04.10.2016, 20:06 Uhr

Was passiert bei den Steinböcken im Herbst?

Nun sind alle Steinböcke (Bock und Geißrudel mit Kitzen) schon länger in den Sommereinständen. Die jungen Böcke haben sich meist den älteren Böcken angeschlossen. Das Bockrudel lebt fast immer getrennt von dem Geißrudel mit den Kitzen. Das Fell aller Steinböcke verdichtet sich weiterhin und die Farbe des Fells wird wieder dunkler. Die Steinböcke beginnen schon im Spätfrühling die für den Winter überlebenswichtigen Fettreserven wieder aufzufüllen. Steinböcke sind meist zweimal täglich am aktivsten: am Morgen bis vormittags und am späteren Nachmittag bis abends. Die Witterungseinflüsse können den Tagesablauf aber auch etwas verändern. Im Herbst ist die Sonne enorm wichtig. Um Energie zu sparen nehmen Böcke wahre Sonnenbäder, liegen speziell im Herbst nahe an den Gipfeln in der Sonne. Wird es an manchen Tagen zu warm flüchten sie meist auf windige Grate oder auf schattige Stellen. Im Spätherbst können sehr warme Tage bei den Steinböcken aber auch zu Problemen führen. Das Fell ist schon sehr dicht und isoliert sehr gut, das Abkühlen des Körpers kann jetzt sehr viel Energie kosten . Bitte haltet bei euren Wandertouren einen respektvollen Abstand (10m )zu den Steinböcken ein, denn jedes einzelne Aufstehen und Vertreiben kostet Energie und verhindert ein entscheidendes Abkühlen der Körpertemperatur. Passiert dies laufend, kann es für das Tier sehr negative Auswirkungen haben. Dankeschön dafür! Ab September bereitet sich der Stoffwechsel der Steinböcke auf den Winter vor. Dieser wird langsam heruntergefahren und der Herzschlag sowie die Körpertemperatur werden gesenkt. Die Fettreserven können nun schon 30% des derzeitigen Körpergewichts ausmachen und sind mitentscheidend für das Überleben im Winter.
Im August wagen sich die Geißen mit ihren Kitzen schon mehr aus den felsige steilen Gebieten hervor. Nun können auch größere Geißenrudel entstehen. Die Gebiete der Geißenverbände sind aber nicht so weitläufig wie jene der Böcke. Die Geißen sind im Sommer und Herbst länger beim Äsen als die Böcke. Für das Säugen und Führen der Kitze benötigen die Geißen eben mehr Energie.
Die jungen Böcke haben sich meist den älteren Böcken angeschlossen und lernen so neue und unbekannte Gebiete kennen. Ihr Wissen über ihren Lebensraum wird durch das gemeinsame Ziehen mit den alten Böcken oft enorm und entscheidend erweitert. Im Dezember beginnt die Brunft. Von den ersten Schneefällen wird es abhängen, wann die Böcke zu den Brunfteinständen aufbrechen.
Die Jagd auf Steinböcke beginnt im August und Endet Mitte Dezember.
Die Brunft beginnt meist im Dezember und endet im Jänner, dazu mehr im nächsten Artikel, der im Dezember erscheinen wird.
Jetzt, an warmen Herbsttagen, sind die Steinböcke meist einfacher auf Wanderungen zu finden. Wichtig bei Begegnungen mit dem Steinbock ist es, dem Tier ausreichend Zeit zu geben, die Situation einzuschätzen und es entscheiden zu lassen, wie es sich verhalten will. Der Steinbock ist ein Fluchttier und wird relativ sicher flüchten! Bitte haltet euren Hund in Steinbockgebieten unbedingt an der Leine um Vorfälle wie am Watzmann zu vermeiden. Bitte haltet unbedingt Respektabstand ( 10m ) und habt Geduld. Gebt ihr dem Tier ausreichend Zeit sich an euch zu gewöhnen, werdet ihr mit natürlichen und wunderbaren Bildern belohnt werden.
Das Buch „Wanderungen zu den Steinböcken“, erschienen im Verlag Frischluft-Edition www.frischluftedition.de für 21,60 Euro, wird euch dabei helfen, die Steinböcke auch in der freien Natur zu sichten. Wanderungen in Bayern, Vorarlberg, Tirol, Salzburg, Ost und Südtirol führen euch respektvoll und mit vielen Tipps direkt zu den Steinböcken.

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Sabine Knienieder aus Innsbruck | 24.11.2016 | 09:23   Melden
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