Gartenlust im Frühling: Ein Streifzug durch sattes Grün und Bunt

Sobald die Sonne raus kommt, bekommt man richtig Lust, den Garten oder Balkon auf  Vordermann zu bringen. | Foto: Mirjam Dauber
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  • Sobald die Sonne raus kommt, bekommt man richtig Lust, den Garten oder Balkon auf Vordermann zu bringen.
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Endgültig vorbei ist der Winter. Der Blick schweift wieder vermehrt nach draußen und es stellen sich zwei zentrale Fragen: Was blüht heuer im Garten und auf welchen Möbeln genießen wir die ersten Sonnenstrahlen? Das RM hat sich für Sie auf den Weg gemacht, um aktuelle Frühlingstrends für Ihren Garten aufzustöbern. – von Mirjam Dauber

Wer in Sachen Garten an kompetenter Stelle landen will, wendet sich in Tirol an Gerda Walton, passionierte Gärtnerin und Sachbuchautorin mit enormem Fachwissen und ausgeprägter Leidenschaft rund um das Thema Pflanzen. Sie bringt den Faulpelz in uns gleich auf den Boden der Tatsachen, denn jetzt heißt es die Ärmel aufkrempeln: „Auch wenn man im Herbst noch so schön aufgeräumt hat, ums gründliche Saubermachen kommt man nicht herum“, betont die Expertin. Dazu gehören neben dem Entfernen von altem Laub das Düngen, das Schneiden der Rosen und das Entfernen von Unkraut, insbesondere von Giersch.

Doch nicht nur harte Arbeit ist angesagt. Wer jetzt neben den noch etwas kahlen Sträuchern und Bäumen Sehnsucht nach Farbe hat, besucht am besten die heimischen Gärtnereien. Dort herrscht Hochbetrieb, wie die Gärtnerinnen der Landeslehranstalt Rotholz versichern: „Stiefmütterchen, Primeln, Narzissen und Tulpen – bei den Frühlingsblumen setzen die Tirolerinnen und Tiroler auf Bewährtes. Schalen mit bunten Blüten vor der Haustüre sind jetzt besonders beliebt.“ Auch Gerda Walton hat vorgesorgt und sich mit Erika, Islandmohn, Goldlack und Bellis eingedeckt. So kann man sich an einer kunterbunten Farbenpracht erfreuen, während der Garten aus dem vermeintlichen Winterschlaf erwacht. Ein Großteil dieser Frühlingsblüher kommt im nächsten Jahr übrigens wieder. Alle, die an ihrem „grünen Daumen“ und dem Talent zum Garteln zweifeln, kann Gerda Walton beruhigen: „Das Stichwort für Erfolg im Garten heißt eigentlich nicht grüner Daumen, sondern Liebe. Die Gartenliebe wird einem, wenn man Glück hat, in die Wiege gelegt.“

Trends im Bereich der Gartenmöbel und Accessoires präsentierte kürzlich das Fügener Einrichtungshaus Wetscher. Martin Wetscher weiß, wie es geht: „Noch vor wenigen Jahren war für Gartenmöbel das Motto Blech und Plastik vorherrschend, besondere Ansprüche wurden nicht gestellt. Heute sucht man Komfort für drinnen und draußen. Besonders angesagt sind 2017 Möbel aus Geflecht und Metall. Aluminium etwa kann das ganze Jahr im Freien bleiben und rostet nicht.“ Soll neben der Seele auch der Gaumen verwöhnt werden, ist das Grillen unangefochten an der Spitze. Das Leben wird in der warmen Jahreszeit so gut wie möglich nach draußen verlagert, die Nachfrage an Outdoor-Küchen ist steigend. An der Seite von Martin Wetscher hat die bekannte österreichische Schriftstellerin und Gartenliebhaberin Barbara Frischmuth die Möbelausstellung eröffnet. Als Autorin von bislang vier Gartenbüchern weiß sie allerhand Skurriles zu erzählen und hat unzählige Anekdoten auf Lager. Doch auch Frischmuth hat einmal klein angefangen und liegt hier mit Gerda Walton auf einer Wellenlänge: „Neben der ausgiebigen Lektüre von Fachliteratur hilft vor allem eines: learning by doing.“ In diesem Sinne dürfen wir uns auf eine entspannte Gartensaison und viele Überraschungen der Natur freuen.

RMagazin Buchtipp – Konstanz Neubauer: "Gärten des Jahres"

Von den Besten lernen

Ziele braucht der Mensch, ja, und Vorbilder braucht er auch. Für den gartelnden Menschen gilt das wohl ganz besonders. Die fünfzig schönsten Privatgärten im deutschsprachigen Raum werden im Zuge eines Wettbewerbs jährlich gekürt und im Verlag Callwey mit einem aufwändigen Bildband bedacht. Verträumt und verwunschen, geradlinig und streng, minimalistisch und üppig, modern und natürlich, gezähmt und unberechenbar: die Vielfalt der prämierten Gärten ist erstaunlich, magische Kraftorte, blühende Oasen beeindrucken und verblüffen. Auf kleinstem Raum und in verschwenderischer Größe präsentieren sich geschickt geschaffene Paradiese, die vor allem eines sind: eine unerschöpfliche Quelle der Inspiration und der Lebenslust. In den erlesenen Kreis hat es übrigens auch ein Garten aus dem Tiroler Unterland geschafft. Auch wenn hier Profis am Werk waren und die eigenen Ressourcen beschränkter sind: der Bildband macht gute Laune und wie schon gesagt: Ziele braucht der Mensch.

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