29.06.2016, 09:25 Uhr

Brexit: Keine gröberen Auswirkungen befürchtet

BEZIRK (fh). Nachdem Großbritannien sich in der letzten Woche per Referendum für einen Ausstieg aus der Europäischen Union entschieden hat, gingen die Wogen hoch. Das Thema bewegt natürlich auch auf regionaler Ebene, denn der Bezirk Schwaz hat zahlreiche Berührungspunkte mit Großbritannien doch die Befürchtungen bzgl. Geschäftsentgang halten sich sehr in Grenzen. Sowohl große Betriebe als auch Tourismusverbände glauben nicht an gravierende Auswirkungen aufgrund des Votums im vereinigten Königreich.

Wirtschaft fürchtet sich nicht

Das Unternehmen Binderholz mit Sitz in Fügen arbeitet zwar mit England zusammen, doch die Befürchtung, dass es durch den Brexit Auswirkungen gibt, halten sich in Grenzen. "Wir arbeiten mit England im geringen Ausmaß zusammen und erwarten keine großen Auswirkungen da England ein großer Holzimporteur ist", erklärt Natalie Binder im Gespräch mit der BB-Redaktion. Von Seiten der Fa. Empl gibt es ebenfalls keine Bedenken was das Geschäft mit UK angeht. "Wir haben derzeit keine aktuellen Geschäfte mit Großbritannien und etwaige Zukäufe, die uns bei einem unterdurchschnittlichen Pfundkurs helfen könnten, haben wir ebenfalls nur sehr wenig", erklärt Romana Danzl vom Empl Fahrzeugwerk. Das Adler-Werk in Schwaz hat mit dem Brexit ebenfalls kein Problem. "Für uns hat das derzeit keinerlei Auswirkungen, da wir überhaupt nichts nach England liefern," erklärt Claudia Berghofer.
"Die internationalen Märkte haben bereits reagiert und ist das Englische Pfund als erste Reaktion sehr stark gesunken. Für die vielen englischen Gäste, die vor allem im Winter, aber auch im Sommer nach Tirol und auch zu uns in den Bezirk kommen, wird der Urlaub damit teurer. Das werden wir spüren. Und man darf auch nicht unterschätzen, dass die Briten die zweitgrößte Volkswirtschaft innerhalb der Union sind und sie sehr viele Produkte und Leistungen vom Festland-Europa, und damit auch von uns kaufen. Auch das werden wir spüren", so Stefan Bletzacher von der WK Schwaz.

TVB's unsicher

Von Seiten der Verantwortlichen in Sachen Tourismus ist man etwas vorsichtiger. Mayrhofens TVB-Chef Andreas Hundsbichler erklärt: "Es ist sicher noch zu früh um hier etwas Konkretes zu sagen aber die Briten stehen bei uns in Sachen Nächtigungen an dritter Stelle und man muss die Entwicklung abwarten. Wir hatten vor gut einem Jahr den Pfundkurs eins zu eins mit dem Euro und es gab keine allzu großen Auswirkungen. Bei uns ist z.B. der russische Markt stark zurück gegangen aber einen derartigen Einbruch erwarte ich für England nicht", so Hundsbichler. Auch für das Snowbombing-Festival erwartet der TVB-Obmann keine Probleme. Markus Schmidt vom TVB Silberregion Karwendel sorgt sich vorwiegend um eine Schwächung der Kaufkraft und einen Rückgang der Buchungen. Durch den Brexit ergeben sich in Europa noch nicht absehbare Folgen. Die gesamte Wirtschaft im Euroraum, insbesondere Deutschland wird darunter leiden", so Schmidt.
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