09.10.2017, 14:02 Uhr

Projekt zur Verbesserung des Auerwildlebensraumes in der Genossenschaftsjagd Uderns

Uderns: Gemeindeamt | Siegfried Zisterer, Jagdpächter der Genossenschaftsjagd Uderns, setzt sich seit mehreren Jahren für eine nachhaltige Verbesserung des Auerwildlebensraumes in seinem Jagdgebiet ein. Um die dazu notwendigen Voraussetzungen zu schaffen, haben sich die verantwortlichen Organe der Bezirksforstinspektion, der Jagd, der Gemeindegutsagrargemeinschaft, sowie Beteiligte aus dem Bereich Förderung und Umweltschutz seit Juni 2016 in diversen Sitzungen, Besprechungen und Begehungen zusammengetan. Mittlerweile haben sich die Rahmenbedingungen soweit entwickelt, dass von Bezirksförster Ing Thomas Bielau ein Projekt ausgearbeitet werden konnte, das diesen Zielsetzungen und Fördervoraussetzungen vollends entspricht. Das Projekt wurde im Mai 2017 bewilligt und umfasst einen Zeitraum von drei Jahren

Die vorgesehene Projektfläche auf einer Seehöhe von 1.345 bis 1.620 Meter befindet sich im Gemeindegebiet von Uderns, in den Wäldern der Gemeindegutsagrargemeinschaft und erstreckt sich von „Seebach Richtung Krötzing Anger, begrenzt durch das Durjoch und das Plattenjöchl. Das Ausmaß dieser Fläche beträgt ca 56 ha.
Im geplanten Bereich hat sich ein Standort erhalten, der dem Auerwild und den Rauhfußhühnern sehr entgegenkommt. Vom Bestandsaufbau her, der bisherigen forstwirtschaftlichen Bewirtschaftung und nicht zuletzt aufgrund der Tatsache, dass es eines der wenigen Gebiete im Zillertal ist, die touristisch noch nahezu unbeeinflusst sind, erscheint die Erhaltung und Verbesserung dieses Lebensraumes sehr erstrebenswert, erklärt Bezirksförster Ing Thomas Bielau und auch der Uderner Waldaufseher Reinhold Zisterer, Substanzverwalter Benno Fankhauser, Jagdpächter Siegfried Zisterer und Ing Udo Meller der Bezirksforstinspektion stimmen diesbezüglich mit Bielau überein. Am besten geeignet seien dazu lichte Althölzer aus Fichte, Lärche und Zirbe mit reichlich Bodenvegetation und beginnender Verjüngung an nicht zu steilen, trockenen Hängen
Um diesen Lebensraum für das Auerwild bestmöglich zu erhalten und weiter zu verbessern, sind vielfältige, forstwirtschaftlich Vorhaben geplant, so Ing Bielau. Konkret seien das vor allem kleinflächige Maßnahmen zur Verjüngungseinleitung bzw eine Vorlichtung mittels bodenschonender Seilkranbringung. Eine vorhandene Schlagfläche im Dickungsstadium werde ebenfalls gepflegt, sowie anfallendes Ast-und Wipfelmaterial in Haufen (Fratten) gelegt. Zusätzliche Erschließungen ggf durch den Neubau von Forstwegen seien nicht geplant. Vorhandene Balzplätze würden allenfalls vorsichtig vergrößert. Während der Balzzeit von Ende März bis Anfang Juni würden überhaupt keine Maßnahmen stattfinden.
Die Gemeinde Uderns als Substanzverwalter des Gemeindegutes nehme für alle diese Maßnahmen wirtschaftliche Einschränkungen und monetäre Einbußen – der aktuelle Holzeinschlag betrage an die 200 Festmeter - in Kauf, wobei diese Einbußen durch das genehmigte Förderprojekt größtenteils ausgeglichen werden können, so der Bezirksförster.
Das Auerhuhn ist der größte Hühnervogel Europas. Es ist sehr scheu und stellt hohe Anforderungen an seine Umgebung, wodurch es in seinem ursprünglichen Lebensraum immer seltener anzutreffen ist. Aufgrund seiner bevorzugten Nahrung, seines Sicherheitsbedürfnisses und seines Flugverhaltens benötigt dieser Vogel nadelbaumreiche, lichte, stufig aufgebaute Wälder mit reicher Bodenvegetation aus überwiegend Heidelbeere.
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