11.10.2017, 13:20 Uhr

"Olympia ist eine Riesenchance für uns!"

(Foto: Foto: Borealis)
STUMM (fh). Die mögliche Olympia-Bewerbung Tirols zieht weite Kreise und ist in der Bevölkerung in aller Munde. Die BEZIRKSBLÄTTER-Redaktion traf Olympiasieger und Weltmeister Stephan Eberharter um ihn zu dem brennenden Thema zu befragen. Seine Sicht der Dinge ist klar und der ehemalige Spitzensportler macht keinen Hehl daraus, dass er die Bewerbung für die Spiele befürwortet und hat durchaus schlagkräftige Argumente dafür. Das Land Tirol plant sich für die Winterolympiade 2026 zu bewerben und wäre damit nach 1964 und 1976 zum dritten mal Austragungsort für olympische Winterspiele. Am 15. Oktober wird, parallel mit der Nationalratswahl, über eine mögliche Bewerbung abgestimmt.

Wichtigste Fragen

Für Olympiasieger Eberharter sind die wichtigsten Frage im Zusammenhang mit der Bewerbung klar denn man sollte wissen warum sich Tirol bewirbt, was die Kosten sein werden und was die Bevölkerung überhaupt davon hat? "Es ist sehr wichtig zu wissen, dass sich Tirol nur deshalb bewirbt weil es im Zusammenhang mit den Olympischen Spielen die sogenannte Agenda 2020 gibt welche eine Rückbesinnung auf den Geist von Olympia beinhaltet. Eine Gigantomanie wie sie in Sochi stattgefunden hat, ist ganz klar abzulehnen. Es ist ein Irrsinn an einem Ort wie Sochi 40 Milliarden zu investieren nur damit dort einmal olympische Winterspiele stattfinden können. Die Agenda 2020 besagt, dass man mit olympischen Spielen wieder dorthin gehen soll wo es auch Sinn macht diese auszurichten. Bei uns in Tirol ist die Infrastruktur und auch das Know How vorhanden um Veranstaltungen dieser Art durchzuführen. Wir wissen wie Skirennen, nordische Bewerbe oder Freestyle-Events abzuhalten sind weil wir das seit Jahren machen", erklärt Eberharter.

Man profitiert

Eberharter sebst ist als Sportler viel in der Welt herumgekommen und weiß Bescheid über Austragungsorte für Sportevents. "Für Olympia wurden in der vorgestellten Machbarkeitsstudie 1,2 Milliarden Euro veranschlagt aber man muss auch dazu sagen, dass man vom IOC, im Falle des Zuschlags, 600 bis 700 Millionen Euro bekommt. Der finanzielle Aspekt ist eine Sache aber man muss im Auge behalten, dass ganz Tirol vom Tourismus profitiert und Olympia eines der größten Sportevents der Welt ist. Es sehen Millionen Menschen zu und wenn diese Bilder um die Welt gehen ist das für unsere Region mit Geld nicht aufzuwiegen denn das ist unbezahlbar", so Eberharter.
Tirols Bewerbung für Olympia soll eine Bewerbung nach eigenen Kriterien und ohne riesige Bauprojekte und Schulden werden. "Was mir an der Sache gefällt ist, dass Tirol sich hier nach seinen eigenen Kriterien bewerben kann und man nichts auf's Auge gedrückt bekommt. Natürlich wird es Neuerungen brauchen aber die braucht es auch ohne Olympia und ich bin der festen Überzeugung, dass das eine riesengroße Chance für unser Land ist", so der Olympiasierger abschließend.
0
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.