20.10.2016, 16:11 Uhr

Integration abseits von großen organisatorischen Einflüssen

Gemeinde, Kirche und Lehrerinnen unterstützen Flüchtlingsfamilie aus dem Kriegsgebiet Irak

STANS (dw). Nach einer abenteuerlichen Flucht aus dem Irak und nach mehreren Stationen in Flüchtlingslagern ist die sechsköpfige Familie aus dem Kurdisch/Irakischen Grenzgebiet in Stans gestrandet und ist seit einem halben Jahr im Widum untergebracht. Die Kinder besuchen in Stans und Fiecht die Schule, der Vater arbeitet im Gemeindebauhof mit und am Abend wird fleißig Deutsch gelernt. Susanne Wilfing und Astrid Thummer, beide Lehrerinnen aus Schwaz haben sich bereit erklärt der irakischen Flüchtlingsfamilie die deutsche Sprache zu lernen wobei jede Lehrerin zweimal in der Woche gratis am Abend unterrichtet. Die ganze Familie ist eifrig dabei und bemüht der deutschen Sprache mächtig zu werden, was ja von einigen Flüchtlingen im Land nicht behauptet werden kann. Das Zusammenwirken der Gemeinde und den Vertretern der Ortskirche funktioniert perfekt. Koordinator Friedl Schmiedhofer hat seine Kontakte genutzt und die zwei Lehrerinnen für den Deutschunterricht gewonnen. "Integration ist nur möglich wenn die Bereitschaft der Flüchtlinge besteht das Angebot anzunehmen und unsere Kultur zu respektieren. Die Familie ist Selbstversorger, erledigt alle Einkäufe selbstständig, bei Amtsgängen und Vorsprachen bei Behörden werden sie von Freiwilligen begleitet. Gemeinsam wurde schon das Erdbeerland besucht, eine Wanderung durch die Wolfsklamm wie eine Schifffahrt am Achensee ist im Spätsommer geplant" so Schmiedhofer. Voll des Lobes für die Familie ist Bürgermeister Michael Huber: „Integration ist nur möglich wenn die Bereitschaft der Flüchtlinge besteht das Angebot anzunehmen und unsere Kultur zu respektieren. Ich bin schon der Meinung dass jede Gemeinde versuchen sollte ein kleines Kontingent an Flüchtlingen zu übernehmen und sich um die Kriegsflüchtlinge zu kümmern. Eines ist aber klar. Wird das vorhandene Angebot von uns nicht angenommen, ist das ein klares Zeichen am Nichtinteresse an unserer Heimat“.
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