31.01.2018, 13:40 Uhr

Familienbonus: Eine Zukunftsperspektive für Familien?

BEZIRK (fh). Der Obmann des Familienbund Tirol, Roman Eberharter, sieht im Familienbonus einen Schritt in eine gute Richtung, ist jedoch kritisch. „Ich heiße den Familienbonus willkommen, da er für viele Familien Tirols eine Entlastung ist“, so Eberharter und betont gleichzeitig, „wir dürfen uns aber nicht von den langfristigen Problemen der Familien ablenken lassen!“
Gehe man davon aus, dass es Optimierungen für Alleinerziehende und Geringverdienende geben wird, stelle der Familienbonus eine finanzielle und somit naturgemäß willkommene Entlastung der Familien dar. Kritisch zu betrachten sei, dass sich die gleichzeitige Abschaffung der Absetzbarkeit der Kinderbetreuung, negativ auf die Chancengleichheit Alleinerziehender oder Geringverdienender auswirken könne. Zudem weist Eberharter klar darauf hin, dass derartige Beschlüsse kurzfristige Erleichterungen bringen. „Der Familienbonus darf nicht von den langfristigen Problemstellungen der Familien ablenken“, so Eberharter. Der Alltag erlaube es Eltern oft nicht, sich über die Zukunft Gedanken zu machen. „Wenn ich damit kämpfe, wie ich den Tag heute bewältige, habe ich keinen Kopf für existentielle Fragen, wie zum Beispiel fehlende Versicherungsjahre und die damit einhergehende Altersarmut“, so Eberharter. Zu groß sei die Herausforderung, das Hier und Jetzt zu meistern, da die Rahmenbedingungen für ein selbstbestimmtes Familienleben oft nicht passen.

Langfristig strukturelle Änderungen

„Der Familienbund Tirol fordert strukturelle Änderungen, die allen unseren Familien eine Zukunft ermöglichen. Unter anderem stehen zum Beispiel die bundesweite Vereinheitlichung des Jugendschutzes, das antragslose Verfahren zum Erhalt von Familienleistungen und die Ausweitung des „Mutter-Kind-Passes“ bis zum 18. Lebensjahr als Familienbund-Forderungen vor der Realisierung.
"Das Ziel aller Maßnahmen muss die tatsächliche Wahlfreiheit sein!“ so Eberharter.
Die Sichtweisen und Bedürfnisse der Familien sind vielseitig. Es sind auch die Situationen der Familien so unterschiedlich wie ihre einzelnen Mitglieder individuell. Das bringt jeweils einzigartige Herausforderungen mit sich, die durch flexible Rahmenbedingungen unterstützt werden müssen. Nur so schaffen wir eine langfristige Lösung für Tiroler und Tirolerinnen, unbeschwert Familie leben zu können. Und Tirol braucht die Familie als Basis für alles andere“, so Eberharter.
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