06.02.2018, 11:10 Uhr

sone: Integration leben – Kulinarische und musikalische Weltreise

Kulinarisches und Musikalisches: Die Organisatoren, Gastgeber und Köchinnen waren glücklich über die gelungene Veranstaltung. Angela Rainer (3.v.l.) von der sone (Foto: Angela Rainer)

Ehrenamt ist ein wichtiger Bestandteil des Zusammenlebens in unserem Land. Seit einigen Jahren wird das Ehrenamt professionell organisiert. Das bedeutet effiziente Strukturen und anerkennende Maßnahmen. Jenbach war hier in einer Vorreiterrolle. Im Gespräch mit sone-Leiterin Angela Rainer merkt man den Enthusiasmus und den Wandel im Ehrenamt.

Die sone Jenbach Freiwilligenbörse (Soziales Netzwerk) ist eine Einrichtung, die eine Anlaufstelle für ehrenamtlich Tätige darstellt. Hier wird vermittelt, nach Angeboten gesucht, Projekte erstellt und auch der administrative Aufwand, wie z.B. eine Pflichtversicherung, wird hier abgedeckt. Angela Rainer leitet die sone. Für sie gibt es viele Highlights im Freiwilligenjahr, aber ein Vorzeigeprojekt ist das „Gemeinsam kochen – So schmeckt die Welt“-Projekt, das es seit Winter 2016 gibt.

So schmeckt die Welt

Begonnen hat alles damit, dass die Flüchtlinge, die im ehemaligen Hotel Toleranz wohnen, zu Beginn keine Küche hatten. „Gemeinsam kochen und essen verbindet und gibt ein Gefühl von Heimat“, weiß Rainer. Aus dieser Überlegung heraus wurde der erste gemeinsame Kochabend im Sozialsprengel-Haus veranstaltet. Helfer aus der Gemeinde kochten gemeinsam mit den Flüchtlingen, zum Essen saßen alle gemeinsam am Tisch. „Hier hat man zum ersten Mal die unterschiedlichen Herangehensweisen ans Kochen gesehen. Es war zwar ein wenig chaotisch, aber unglaublich nett und bereichernd“, erzählt Rainer von den Anfängen. Projektkoordinatorin Gabriele Schennach hat seitdem noch einige Abende mehr veranstaltet. Brigitte Kofler fährt mit den Köchinnen einkaufen. Irgendwann entstand die Idee, die Abende mit Gastgebern zu veranstalten. So wurde bereits im Point Jugendzentrum gekocht. Im Jänner wurde das Programm dann noch einmal ausgeweitet. Mit der Veranstaltung „So schmeckt die Welt: Kulinarisches und Musikalisches aus Afghanistan, Peru und Österreich“, war die Pfarre Jenbach im Kolpinghaus Gastgeber von knapp 60 Gästen. Dabei stand die Kirche als Kultureinrichtung und Wahrzeichen im Mittelpunkt. „Es war eine Verbindung von verschiedenen Religionen und Kulturen und das mit Musik und Essen. Der Erlös des Abends in der Höhe von 1.000 Euro kommt der Renovierung der Pfarrkirche Jenbach zugute“, beschreibt Rainer. In weiterer Planung für den Herbst ist ein dreiteiliger Kochkurs, bei dem auch wieder das gemeinsame Kochen im Vordergrund steht. „Integration kann so gelebt werden, die Religionszugehörigkeit spielt keine Rolle und das ist gelebte Diversität“, so Rainer, „Jenbach ist so bunt und vielfältig. Das positive Multikulti ist eine Bereicherung, leider hört man viel zu oft nur das Negative.“

Frauenzimmer

Ein weiteres Projekt zur kulturellen Vielfalt ist das „Frauenzimmer“. Hier kommen Frauen aus unterschiedlichsten Hintergründen in einem geschützten Raum zusammen, um sich über verschiedenste Themen auszutauschen. Angela Rainer ist hier Projektkoordinatorin und das mit voller Begeisterung. Einmal im Monat findet dieser Treff statt. Es kommen Referenten, die themenspezifisch Informationen geben. Von Umwelt über Ernährung, Gesundheit und vielem mehr kann hier geredet werden. „Das Frauenzimmer bietet eine Begegnungsstätte, es hilft Hemmungen abzubauen und es können Erfahrungen ausgetauscht werden“, umreißt Rainer den Kern des Projektes. Aus diesem Projekt sind schon Sprachkurse auf völlig freiwilliger Basis für Deutsch und Englisch, auch für türkische Frauen, entstanden.

Schwerpunkt Senioren

Im Jahr 2018 liegt der thematische Schwerpunkt der sone bei den Senioren. Das bedeutet, dass vermehrt Veranstaltungen und Projekte in diese Richtung organisiert werden. Hanna Hochenwarter vom Seniorenmanagement Jenbach hat hier einige tolle Events in Vorbereitung. Das erste ist ein Angehörigencafé, bei dem Angehörige von demenzerkrankten Personen Informationen erhalten. Auch hier helfen die Ehrenamtlichen von Jenbach mit. Für das Projekt „Computeria“, ein Landesprojekt, bei dem Senioren der Umgang mit Computer, Tablet, Smartphone und Co. beigebracht wird, soll wieder ins Leben gerufen werden. Hierfür werden noch Freiwillige gesucht. Bei Interesse einfach bei Angela Rainer in der sone Jenbach melden (Kontaktdaten im Infokasten auf der linken Seite). Für 2019 ist das Schwerpunktjahr „Jugendliche“ geplant.

Ehrenamt im Wandel

In Jenbach sind etwa 137 Ehrenamtliche in der sone registriert. Dann kommen aber noch ganz viele Freiwillige mehr dazu, die sich in anderen Organisationen, wie beispielsweise der Feuerwehr, der Pfarre oder bei vielen anderen, engagieren. Außerdem gibt es auch jene, die sich lieber nicht registrieren lassen, weil hier immer noch einige Hemmungen bestehen. „Das Ehrenamt ändert sich. Die Freiwilligenarbeit verlagert sich stark in die Projektschiene. Die Menschen wollen flexibel und offen bleiben und interessieren sich für viele Themen. Der Zeitmangel ist für viele längerfristige Engagements ein Problem. Wenn man bei einem Projekt mithilft, geht sich das zeitlich oft viel besser aus. Auch die Mobilität spielt eine große Rolle in der Wahl des Projektes. Das Ehrenamt ist immer ein Geben und ein Nehmen. Neben der Möglichkeit zu Fortbildungen lernt man viel Neues kennen und erhält viel von den Menschen zurück“, so Rainer abschließend.

sone Jenbach – Freiwilligenbörse

Kontakt:Huberstraße 34a, 6200 Jenbach

Angela Rainer:freiwilligenboerse@jenbach.at, 0664-808376020
Web:www.jenbach.at/Sone_Jenbach

Fotos auf dieser Seite:Die Fotos, die Sie auf dieser Doppelseite sehen, sind Impressionen der Veranstaltung „So schmeckt die Welt – Kulinarisches und Musikalisches“.
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