24.01.2018, 10:58 Uhr

Regionalität beim Personal: Wie kann das gehen?

BEZIRK (red). Im Tourismus grassiert die Personalnot. Im Zillertal etwa versuchen sich die Betriebe teils gegenseitig die Leute abzuwerben um über die Saison zu kommen. Kellenr, Köche, Zimmermädchen oder auch Barpersonal werden verzweifelt gesucht und die Zeiten in den einheimische hinter der Bar oder in der Küche standen sind längst vorbei. Der Tiroler AK-Präsident, Erwin Zangerl, lässt nun mit einem Appell aufhorchen und spricht davon auch beim Personal regional zu denken: "Der heimische Tourismus braucht Ganzjahresarbeitsplätze, regelmäßige Arbeitszeiten, fixe Dienstpläne, familienfreundlichere Bedingungen und ordentliche Entlohnung. Geplante Steuersenkung gehören dazu genutzt, um die Qualität der Arbeitsplätze gezielt zu verbessern. Ebenso sollte jede Wirtschafts- bzw. Tourismusförderung auf Arbeitsplatzqualität und Ganzjahresbeschäftigung ausgerichtet werden", so Zangerl.
Statt über die Situation zu jammern, schlägt AK Präsident Erwin Zangerl eine ungeschminkte Diskussion und eine gemeinsame Tiroler Fachkräfte-Initiative für den Tourismus vor. „Qualität hat ihren Preis, das muss auch für die Beschäftigten im Tourismus gelten“, sagt AK Präsident Erwin Zangerl. „Die Tourismuswirtschaft investiert jährlich Millionen Euro in Ausbau und Erhöhung des Komforts von Liftanlagen und Hotels für die Gäste. Da muss man sich wundern, dass dann manche Betriebe so wenig für ihre Mitarbeiter tun. Noch beschämender ist die Tatsache, dass wir in Tirol pro Jahr mehr als 800 junge Menschen in hochwertigen Tourismusschulen ausbilden, die oft bereits nach ihrem Berufspraktikum so schnell wie möglich die Branche verlassen, weil sie dort kaum Perspektiven für ihre Zukunft sehen.“

Wenn immer weniger heimischen Arbeitskräfte im Tourismus arbeiten wollen, liegt das zum ganz großen Teil an den schlechten Rahmenbedingungen wie niedrige Löhne, familienfeindliche Arbeitszeiten und schlechte Weiterbildungs- und Aufstiegschancen und vor allem an den in vielen Betrieben fehlenden verbindlichen Dienstplänen. Durch die geplante Verkürzung der Ruhezeiten dürften sich die Rahmenbedingungen sogar noch verschlechtern“, so der AK Präsident.

„Ich begrüße und unterstreiche die Aussagen von WK-Obfrau Martina Entner und TVB-Obmann Alfons Parth: Gute Betriebe wissen längst, dass die Qualität eines Restaurants oder Hotels vor allem von der Qualität der Mitarbeiter abhängt. Wer hier investiert, wird langfristig Erfolg haben“, so der AK Präsident.
0
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.