. im Einsatz und informierten die MedienvertreterInnen über die wichtigsten Herausforderungen für die Landwirtschaft, insbesondere jener der heimischen Bergbauernfamilien. Die führenden Vertreter des Tiroler Bauernbundes, wie LHStv ÖR Josef Geisler, Bauernbunddirektor Dr Peter Raggl und Präsident ÖR Ing Josef Hechenberger sind bei ihrer Bezirkstour an insgesamt acht Abenden jährlich Ansprechpartner für über 1200 bäuerliche EntscheidungsträgerInnen in ganz Tirol.

Hannes Partl stellte in seinen einführenden Worten fest, dass das Jahr 2018 für den Bezirk Schwaz nicht mit sehr negativen Einschnitten für die Bauernschaft zu Ende gehen werde. Im Bezirk sei die Landwirtschaft Gott sei Dank vor größeren Katastrophen wie in anderen Bundesländern verschont geblieben. Vor allem die bergbäuerliche Landwirtschaft sei aber durch die anhaltende Trockenperiode in den Sommermonaten mit Dürreschäden und dadurch bedingten Ernteausfällen konfrontiert gewesen und man werde dazu in den betroffenen Gemeinden danach trachten, diese Schäden finanziell abzugelten. Der Holzpreis sei ebenfalls stark nach unten gegangen, bedingt durch die großen Wald-und Flurschäden nach Unwettern in anderen Bundesländern in fast ganz Österreich und dem benachbarten Ausland. Ansonsten sei die Landwirtschaft im Bezirk Schwaz gut aufgestellt und die bäuerlichen Familien würden durch Fleiß und Innovation danach trachten, ihre Produkte wie Fleisch, Brot, Milch, Eier usw. zu vermarkten. Die Marke Tirol und das AMA Gütesiegel garantieren unter anderem auch, dass die zu vermarktenden Produkte 100 %-iger Qualität entsprechen, meinte Kammerobmann Partl.

Bauernbunddirektor BR Dr Peter Raggl informierte über seine Netzwerkertätigkeit im Bundesrat. Es sei sehr wichtig, so Raggl, dass ein Vertreter der heimischen Landwirtschaft dort tätig sei und eben als Bindeglied zur gesetzgebenden Körperschaft des Nationalrates wirke. Die Europäische Union habe in ihrer Finanzvorschau der Jahre 2021 bis 2023 massive finanzielle Kürzungen der bäuerlichen Bergbauernlandwirtschaft zu Gunsten der großen Flächenbetriebe angedacht. Das wäre eine große Katastrophe für diese Betriebe, denn die Bergbauernförderung sollte um 15,3 % gekürzt werden, so Dr Raggl.

Eine wichtige Kampagne startet der Bauernbund in ganz Österreich zum Thema: „Unser Essen, wo’s herkommt, gut zu WISSEN“!
Dazu werde eine verpflichtende Herkunftsbezeichnung für Milch,-Ei-und Fleischprodukte und für Lebensmittel der Gemeinschaftsverpflegung gefordert, so Dr Raggl. Denn es sei einfach gut zu wissen, wo unsere Lebensmittel herkommen. Für die bäuerlichen Lebensmittelproduzenten in Österreich ist es eine Überlebensfrage, dass die Konsumenten heimische Produkte kaufen. Wir wollen, dass der Konsument weiß: wo Österreich draufsteht ist auch Österreich drinnen. Voraussetzung dafür sei eine transparente und verpflichtende Herkunftsbezeichnung. Im Regierungsprogramm seien erfolgreich die Einführung einer verpflichtenden Herkunftsbezeichnung bei Milch-und Fleischerzeugnissen, sowie Eierprodukten festgeschrieben worden. Zudem werde gefordert, dass in der öffentlichen und privaten Gemeinschaftsversorgung die Herkunft der Lebensmittel verpflchtend angegeben werde, so die bäuerlichen Vertreter Dr Raggl und Hannes Partl. Die Gastronomie sei von dieser Forderung nicht betroffen. Hier fordern wir die Schaffung von freiwilligen Anreizsystemen zur Herkunftsbezeichnung von Fleisch und Eiern. Mit einer Unterschriftenaktion soll ein klares Zeichen für eine unverzügliche Umsetzung der verpflichtenden Herkunftsbezeichnung in „Österreich Herkunftsbezeichnung jetzt“ gesetzt werden.
Warum und wozu Herkunftsbezeichnung ? Weil die Konsumenten ein Recht haben zu wissen, was sie essen und mit einer verbesserten Transparenz der Konsument entscheiden kann.
Warum Milch-und Fleischprodukte ? Weil die Konsumenten gerade bei weniger verarbeitenden Produkten wissen wollen, wo die Zutaten her sind. Speziell bei tierischen Produkten ist dieser Wunsch noch höher.
Was ist eine Herkunftsbezeichnung bei Milch-,Fleisch-und Eierprodukten? Es geht nur um die Herkunftsangabe der Hauptzutat, nicht aller Zutaten. Hauptzutat bedeutet mehr al 50 % des Gewichtes eines Milch-,Fleisch-oder Eierproduktes. Die Herkunftsangabe des fertigen Lebensmittels ist von der EU bereits geregelt.
Welche Produktgruppen sollen eine verpflichtende Herkunftsangabe aufweisen? Nur verpackte Lebensmittel !!, Fleischerzeugnisse, Milchprodukte, Eierprodukte.
Warum auch Fleisch und Eier in der Gemeinschaftsverpflegung ? ‚Während der Woche werden täglich über 2 Milionen Mahlzeien außer Haus oder in den ca 100 öffentlichen Küchen eingenommen. Am Arbeitsplatz, in Schulen und Universitäten, in Spitälern, Altersheimen und anderen öffentlichen Einrichtungen kann man sein Essen nicht selbst aussuchen. Die hier aufgezählten Fakten bedeuten für die Österreichische Landwirtschaft und auch für die kleinstrukturierte Bergbauernlandwirtschaft enorm viel und unterstützen die Vermarktung der bäuerlichen Produkte. Diesbezüglich könne jeder Konsument und jede Konsumentin etwas beitragen und die bäuerliche Lebsmittelproduktion unterstützen meinten deren Vertreter Dr Raggl und Hannes Partl abschließend.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen