13.12.2017, 10:10 Uhr

Seilbahn: Für`s Minsterium muss alles passen

FÜGEN/UDERNS (fh). Vergangene Woche fand die Schlussverandlung für das Projekt Spieljochbahn statt und zu diesem Zweck reisten natürlich auch Herrschaften aus dem Verkehrsministerium in Wien an. Unter ihnen war auch Österreichs höchster Seilbahnbeamter, Mag. Jörg Schröttner. Er ist seit 24 Jahren im Minsterium, hat seit 2006 die Leitung der österreichischen Seilbahnbehörde inne und ist zusätzlich Präsident der OITAF (der internationalen Organisation für Seilbahnwesen). Nachdem die behördliche Abnahme der Bahn durch jeweils einen seilbahntechnischen und elektrotechnischen Sachverständigen bereits seit einer Woche gelaufen ist, erfolgte vergangene Woche die Schlussverhandlung für die Spieljochban bei der Mag. Schröttner der Verhandlungsleiter war. "Bei der Schlussverhandlung kommen dann noch die restlichen Sachverständigen wie z.B. Brandschutz, Hochbau und Wildbach- und Lawinenverbauung dazu. Dann wird die Anlage befahren um alles auf Herz und Nieren zu prüfen. Wir sind bei einer Schlussverhandlung wie jener für die Spieljochbahn mit ca. 30 Leuten unterwegs. Es wird alles protokolliert, jeder Sachverständige gibt ein Gutachten ab und wenn alles positiv ist endet das Ganze mit einem Betriebsbewilligungsbescheid", erklärt Schröttner, der davon ausgeht, dass bei der neuen Bahn im vorderen Zillertal alles positiv sein wird.

Knackpunkte

Schröttners Behörde überprüft im Schnitt 25 Anlagen Seilbahnanlagen im Jahr und nicht immer geht die Sache positiv aus denn wenn bedeutende Details wie z.B. Brandschutzeinrichtungen nicht fertig gestellt wären würde dies einer Bewilligung im Weg stehen. "Es ist in meiner Laufbahn natürlich auch schon vorgekommen, dass man aufgrund des Fertigstellungszustandes keine Genehmigung erteilen konnte und wir das betreffende Objekt zu einem späteren Zeitpunkt nochmals unter die Lupe nehmen mussten", so Schröttner. "Am ehesten scheitern Projekte dieser Art aber an einem Baugenehmigungsverfahren. Die Einsprüche der Anrainer bzw. Grundbesitzer können so ein geplantes Projekt natürlich scheitern lassen. Bei der Bauverhandlung sind alle Beteiligten eingeladen und in Salzburg ist es kürzlich vorgekommen, dass ein Projekt bei er Bauverhandlung gescheitert ist", so der Behördenchef. Er erklärt, dass es bei den Zubringeranlagen immer mehr Probleme gibt und viele Einsprüche kommen. Im Durchschnitt werden in Österreich 25 Seilbahnanlagen neu gebaut. "Österreich ist mit diesem Wert absoluter, internationaler Spitzenreiter in Sachen Investition in die Seilbahntechnik. Es gibt kein weiteres Land das auf diesem Sektor soviel investiert", erklärt der gelernte Jurist Schröttner. Durch die Präsidentschaft bei der OITAF hat Österreichs oberster Seilbahnbeamter einen sehr guten, internationalen Vergleich und erklärt, dass sich die Seilbahnwirtschaft enorm im Aufschwung befindet, jedoch Österreich mit Abstand am meisten baut.

Wenig Neuerschließungen

In den Skigebieten wird sich, laut Mag. Schröttner, nicht mehr soviel tun mit neuen Bahnen was jedoch nicht heißt, dass keine mehr gebaut werden.  "Es werden sehr viele Anlagen, so wie bei der Spieljochbahn, ersetzt werden. Das ist ja keine Neuerschließung.  Im wesentlichen sind es also Ersatzanlagen. Neuerschließungen sind sehr selten und was auch häufiger vorkommt sind Zusammenschlüsse von Skigebieten", erklärt Schröttner. Aber auch bei Zusammenschlüssen wird es immer schwieriger weil hier vor allem die Umweltauflagen ein Bewilligung meist unmöglich machen.
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