Die Königsklasse: Triathlon ist ein harter und abwechslungsreicher Sport

Lisa-Maria Dornauer und Thomas Steger sind 
professionelle Triathleten.
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  • Lisa-Maria Dornauer und Thomas Steger sind
    professionelle Triathleten.
  • Foto: Dagmar Knoflach-Haberditz
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Nichts für Zartbesaitete ist der Triathlon. Schwimmen, Radfahren und Laufen, alles an einem Tag, gegen die Uhr und auf für Normalbürger unvorstellbare Distanzen. Thomas Steger (Pewag Racing Team) und Lisa-Maria Dornauer (Team Erdinger Alkoholfrei) sind Profis und erzählen uns im Interview über ihren Werdegang.

RM: Wie seid ihr zu dieser Sportart, dem Triathlon, gekommen?
Lisa-Maria: „Ich war 2011 beim Iron-Man in Klagenfurt als Zuschauerin dabei, um unseren Kollegen Franz Sailer anzufeuern. Das hat mich begeistert. Zwei Tage später habe ich mit dem Training begonnen.“
Thomas: „Ich habe 2011 mit dem Training für die Sportaufnahmeprüfung begonnen. Da ist alles dabei, Klettern, Laufen, Radfahren, Schwimmen. Dabei habe ich gemerkt, dass mir die Ausdauersportarten liegen und auch Spaß bereiten. Ja, und so hat das alles angefangen.“

RM: Was macht für euch die Faszination am Triathlon aus?
Lisa-Maria: „Die Abwechslung zwischen den drei Sportarten. Beim Training kann man sich das über den ganzen Tag aufteilen. Zudem erlebt man die Landschaft beim Radfahren ganz anders als beim Laufen.“
Thomas: „Die Events sind echt lässig. Da kann echt viel passieren. Ich habe schon über 50 Rennen absolviert und ich mache immer noch Fehler und dadurch bleibt es spannend. Man kann sich nie sicher sein. Und von der Atmosphäre her sind die Events einfach toll. Man ist nicht irgendwo im nirgendwo, sondern oft mit vielen Zuschauern und Rahmenprogramm. Besonders bei den Wechselzonen (Umkleiden zwischen den einzelnen Bewerben, Schuhwechsel etc., Anm. d. Red.) geht es hier oft toll zu. Aber natürlich ist auch das Training toll, weil es nicht so eintönig ist.“

RM: Wie sieht es mit dem Training aus? Wie viel Zeit investiert ihr da?
Thomas: „Aufgerechnet sind es im Schnitt 25-35 Stunden. Allerdings kommt das ganz drauf an, wie die Bewerbe sind. Die Ruhephasen vor und nach den Bewerben sind sehr wichtig, vor allem die nach den Bewerben wegen dem Muskelkater (lacht) – ja, auch Profis haben Muskelkater! Was so Spaß macht an dem Sport, ist, dass man es auch tatsächlich merkt, wenn man mehr trainiert hat, dann kommt auch was raus.“
Lisa-Maria: „Wir machen beide ja nur das. Die Amateure arbeiten ja auch noch und betreiben Triathlon nur nebenbei, das ist schon sehr zeitaufwendig, da bleibt oft viel auf der Strecke. Neben dem Job ist es grenzwertig.“

RM: Was waren eure größten Erfolge bisher?
Thomas: „Ich habe zweimal den dritten Platz bei einem Iron Man 70.3 (halbe Distanz, Anm. d. Red.) erreicht. Bei der EM in Walchsee 2016 kam ich auch auf den dritten Platz. Bei der Challenge Gran Canaria 2016 war ich Sieger, ebenso bei der Challenge Walchsee 2017.“
Lisa-Maria: „Beim heurigen Iron Man 70.3. in St. Pölten war ich in den Top 10. Den Chiemsee Triathlon in der Kurzdistanz habe ich gewonnen, beim Trumer Triathlon wurde ich in der Mitteldistanz Zweite und beim Trans-Vorarlberg Vierte.“

RM: Was sind eure Ziele für die Zukunft?
Thomas: „Es sind noch ein paar tolle Events, bei denen wir natürlich gute Plätze haben wollen. Ende Oktober machen wir dann gemeinsam einen Saisonabschluss bei der Challenge Sardinien.“
Lisa-Maria: „Beide haben wir als langfristiges Ziel den Iron Man in Klagenfurt ins Auge gefasst. Dieser Bewerb ist jedoch so hart, dass wir auf viele andere Bewerbe verzichten müssten, um optimal darauf hintrainieren zu können.“

RM: Was würdet ihr Interessierten raten?

Thomas: „Auf jeden Fall eine sportmedizinische Untersuchung mit einer Leistungsdiagnostik, um seine eigenen Zonen herauszufinden. Man darf es nicht unterschätzen und muss eine gewisse Eigenverantwortung übernehmen.“
Lisa-Maria: „Dann ist es gut, wenn man zu einem Laufclub oder Schwimmverein etc. geht. In der Gruppe ist es immer leichter und der Spaß steht im Vordergrund.“
Thomas: „Mit den kürzeren Distanzen zu starten ist sicher eine gute Taktik. Man darf keine Angst davor haben, ‚Letzter‘ zu werden. Es geht für die Mehrheit einfach nur ums Durchkommen. Man soll Respekt vor der Strecke haben, aber keine Angst.“

FACTBOXTriathlon

Reihenfolge:Schwimmen, Radfahren, Laufen – Zeit in den Wechselzonen wird nicht angehalten, reiner Sommersport

Sprintdistanz:750 Meter Schwimmen, 20 km Radfahren, 5 km Laufen (für Einsteiger und Nachwuchs ideales Format)

Olympische Distanz:1,5 km Schwimmen, 40 km Radfahren, 10 km Laufen (z.B. Kirchbichl)

Mitteldistanz: 1,9 km Schwimmen, 90 km Radfahren, 21 km Laufen  (Thomas und Lisa-Maria treten hauptsächlich in dieser Distanz bei Bewerben an)

Langdistanz:3,8 km Schwimmen, 180 km Radfahren, 42 km Laufen (z.B. Iron Man)

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