Preisdruck lässt nicht nach!

UDERNS (fh). Die Preisanfragen mancher Reiseveranstalter sind dreist. Ein Zillertaler Wirt macht seinem Ärger Luft.

Es ist keine Seltenheit, dass große Reiseveranstalter versuchen die Preise für ihre Urlaubsgäste massiv zu drücken. Man argumentiert mit der Masse der Gäste und betreibt eine Preispolitik, die so manchem Gastronom sauer aufstößt. Der anhaltenden Diskussion über die Preisgestaltung können sich vor allem Wirte mit größeren Häusern nicht mehr verschließen, denn wer sein Haus Sommer wie Winter voll haben will, muss Kompromisse eingehen.

Dumpingpreise
Martin Soier vom Hotel Erzherzog Johann in Uderns erhielt erst kürzlich eine Anfrage, bei der es ihm beinahe die Sprache verschlug. Ein deutscher Reiseveranstalter fragte für eine Woche Urlaub im Sommer um 150,- Euro sprich 21,43 € pro Tag an, was den Wirt dazu bewegte seinem Ärger Luft zu machen. „Billig ist ab und zu ok, aber wenn es unverschämt wird, muss man doch mal kontern. Da möchte ein Unternehmen Kontingente für den Sommer in 3-Sterne Hotels lukrieren und bietet für die folgenden Leistungen € 21,43 pro Person und Tag an: Begrüßungsgetränk, Beherbergung, Frühstücksbuffet, Abendmenü mit 2 Getränken, täglich Café und Kuchen, Benützung aller Wellnesseinrichtungen, gratis Parkplatz etc. Auf meine Nachfrage hin, ob eine solche Anfrage nicht an Frechheit grenzt, teilte man mir mit, dass viele Hotels die Hilfe dieser Firma gerne in Anspruch nehmen, um ihre Betten zu füllen. Das ist blanker Hohn, diese Preispolitik dann auch noch als Hilfe zu bezeichnen“, erklärt Martin Soier.

Kein Zwang
Der Reiseveranstalter erklärt auf Anfrag der BEZIRKSBLÄTTER, dass der Wirt ja keinesfalls auf die Angebote eingehen muss und der Reiseveranstalter hier nicht der Schuldige ist. „Schuld ist derjenige, der in einer Region mit dieser Preispolitik anfängt, denn dann müssen alle mitziehen, weil es heutzutage fast nur noch über den Preis geht. In bestimmten Regionen werden Sie solche Preise nicht finden und deshalb funktioniert es auch, ein bestimmtes Preisniveau zu halten“, erklärt ein Mitarbeiter des Reiseveranstalters. Wirt Martin Soier ist auf das Angebot des Veranstalters nicht eingegangen, denn er ist nicht gewillt, bei einer derartigen Preispolitik mitzuziehen.

Zur Sache
Offensichtlich ist der Urlaubsmarkt durch die Masse an Angeboten derart übersättigt, dass Reiseveranstalter beinahe nur noch über den Preis zum Erfolg kommen. Angebote wie jene des deutschen Reiseveranstalters sind speziell im Zillertal keine Seltenheit, denn diese Angebote füllen auch in der Übergangszeit die Betten. „Wir machen z.B. ein Angebot um 99,- Euro für einen bestimmten Zeitraum. Dann rufen die Leute an und wollen buchen, aber wenn das Kontingent erschöpft ist kostet es unter Umständen 109,- Euro. Das ist meist schon zuviel und die Leute sagen ab“, erklärt ein Mitarbeiter des dt. Reiseveranstalters.

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