20.03.2017, 14:25 Uhr

Als Frau muss man sich in der Politik erst beweisen!

seit einem Jahr ist eine Frau an der Spitze der finanzstärksten Gemeinde des Zillertals

Die einzige Frau an einer Gemeindespitze im Bezirk Schwaz sitzt in Mayrhofen. Bürgermeisterin aus Leidenschaft: Monika Wechselberger ist auch ein Jahr nach der Amtsübernahme sehr bodenständig und bürgernah.

BB: Ist (Gemeinde-) Politik nach wie vor eine Männerdomäne?
MW:
Man muss als Frau sicherlich mehr leisten, um von den Kollegen Wertschätzung and Anerkennung zu erfahren. Wobei es hier nach wie vor ein Stadt-Land Gefälle gibt, und es als Bürgermeisterin in der Peripherie schwieriger ist.

BB: Der Wahlkampf hat die Wogen hochgehen lassen. Ist heute konstruktives Arbeiten im Vordergrund, oder herrscht nach wie vor politisches Konkurrenzdenken?
MW:
Wir haben viel Arbeit, alle sind sehr fleißig und bemüht. Das Fraktionendenken ist im Gemeinderat nach wie vor spürbar, die Arbeit leidet aber nicht darunter. Über die Zusammenarbeit mit dem in der Stichwahl unterlegenen Vizebürgermeister kann ich mich auch nicht beklagen. Ich bin natürlich in erster Linie Bürgermeisterin für alle Mayrhofner, aber ich fühle mich auch als Zillertalerin. Was die Zusammenarbeit mit den anderen Bürgermeistern betrifft, muss ich feststellen, dass manche zu dorflastig denken. Wenn wir hier gemeinsam an einem Strang ziehen, können wir als Region viel stärker auftreten!


BB: Welche großen Projekte seid ihr im ersten Jahr deiner Amtszeit bereits angegangen?
MW:
Wohnraumschaffung und Transparenz waren quer durch alle Fraktionen die beiden wichtigsten Wahlversprechen. Die Leute brauchen leistbare Wohnungen. Hierfür will ich in Zukunft vor allem die bestehenden Grundflächen der Gemeinde besser nutzen. Wo jetzt Parkplätze sind, könnten zum Beispiel Wohnhäuser mit Tiefgaragen entstehen. In Punkto Öffentlichkeitsarbeit hat sich ebenfalls viel getan: die Gemeinde hat eine neue Homepage und eine Facebookseite bekommen, die Sitzungen per Livestream direkt an die Bevölkerung zu übertragen war von der Opposition allerdings nicht gewünscht.

BB: Was kommt, was bleibt?
MW:
Ein Meilenstein wird der neue Bahnhof mitsamt der geplanten Unterflurtrasse und einem neuen Verkehrskonzept, das noch von meinem Vorgänger und dem alten Gemeinderat ausgearbeitet wurde. Hier wird das komplette Areal vom Kreisverkehr Nord bis hin zum roten Kreuz komplett neu gestaltet. Mein größter Erfolg ist sicherlich der Zugang zu, und Umgang mit den Menschen. Von meinem ersten Tag als Bürgermeisterin wollte ich ein offenes, und freundliches Gemeindeamt. Jeder soll sich trauen, hinzugehen. Ich bin gerne für die Leute da, habe auch schon viele hilfreiche Tipps und gute Ratschläge bekommen. Manchmal kann man Ideen der Bürger mit nur einem einzigen Telefonanruf umsetzen!
Außerdem mache ich den Job nicht aus Prestigegründen oder zur persönlichen Bereicherung, sondern für die Menschen!

Das Gespräch führte Kathrin Baumann.
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